Schönschreibekunst Schopenhauer 743
icher Professor an der mcdicinisch-chirurgischen Militairakadcmie, Vortragender Rath imMinisterium des Unterrichts der geistlichen und Medieinalangelegenheiten und Leibarzt desKönigs zu Berlin, wurde am 30. Nov. >763 zu Bamberg geboren, besuchte seit 1803 dasGymnasium daselbst, wo er sich schon eifrig mit Naturgeschichte beschäftigte, seit 1811 dieUniversität zu Landshut und seit 1813 die zu Würzburg, wo er sich 1816 durch seine Disser-tation „Von der Hirnmetamorphose" die medicinische Doctorwürde erwarb. Nachdem erhierauf GLttingen und Jena besucht und noch eine Zeit lang in Würzburg sich vorbereitethatte, trat er zu Würzburg 1816 als Privatdocent auf und wurde hier 1820 außerordent-licher und > 823 ordentlicher Professor der Therapie und Klinik und dirigircnder Arzt amJuliushospitale. In dieser Stellung begründete er seinen großen Ruf als Arzt und Lehrer,sodaß die Würzburger Klinik zahlreiche Besucher aus dem In- und Auslande herbeizog.Das Zusammentreffen verschiedener ungünstiger Umstände jedoch brachte ihn in eine schiefeStellung zur bair. Negierung und, statt die Stelle als Kreismedicinalrath in Passau anzu-nehmen, zog er es vor, als Professor der Klinik im I. 1833 nach Zürich zu gehen, wo er sichbald allgemeine Achtung und Liebe erwarb. Zwar schlug er den Ruf als Leibarzt des Königsvon Belgien aus und machte nur einen kurzen, für ihn höchst ehrenvollen Besuch in Brüssel,womit er eine Reise nach London und Paris verband; allein die Einladung nach Berlinim I. 1839 eröffnete ihm einen Wirkungskreis, dem er sich zuwenden zu müssen glaubte,und so begann er daselbst im Mai l 830 seine Vorlesungen und rückte schnell in die angeführtenÄmter ein, denen er noch gegenwärtig mit aller Energie eines großen Geistes vorsteht. Gleichbedeutend ist sein Verdienst um die Menschheit, wie um die Wissenschaft; am Krankenbettedurch tiefen praktischen Blick und geniale Auffassung des einzelnen Falles ausgezeichnet,fesselt er im Hörsale durch seine großartige Anschauungsweise derHeilkundeimAllgemeinen.Diese und besonders die Nosologie in ihren Principien der Naturgeschichte enger anzuschlie-ßen, ist sein Bestreben, und so ist er der Schöpfer eines die Krankheiten nach Art der Natur-geschichte in Elasten, Familien, Gruppen und Arten eintheilendcn nosologischen Systemsgeworden, bei dessen Aufstellung er mit Sicherheit die charakteristischen Symptome zur Dia-gnose verband und mit dem durchdringenden Blicke eines ausgezeichneten Beobachters undmit Aufwendung aller von der Wissenschaft gebotenen Mittel die einzelnen Krankheiten an-einander anreihte oder voneinander trennte. Seine Krankhcitslehre in Schriften niederzule-gcn, hat er bis jetzt noch nicht für gut befunden und außer seiner Inauguraldissertation undeinigen akademischen Programmen noch nichts drucken lassen; allein einige seiner Zuhörerhaben ihm, wie cs scheint wider seinen Willen, darin vorgegriffen und seine „Allgemeine undspecielle Pathologie und Therapie" (nach Vorlesungen bearbeitet, 3Bde.,Würzb. 1832;3. Aufl., 1839); seine „Krankenfamilie der Typhen" (Zür. 1830) und seine „Klinischen Vor-träge im Charitekrankenhause zu Berlin" (2 Hefte, Berl. 1832; 3.Aust., >833—33) erschei-nen lassen, wodurch seine Ideen auch in weitern Kreisen verbreitet worden sind, obschoner diese Schriften wegen vieler Entstellungen nur theilwcise als die (einigen anerkennt.
Schönschreiliekimst, s. Kalligraphie.
Schooner heißt die leichteste und zierlichste zweimastige Takelage, die von Engländern,Franzosen, Amerikanern und besonders Dänen mit vorzüglicher Eleganz ausgeführt wird.Sie paßt besonders für lange, schmale und tiefliegende Schiffe und befähigt dieselben, schnellund dicht am Winde zu segeln; doch sollte man die zum Handel bestimmten nicht größer als120 Lasten zu 3000 Ps. bauen, indem die Segel sonst zu groß werden und eine stärkere Be-mannung, als die ähnliche, doch schwerfälligere Galeasse erfodern. Die vorzüglichsten Seg-ler dieser Classe sind unter dem Namen der Fruchtjäger bekannt, weil man sie, wennsie gekupfert sind, zur Überbringung der Südfrüchte von Smyrna, Messina und den Azorennach der Ostsee gern benutzt. Zum Kriege ausgerüstet, führen sie zehn und mehre Ge-schütze, oder auch wol einen in der Mitte liegenden, nach allen Seiten drehbaren Acht-undvierzigpfünder.
Schopenhauer (Johanna), geb. im Juli 1766 zu Danzig, wo ihr Vater, Heinr.Trosina, Senator war, zeigte schon früh entschiedene Neigung zum Zeichnen und Malen,sowie ein großes Talent für Sprachen. Nachdem sie im älterlichcn Hause eine sorgfältigeErziehung empfangen und eine glückliche Jugend durchlebt hatte, vcxheirathete sie sich mit