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Hecker (Aug. Friede.)
Hecker (Zoh. Jul.)
Hecker (Aug. Friedr.), ein bekannter mcdicinischer Schriftsteller, geb. zu Kitten beiHalle am I. Juli 1763, studirtc in Halle Medici» und erhielt daselbst 1787 die mcdicinischeDoctorwürde. Hierauf prakticirte er in Frankcnhausen, bis er 1790 als ordentlicher Pro-fessor der Medicin nach Erfurt kam. Im I. 1805 folgte er dem Rufe als Professor ammedicinisch-chirurgischen Collegium in Berlin, wo er am > l. Oct. 1811 starb. Er warals Arzt und Lehrer, wie als medicinischer Schriftsteller geachtet. Bon seinen zahlreichenSchriften sind zu erwähnen die „Herapia generalis" (2 Bde., 2. Aust., Erf. 1805—16), „Ulerupia generalis cliirurgica" (Erf. >701), „Grundriß der'k'k^sinlngia patllo-logica" (2 Bde, Halle 1791 —99), „Allgemeine Geschichte der Natur- und Arzneikunde"(Bd. I, Lpz. 1795), die „Anweisung, die venerischen Krankheiten genau zu erkennen undzu behandeln" (Erf. 1791; Z. Aust., 1815), „Die Kunst, die Krankheiten der Menschenzu heilen" (4 Bde., Erf. und Gotha > 804—8; 5. Aust, von Bernhard!, 5 Bde., Gotha1818; 6. Aust., >819—20) und die aus der fünften Auflage besonders abgcdruckte„Praktische Arzneimittellehre" (2 Bde, 4. Aust., Gotha 1858), endlich „Die Heilkunstauf ihren Wegen zur Gewißheit" (4. Aust., Erf. und Gotha >819). Außerdem gab er»ehre Zeitschriften heraus, die aber sämmtlich keinen langen Bestand hatten.
Hecker (Justus Friedr. Karl), ordentlicher Professor der Medicin in Berlin, derSohn des Vorigen, geb. am 5. Jan. 1795 zu Erfurt, studirte die Heilkunde in Berlin,wo er 1817 promovirte und sich habilitirte und 1822 außerordentlicher Professor derMedicin und >834 ordentlicher Professor der Geschichte der Medicin und derEncyklo-pädie und Methodologie der medicinischen Wissenschaften, sowie auch Mitglied der Ober-eraminationscommisston wurde. Sein Hauptfach ist die Geschichte, der Medicin und rühm-lichst bekannt sind seine in dieses Fach einschlagenden Werke, namentlich die „Geschichte derHeilkunde" (Bd. 1 und 2, Berl. 1822—29), „Die Lehre vom Kreisläufe vor Harvey"(Berl. 1831), „Die Tanzwuth, eine Volkskrankheit im Mittelalter" (Berl. 1832), „Derschwarze Tod im 14. Jahrh." (Berl. 1832), „Der engl. Schweiß" (Berl. >834), „Depeste ^ntoniniana" (Berl. 1835), „Geschichte der neuern Heilkunde" (Berl. >839).Auch gab er „Literarische Annalen der gesummten Heilkunde", fortgeseht als „Wissen-schastliche Annalen u. s. w." und als „Neue wissenschaftliche Annalen u. s. w." (Berl.1825—36), heraus und nimmt noch gegenwärtig an der Herausgabe mchrer Zeitschriftenund größerer encyklopädischen Werke thätigen Antheil.
Hecker (Joh. Jul.), ein um die Organisation des Schulwesens verdienter Pädagog,geb. am 2. Nov. 1707 zu Werden an der Ruhr in der Grafschaft Mark, wo sein VaterRector an der Schule und Stadtsecretair war, kam 1722 auf das Gymnasium zu Essenund 1726 auf die Universität zu Halle, wo er sich hauptsächlich an A. H. Francke anschloß,und 1728 bei dem Pädagogium als Lehrer eintrat. Im I. 1735 wurde er Prediger undJnspector des großen Waisenhauses zu Potsdam und 1739 Prediger an der neucrbautenDreifaltigkeitskirche zu Berlin. Der König hatte ihm bei der Berufung zu diesem Amtedie Sorge für den Jugendunterricbt in seiner Gemeinde ans Her; gelegt, und H. nahmsich desselben bald nach dem Antritte seines Amts mit dem größten Eifer an, sodaß dasbisher verwahrloste Schulwesen nach wenigen Jahren in blühenden Zustand kam. Schon1744 waren sieben Schulen, darunter sechs neueingerichtete, mit mehr als 400 Kindernvorhanden, über die ein besonderer Jnspector gesetzt wurde. Nachdem 1746 ein eigenesSchulhaus angekauft worden war, erhielten die Anstalten den Namen einer Realschule,aber erst 1748 bekam dieselbe eine fest bestimmte Einrichtung, ihre wahre Gestalt und hier-auf auch außer Berlin Ruf. H. wurde 17 50 zum Oberconsistorialrath ernannt und ver-band 1755 mit der Realschule ein Schulmeisterseminarium. Nachher ernannte ihn derKönig zum Director des in Verfall gerathenen Waisenhauses zu Frankfurt an der Oder, demer bald aufhalf. Später kehrte er als erster Prediger an der Dreifaltigkeitskirche nach Berlinzurück, wo er am 24. Juni 1768 starb. Von seinen Schriften sind zu nennen die „Samm-lung der Nachrichten von den Schulanstalten bei derDreifaltigkeitskirche" (Berl. 1749—50) und das Programm „De meritis Oaroli iHsAni circa arcliitecturam et scüolss"(Berl. 1749). Außerdem ließ er einige Schulbücher über Anatomie, Pflanzenkunde,christliche Glaubenslehre und mehre einzelne Predigten drucken.