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Linie deS Hauses Habsburg durchzusehcn und „lile'moiro, «t n^gocmlioi» reeriteo"(2 Bde., Haag 1720) hintcrlicß. — Der eine der Söhne des Letztem, Franz Anton,wurde >700 Erzbischof von Salzburg, rcsignirte aber sehr bald und starb 1727; ein an-derer, I oh. Jos. Phil., wurde 1723 Eeneralfcldmarschall, später Hofkricgsrathspräsi-denk und starb 1761; der dritte Sohn, Al oys Ludw. Thom. Naymund, trat als Ge-sandter an des Vaters Stelle, richtete jedoch noch weniger als dieser aus und verließ Ma-drid im Jan. 1701. Erwürbe 1728 Vicckönig von Neapel und 1733 Confcrenzministerund starb >732. — DcsLctztcrn Sohn, Friedr. Aug. Gervasius Protasius, schloßals kaiserlicher Conferenzministcr >732 den Frieden zu Breslau ab und starb 1739.—Von dieses Letztem Enkeln überkam der älteste, Joh. Nepomuk Ernst, das Majoratseiner Linie, der jüngere aber, Karl Borromäus, gcb. >761, studirte in Wien nebenden Rechten auch die Heilkunde und erregte früh durch seinen lebhaften Geist die Aufmerk-samkeit Joscph's II. und mchrcr der aufgeklärtesten Männer jener Zeit. Bald nach Jo-seph's Lode legte er seine Stelle als Negierungsrath in Prag nieder und ging auf Reisen,um sich ganz seinem Lieblingsfache, der Arzneiwisscnschaft, zu widmen, welchen Entschlußer mit einer seltenen Beharrlichkeit ausführte. Nachdem er die medicinische Doctorwürdeerlangt hatte, übte er 25 Jahre lang,in Wien unentgeltlich die Heilkunde aus, und war einFreund und Tröster aller Dürftigen. Überaus thätig bewies er sich besonders in den Unglücks-jahrcn 1805 und 1809, sodaß er selbst Napoleon's Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Bei die-ser praktischen Thätigkcit und ungeachtet er eifrigst in seiner Wissenschaft sortstudirte, bliebihm doch auch keine Erscheinung in der Literatur und Kunst fremd. Angezogen von demNeichrhum seiner Kenntnisse, seiner freisinnigen Denkart und seinem kaustischen Witze fan-den alle berühmte Reisende und Gelehrte in seinem Hause, in welchem sich täglich die aus-gezeichnetsten Männer der Kaiserstadt versammelten, eine gastliche Aufnahme. Er starbzu Wien am I.Oct. >829. - - Sein jüngster Bruder, Ferd. Jos., geb. am 17. März1763, verheirathetc sich 1795 mit einem Fräulein von Rayski und 1833 zum zweitenMal mit einer Eärtnerstochter aus Berlin, Marianne Sauermann, einer hochgebildetenFrau. Er hielt sich früher in Meißen auf und lebte später in Dresden, wo er am 5. Dcc.1831 starb. - Seine Tochter erster Ehe, Auguste, geb. am 30. Aug. 1800, lernte inTeplitz der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., kennen, erhob sie zur Fürstin vonLicgnitz und vermählte sich mit ihr in morganatischer Ehe zu Charlottenburg am 9. Nov.1823. Durch die treue Pflege, welche sie dem alternden Monarchen angedeihen ließ, wiedurch ihren stillen Wohlthätigkcitssinn, erwarb sie sich in ihrer schwierigen Stellung dieLiebe und Achtung des königlichen Hauses und des Volks, welche ihr auch in ihren Wit-wenstand nachgefolgt sind. — Die Obcrst-Erblandstallmeisterwürde in Ostreich ob undunter der Ens bekleidet gegenwärtig Franz Ernst, geb. 1799, von der jünger« Linie;Anton, geb. 1815, von der ältcrn Linie, ist Erblandstallmeister im Erzhcrzogthum Ostreich.
Harring (Harro Paul), ein bekannter Schriftsteller, geb. am 28. Aug. 1798 zuJbensdorf bei Husum, der Sohn eines fries. Gutsbesitzers, erhielt nach dürftigem Jugend-unterricht eine Anstellung beim Zollwcsen. Später widmete er sich in Kopenhagen der Ma-lerei und besuchte l 8 l 9 die Akademie der Künste in Dresden. Als erste poetische Versucheerschienen von ihm „Blüten der Jugendjahre" (Schlesw. 1821) und „Dichtungen"(Schlesw. 182 l). Den schriftstellerischen Beruf für so entschieden haltend, wie früher denkünstlerischen, gab er diesen auf. Ein richtungsloser Unabhängigkeitssinn führte ihn 1820nach Wien und immer mehr in ein abenteuerlich bewegtes Leben, das er in seiner Biogra-phie „Nhonghar Jarr, Fahrten eincs Friesen in Dänemark, Deutschland, Ungarn u. s. w."<3 Bde., Münch. 1828) schilderte. Ostreich verlassend ging er nach Kopenhagen, um sichwieder der Kunst zu widmen; doch sehr bald verließ er auch Dänemark, um sich mit andernPhilhellenen in Marseille nach Morea einzuschiffen. Getäuscht in seinen Erwartungenbegab er sich später nach Nom, wo er sich abermals der Kunst zuwendcte. Im I. 1828diente er zu Warschau einige Zeit im Garde-Lancierrcgiment; als er aber seine Hoffnungauf einen Feldzug vereitelt sah, kehrte er 1830 nach Deutschland zurück, wo er „Der Pole"(3 Bde., Baireuth >831) und seine viel gelesenen „Memoiren über Polen unter rnss. Ober-herrschaft" (2 Bde.. Nürnb. 1831) erscheinen ließ. In Strasburg gab er, nachdem ihm