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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
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387
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Russische Sprache und Literatur 387

f eineRufs. Geschichte" (15 Bde.) lieferte, in der man aber eine tiefere Forschung vermißt,undBoltin (>73592) durch seine gründlichen und wichtigen Kritiken der ältesten GeschichteRußlands. Außerordentliche Verdienste durch Herausgabe vieler handschriftlichen Geschichts-werke erwarb sich Gerh. Friedr. Müller aus Westfalen (170583), der auch die erste russ.literarische Zeitung zu Petersburg >755 begründete, welchem Beispiele bald Mehre folg-ten. Zur Belebung des Buchhandels und Sinnes für Literatur trug vorzüglich No-wikow (1741 1818) bei, der ohne viele Kenntnisse durch seinen Eifer für Wissen-

> schaft wirkte; er gründete eine typographische Gesellschaft und gab selbst eine satirische Zeit-! schrist unter dem TitelDer Maler" heraus, welche viel gelesen wurde und auch dadurch

merkwürdig ist, weil in ihr Karamsin seine schriftstellerische Laufbahn eröffnete. NikititschMurawiew (17571807) schrieb mehre Abhandlungen über russ. Geschichte und Moral.Er ringt mit der Sprache, ist aber voll Ideen. Aus Allem leuchtet ein durch alte und neueLiteratur gebildeter Geist und reiner Sinn hervor, doch hat er aufseine Zeitgenossen wenigeingewirkt, da seine Werke meist erst nach seinem Tode gedruckt wurden. Noch ist hier dasvergleichende Wörterbuch der russ. Sprache (Petcrsb. >787 80 ), zu dem Katharina II.selbst den Entwurf gemacht hat, zu erwähnen, welches für das Studium der russ. Spracheund für die Schriftsteller großen Nutzen gehabt hat.

Eine neue Epoche der russ. Literatur wurde durch Alexander I. herbeigcführk, der, in derAufklärung seines Volks die höchste Wohlfahrt desselben erkennend, mit Enthusiasmus dieBahn seiner Großmutter Katharina verfolgte. Die Zahl der Universitäten stieg auf sieben; zurgründlichem Ausbildung der Geistlichen wurden vier theologische Akademien nebst3«>Semi-narien gegründet; es entstanden Gouvernements- und Kreisschulen; für die morgenländ.Sprachen wurde ein besonderer Lehrstuhl in Petersburg gegründet und mit kaiserlicher Freige-bigkeit däs Talent unterstützt. Die'gelehrten Vereine mehrten sich, die Akademie der Wissen-schaften und die für Sprache und Geschichte erhielten eine zweckmäßigere Gestaltung. Mit Eiferj förderten des Kaisers Absichten die Minister Numjanzow (s. d.) und Tolstoi. Die Anzahlder Werke wuchs dermaßen, daß Sopikow in demüissai <lo lnblioArapIiie rnsse" («> Bde.,Pctersb. 181323) 13249 in slaw. und russ. Sprache seit Einführung der Druckerei inRußland, 15531823, in Rußland erschienene Bücher alphabetisch verzeichnen konnte.Zn den letzten Jahren der Neuerung Alexanders trat allerdings ein Rückschritt ein, da deri Kaiser den Volksgcist in seinem wissenschaftlichen Streben streng beaufsichtigen ließ, weshalb! auch 1824 in Allem nur 204 russ. Werke gedruckt wurden. Der Träger der russ. Literaturdieser Zeit war Karamsin (s. d.), dem es gelang, die russ. Literatur von den Fesseln desPseudoclassicismus zu lösen, in die sie Lomonosow geschlagen und aus denen sie Derzawinzuerst zu befreien versucht hatte. Er verbannte die Schwulst, die Odomanie, den äußernGlanz aus der Poesie und kleidete diese, indem er sie ihrer wahren Quelle, den einfachenmenschlichen Empfindungen, zurückführte, in die leichte Sprache des täglichen Lebens.Hierdurch wies er der Literatur ihre Stellung innerhalb des Volkslebens an. SeineGe-schichte des russ. Reichs" wurde von dem ganzen des Lesens kundigen Rußland gelesen. Sein, Unternehmen wurde durch Dmitrijew (s. d.) und Batjuschkow (s. d.) mächtig gcför-

i dert, die ebenfalls ihre Begeisterung im Herzen und Leben suchten. Doch bemächtigte sich

f gleichzeitig der Literatur ein gewisser süßlicher, sentimentaler, weichlicher Ton, und die russ.Sprache war vielleicht in Gefahr, von dem ursprünglichen slaw. Typus abzuirren, bisSchischkow (s. d.) gegen das Verunstalten der Sprache kräftig austcat und die Literaturin Z ukowski's (s. d.) gedankenreicher Poesie wieder erstarkte, in welchem die mit Karam-sin begonnene Periode zum Abschluß gelangte. Nach den Genannten sind als derselben Pe-riode angehörig zu erwähnen, als Prosaiker: der Geschichtforscher Ewgenij Bolchowitinow(1761 >837), Metropolit von Kiew, Verfasser des von Strahl deutsch bearbeitetenGe-lehrten Rußlands" (Lpz. 1828), und der theologische Schriftsteller Philarct Drosdow, Erz-bischof von Moskau; als Dichter: Koslow (s. d.), der Fürst Alexander Schakowski (gest.>846), einer der besten komischen Dichter Rußlands, an Fruchtbarkeit Kotzebue vergleichbar,und Verfasser vieler Lustspiele und Opern; Gribojedow (s. d.); Glinka (s. d.); FürstWjasemfti (geb. 1792), von dem viele Lieder und Elegien herrühren, der sich aber auch als

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