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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
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führte. Immer nach Höherm strebend, ging er hierauf zu dem ersten aller damals lebendenMeister, Joh. von Malusse in Utrecht. Das wüste Leben desselben vertrug sich indessen keines-wegs mit dem frommen Sinne des jungen S., und so wanderte er nach und nach in mehregroße Städte, wo Maler einen Ruf hatten, nach Köln und Speicr, wo er Baukunst und Per-spective studirte, auch nach Nürnberg zu Dürer, der ihn sehr freundlich aufnahm. Dürer's Hin-neigung zu Luther und dessen Lehren vertrieb ihn wieder, und so gelangte er nach mehrjährigemWandern, 22 Jahre alt, nach Kärnten, wo er aus Liebe zu des Zak. Cornelis Tochter dieHand einer schönen Kärntnerin von Adel, die des Vaters Kunstsinn ihm anbot, ausschlug.Er zog nun nach Venedig, wo er von einem Landsmann, der Klosterbruder war, sich bestimmenließ, an einer Wallfahrt nach Palästina Theil zu nehmen. Drei Jahre blieb er in Jerusalem,und vielleichtistvonihmdas große Gemälde in der Kirche daselbst an der Stätte, wo Christusgeboren worden sein soll. Nachdem er auf dem Heimwege einige Zeit auf Rhodus verweilthatte, kam er nach Rom und erhielt, als sein Landsmann Hadrian VI. 1522 den päpstlichenStuhl bestieg, die Aufsicht über das Belvedere. Hadrian's Tod im folgenden Jahre veran-laßte ihn, nach der Heimat zurückzukehren, wo er die Absicht hatte, um die zurückgelasseneGeliebte amuhaltcn. Er ging durch Frankreich, und Franz I. machte ihm die glänzendstenAnerbietungen, ihn in seine Dienste zu ziehen. Doch vergebens; er eilte in die Heimat. DieGeliebte war ihm nicht treu geblieben, und so faßte er den Entschluß, hinfort blos der Kunstzu leben. An dem Dechanten Lockhorst in Utrecht fand er einen Gönner und Freund; erlebte bei ihm im Hause und malte für ihn manches treffliche Stück, z. B. den EinzugChristi in Jerusalem. Als nach einigen Jahren in Utrecht Unruhen ausbrachcn, ging S.nach Harlem, wo er sich eine geräumige Wcrkstättc einrichtete. Für die Marienkirche inUtrecht malte er ein großes auf vier Flügclthüren ausgeführtes Altargemälde, welches Phi-lipp ll. 1549 der Kirche abkaufte und mit nach Spanien nahm. Selbst nach dem hohen Nor-den drang sein Ruhm; der König von Schweden, der ihn um die Empfehlung eines Architek-ten anging, und dem erbe! dieser Gelegenheit eines seinerBildcr, eine heil.Jungfrau, überrei-chen ließ, sendete ihm dafür einen kostbaren Ring, einen schönen Marderpelz, seinen eigenenEisschlitten nebst vollständigem Geschirre und überdies einen 260 Pf. schweren schweb. Käse.Zu seinen Schülern gehörten Mart. Heemskerk und Anton. Moro. Sein Freund war Johan-nes SecunduS, den er auch malte. Er starb am 6. Dec. > 569. Man hat ihn mit Joh. vanEyck, und wol mit Recht, verglichen, da er in unübertroffener Farbenpracht, in der Wahr-heit in dem Colorit, in dem Ausdruck und in der Wärme der Zeichnung diesem gleich, undhöchstens in der Ausführung der Einzelheiten ihm nachsteht. Die Wuth der bildcrzcrstörcn-den Fanatiker hat die meisten seiner Werke schon l 560 vernichtet; nur wenige findet mannoch in den Kunstsammlungen. Als documentirte Bilder von ihm hat man in neuester Zeitaufgefunden das Bild einer Madonna mit den Stiftern, jetzt in der Sammlung des Stadt-hauses zu Utrecht; sein eigenes Bildniß, jetzt ebendaselbst; ein liebendes Paar bei den Freudender Musik und der Tafel, in England, und eine Kreuzigung Christi. Von diesem wirklichenScboreel ist der fingirte altere Schoreel zu unterscheiden, unter dessen Namen man dieAnbetung der Könige in der Galerie zu Dresden, wo man sie aber dem Malusse beilegt; eineähnliche Anbetung, in dem Museum zu Neapel; das kleine Altarblatt mit Flügclthüren inder Galerie des Belvedere zu Wien; das berühmte Altarbild, den Tod der Maria darstellend,jetzt in der Pinakothek zu München, und andere Bilder dieser Art vereinigt hat. '

Schorn (Joh. Karl Ludw. von), einer der vorzüglichsten Kunstkenner neuerer Zeit,geb. am 9. Juni >793 zu Kastell in Franken von bürgerlichen Altern, studirte früher Theo-logie, widmete sich aber daneben und bald ausschließend der Malerei und Kunstgeschichteund ging 1816 nach München, wo er sein erstes WerkÜber die Studien der griech. Künst-ler" (Heidelb. 1818) schrieb, das indeß mehr durch eine Fülle einzelner geistreicher Blickeals durch sein Hanptprincip, die Herleitung aller Kunst aus der Naturnachahmung, Beifallfand. Im I. >819 wendete er sich nach Dresden und bald darauf nach Stuttgart, wo erseit 1826 dasKunstblatt" redigirte, das seitdem durch Gediegenheit des Inhalts, Reich-thum der Forschungen und Unparteilichkeit des Urtheils das vorzüglichste Organ diesesFaches geblieben ist. Auch später, trotz mehrfacher Ortsveränderung, blieb die oberste Lei-tung des Blattes in seiner Hand. In den I. >822 und >823 besuchte er Italien und Frank«