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Rust
ihm hat der Kaiser nach Puschkin s Tode die Geschichte Peter's des Großen übertragen.WasiliBcrg (gest. 1834 als Oberst im Secstabe) verfaßte mehre Monographien über russ.Zare; der Generallieutenant Michailowski-Danilewski mehre tüchtige, doch für Rußland par-teiisch abgefaßte Werke über den franz.-russ. Krieg, „Geschichte des Kriegs im I. 1812'(deutsch von Goldhammer, 4 Bde., Riga >840). Bon den in ziemlich großer Zahl ausge-tretenen Geschichtforschcrn sind noch zu nennen der Professor Snjegirew, Sreznewfki, Slow-zow, Samailow, die Akademiker Solowjcw und Strojew, Newerow und Arszenjew.
Am wenigsten ausgebildet ist in Rußland die wissenschaftliche Sprache. Die philo-sophischen Studien haben sich hier hauptsächlich an die neuen deutschen Philosophen angc-schlvsscn und diesen Studien widmeten sich Golubinski, Wellanski, Sidonski, Kedrow u. A.Von einem Fortschritte der Theologie kann da wol nicht die Rede sein, wo sännntlichen Re-ligionslchrern von vornherein jede eigenmächtige Reflexion über die Glaubenslehre und jedefreie Auslegung verboten ist. Den Rechtswissenschaften haben sich mit Eifer zugewcndetNcwolin, der eine Encyklopädic der Rechtskunde, und Professor Moroschkin, der eine russ.Rcchtsgeschichte geschrieben hat; ferner Nikita Krylow, Professor an der moskauer Univer-sität, der eS sich zur Aufgabe gestellt hat, das Bcrhälmiß Rußlands zum röm. Rechte darzu-stcllen. Als Naturforscher sind Pawlow, Maximowitsch und Spaski, als MathematikerPcrewoschtschikow zu nennen. Im I. >844 erschienen in Rußland 837 Originalwerke,53 Übersetzungen und über l 50 Zeitschriften. Vgl. Borg, „Poetische Erzeugnisse der Russen"(deutsch, 2 Bde., Riga > 823); Gretsch, „Beispielsammlung aus Dichtern und Prosaisten"(4 Bde., Petersb. 1821); Bowring, „Sgsciinens ok tl»e Russisn pvets" (2. Aufl., Lond.1821); Duprc de Saint-Mauris, „^ntiinlogie russe" (Par. 1823); König, „LiterarischeBilder aus Rußland" (Stuttg^837); Otto, „Lehrbuch der russ. Literatur" (Lpz. 1837)und Jordan, „Geschichte der russ Literatur" (Lpz. 1846).
Rust (Joh. Nepomuk), einer der ausgezeichnetsten Ärzte, wurde am 5.Apr. 1775 zuJauernig in östr. Schlesien aus dem Schlosse Johannesberg geboren, wo sein Vater fürst-bischöflicher Regicrungsrath und Kammerdirector war. Er besuchte die Schule zu Troppauund das Gymnasium zu Weißwasser und trat dann in das östr. Jngenieurcorps, das er aber.1702 wieder verließ, um nach Wien zu gehen, wo er anfangs Philosophie, nachher Juris-prudenz und endlich Mcdicin studirte. Von 1707 an hielt er sich in Prag auf, wo er 1800als Doctor der Chirurgie promovirte. Sodann ging er als Lehrer an das Lyccum zu Olmüß,wo er 1802 den Unterricht in der Anatomie definitiv übernahm. Im I. 1803 als Professorder höhern Chirurgie nach Krakau berufen, errichtete er hier ein chirurgisches Klinikum undchirurgisches Museum; auch erwarb er sich hier 1807 die mcdicinische Doktorwürde auf demgesetzlichen Wege. Als Ostreich 1800 Krakau verlor, schlug R.allcÄncrbietungen der neuenNegierung aus, begab sich nach Lemberg und >810 nach Wien, wo er den Posten eines Pri-mairwundarztes am allgemeinen Krankenhause übernahm. Unangenehme Verhältnisse be-stimmten ihn indeß doch, 1815 den östr. Staatsdienst gänzlich aufzugeben und dem Rufe alsGcneraldivisionschirurguS und Professor nach Preußen zu folgen. Nach dem beendigtenFeldzüge dieses Jahres, dem er im vierten Armeekorps beiwohnte, wurde er dem General-kommando des dritten Armeecorps in Berlin zugethcilt und zugleich als außerordentlicherProfessor der Chirurgie und Augenheilkunde an der medicinisch-chirurgischen Militär-akademie und als erster Wundarzt und klinischer Lehrer an der Charite angestellt, sodann1818 außerordentlicher Professor an der Universität, 1810 Geh. Obermedicinalrath, Mit-glied der Medicinalabtheilung im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medicinalan-gclegenheiten, 1822 Generalstabsarzt der Armee, >824 ordentlicher Professor der medi-cinischen Facultät, 1820 mit Beibehaltung aller Ämter Präsident der zur Verbesseruug desHospital- und Krankenwesens von ihm selbst ins Leben gerufenen neuen Behörde des„Cura-torium für die Krankenhausangclegenheitcn" und 1837 Wirklicher Geh. Obermedicinalrath,in welchen Stellen er sich um die Universität und um das ganze neuere Medicinalwesen unver-geßliche Verdienste erwarb. Schon früher Leibarzt des Kronprinzen, den er 1828 nach Ita-lien und >834 nach Petersburg begleitete, wurde er 1840 bei der Thronbesteigung desselbenköniglicher Leibarzt. Doch kurze Zeit nachher starb er am O.Oct. 1840 aus seinem LandgutcKleutsch in Schlesien, wohin er sich überhandnehmender Augenschwäche wegen schon 1838