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12 (1847) Regalien bis Schottische Philosophie
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Russische Sprache und Literatur

nieist höhere Staatsbeamte dazu genommen, welche ohnehin mit Geschäften überhäuftwaren, und oft mit den Mitgliedern gewechselt, die erst wieder lange Zeit brauchten, stehmit dcrLage der Sache bekannt zu machen. Vorzüglich aber hatten die Ansichten über den Zweckder Arbeit geschwankt, indem man bald auf eine blose Zusammenstellung und Ordnungdes Vorhandenen, bald auf eine wirkliche Reform der Gesetzgebung ausgegangcn war. DerKaiser Nikolaus griff bald nach seinem Regierungsantritte dieses wichtige Werk mitKrastundBeharrlichkeit an. Er entschied, daß die Sammlung und Ordnung des vorhandenen Stoffesdie Grundlage bilden solle, und nahm das Ganze unter seine unmittelbare Leitung, indem^ er die ehemalige Commissioü zur zweiten Section der kaiserlichen Kanzlei, unter Vorsitz des

> verdienstvollen Spcransky (s. d.), umgestaltete, eigene Beamte dafür bestellte und sichdie Resultate der Arbeiten verlegen ließ. In den I. >82730 erschien nun die erste offi-cielle Sammlung aller Gesetze vom I. 1640 bis zum Todestage Alexanders I. in -18Ouartbänden, an die sich zunächst die 1832 33 erschienene Sammlung der bis >832cmanirtcn Gesetze und Verordnungen in acht Quartbä'nden anschloß, die von Zeit zu Zeitfortgesetzt wird. Aus diesen Gesetzsammlungen entstand vom Febr. 182« bis Jan. 1833 der8u.x> oder dasOrzins siiris rnssici" in 15 Bänden, das durch einen kaiserlichen Ukas vom31. Jan. 1833 als alleiniges Nechtsbuch im russ. Staate gilt, soweit nicht besondere Pro-vinzialgesetze entgegenstehen, und mit dem I. Jan. 1834 in Gültigkeit getreten ist. Vgl.?re-cis lies nolions histnrigiies s»r I r snrination il» eorsis lies lois rnsses" (Pctersb. 1833).

Russische Sprache und Literatur. Die russ. Sprache, ein Hauptzweig der Sla-wischen Sprachest, d.), hat sich erst seit PeterI. zu einer Schriftsprache erhoben; bisdahin war die altslaw. Kirchen spräche (s.d.) in Rußland herrschende Schriftsprache, daherauch dieses Kirchenstawisch auf die russ. Volkssprache einen bedeutendem Einfluß ausgeübt

> hat, als auf die andern slaw. Dialekte, und jene insbesondere aus der altflaw. Bibclüber-' setzung einen reichen Schatz erhabener Ausdrücke vornehmlich in die Poesie hinübergcnom-

men hat. In Folge der Herrschaft der Mongolen und des Übergewichts der Polen in denwestlichen Theilen des Reichs ist die russ. Sprache mit Mongolischem und Polnischem ver-mischt, und seit Petcr's l. Bemühungen für Ausbildung seines Volks hat sie viele deutsche,stanz, und Holland. Wörter, besonders in Kunst und Industrie, ausgenommen. Haupt-züge der russ. Sprache sind Einfachheit und Natürlichkeit. Die Verbindung der Sätze ist

> leicht; die Anlage zu verschiedenartiger periodischer Verbindung mangelhaft; die Anzahl deri Conjunctionen gering. Durch die freie Wortstellung werden die Deutlichkeit und der Nach-.

druck gehoben. Hülfsvcrba und Artikel gibt es nicht; diePcrsonalpronomina bei den Verbenkönnen gesetzt oder wcggelassen werden. Der Neichthum der Sprache ist sehr groß, und diefremden Wörter sind wahres Eigenthum geworden. Die Wortbildung ist so mannichfach,daß nach Schischkvw aus einer Wurzel oft 2000 Wörter sich ableiten lassen. Das reinsteund regelmäßigste Russisch wird in der Mitte des Landes, um Moskau, gesprochen. Dialektesind das Susdalschc, im Gouvernement Wladimir, und das Olonczkische, das mit finnischenWörtern vermischt ist. Die älteste russ. Grammatik ist die von Ludolf (Oxf. > «!>«); unterden übrigen nennen wir die der Akademie zu Petersburg (Petersb. 1802), die von Gretsch! (Petersb. 1823 ; neue Aufl., 183-1; frarn. von Reiff, Petersb. 1828) und von Wostokow- (4. Aufl., Petersb. >8-12); für Deutsche die von Heym (Riga >804), Vater (Lpz.I >814), Tappe (Petersb. 182«) und Oldekop (Perereb. 18-13). Die besten Wörterbüchersind das der russ. Akademie (6 Bdc., Peksrsb. 178008; neue Aufl., >80«22, - 1 .) unddie russ.-deutschen und deutsch-russischen von Henm (3. Aufl., Lpz. 18035), Schmidt(Lpz. 1814) und Oldekop (1 Bde., Petersb. >824).r Die Anfänge einer Ausbildung der Russen fallen mit der Gründung des Reichs durch

r die eingcwanderten Waräger (s. Normannen) und mit der Einführung des Christen-thums durch Wladimir den Großen (s.d.)zusammen. Durch diesen wurde derVerkehrmit Konstantinopcl völlig geöffnet; Gelehrte aus Griechenland zogen ei»; die ebenfalls aust. ^ Griechenland übertragene, bald aber cigcnthümlich ausgebildcte Architektur, Sculptur undt, > Malerei kamen beim Baue der neuen christlichen Kirchen in Kiew in Anwendung, und es wurde>- l die erste Schule gegründet. Der Einfluß derWarägcr auf dieSprache selbst war gering undte ist nur noch in einigen Wörtern bemerkbar. Vielmehr verschmolzen die Ankömmlinge mit