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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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Hansa 655

nicht unterworfenen Niederlanden mit der Quarticrstadt Köln; zu der dritten Classe diesächs. und markbrandcnburg. Städte, deren QuarticrstadtBraunschwcig war; zu. der vier-ten endlich die prcuß. und licfländ. Städte, die Danzig zur Quartierstadt hatten. Die Er-richtung vier großer Comptoire oder Niederlagen im AuSlande kam zu London I25U, zuBrügge 1252, zu Nowogorod 1272 und zu Bergen 1278 zu Stande. Königliche undfürstliche Freibriefe gaben dein Ganzen seine cigemhümliche Festigkeit, die durch die zuKöln > 364 abgefaßte Bundcsactc des Vereins gesichert wurde. Überhaupt erlangte derBund im I-t. Zahrh. eine hohe politische Wichtigkeit, denn aus und in ihm entwickelte sichzuerst die in alle Verhältnisse eingreifende Handelspolitik, von der kein Fürst damals ^cineAhnung hatte. Der Zweck des Vereins war, sich selbst, Gewerbe und Handel gegen Räu-bereien zu Wasser und zu Lande zu schützen, den Handel der Verbündeten im Auslande zuschirmen und auszudchncn, wo möglich allen auswärtigen Handel ausschließlich an sich zubringen, die Rechtsordnung in den einzelnen Bundesstädten zu handhaben, dem Unrechtdurch Tagsatzungcn, Bundestage und Schicdsrichtcramt zu steuern, und endlich die von denFürsten erhaltenen Rechte und Freiheiten zu behaupten und wo möglich zu mehren und zuerweitern. Zu der inncrn Einrichtung des Bundes gehörte auch, daß nach einem Matricu-laranschlag gcwaffnele Mannschaft und Schiffe, oder statt dessen in gewissen Fällen baareSGeld, sodann der Pfundzoll und Geldbußen entrichtet werden mußten. Der Bund übte be-sondere Justizgewalt, belegte mit dem großem und kleinern Bann, was man vcrhanscnnannte, und auf den auswärtigen Comptoircn herrschte eine fast klösterliche Zucht, die selbstbis zur Ehelosigkeit der Factore, Kaufgildcnmcister und Gesellen stieg. Durch strenges Fest-halten ihrer genommenen Richtung erlangte dieHansa, ungeachtet sic vonKaiscr und Reichnie förmlich anerkannt wurde, ein großes Ansehen, und man kann wol sagen, daß Königeund Fürsten mehr von dem Bunde abhängig waren, als dieser von ihnen. So genossen di«Städte der Hansa in England freie Ausfuhr und in Dänemark, Schweden und Rußlandfreie Einfuhr, während kein Bürger dieser Staaten je ein solches Vorrecht erlangte. Dergroße Zwischenhandel der Hansa war eine Hauptquclle ihres wachsenden Ncichkhums, so-daß cS endlich keinen Handclspunkt in Europa mehr gab, der nicht in ihren Wirkungskreisgezogen worden wäre. So wurde sie durch die Gewalt ihrer Schätze und ihrer Waffe»Herrscherin über Kronen, Länder und Meere. Sic war siegreich gegen die Könige Erichund Hakon in Norwegen, sowie gegen Waldemar III. von Dänemark, setzte den KönigMagnuS von Schweden ab und verlieh seine Krone dem Herzog Albrccht von Mecklenburg.Sie rüstete 1428 eine Flotte von 248 Schiffen mit I200V Streitern gegen Kopenhagenaus, und ein Bürqermcistcr von Danzig, NamcnS Nicdcrhoff, konnte wagen, dem KönigeChristian von Dänemark den Krieg zu erklären. Selbst England schloß mit dem BundeVerträge zum bessern Gedeihen seines Scchandcls. Die Hansa hatte die Handhabung derPolicei auf der Ost - und Nordsee, wobei sie vorzüglich die Ausrottung der berüchtigten Vi-talianer auf jenen Meeren bezweckte, auch dem Strand- und Erundruhrcchte vorbautc;durch sie wurden schöne Wasserstraßen und Kanäle angelegt, und im Gebiete ihrer unmit-telbaren Wirksamkeit gleiches Maß und Gewicht cingcführt. Der stufenweise Verfall unddie Auslösung des Bundes mußten cintretcn, als die Land - und Scestraßen nicht mehrunsicher waren, und die Errichtung des Landfriedens (s. d.) hinlängliche Bürgschaftfür die öffentliche Sicherheit gewährte; als die Fürsten die Wichtigkeit der Handelsvor-thcilr ihrer eignen Staaten begreifen lernten und auf die Herstellung einer auf eigene Schiff,fahrt gegründeten Seemacht ihre Sorgfalt zu verwenden ansingcn; als die zum Bundegehörigen Landstädte einsahen, daß die herrschenden Seestädte eigentlich ein von ihnen ab-gesondertes Interesse erhalten hatten und daß sie von diesen mehr als Mittel benutzt wur-den; als die Seestädte aufhörtcn, die alleinigen Meister der Ostsee zu sein, und die deut-schen Fürsten auf den Gedanken kamen, die einzelnen Landstädte sich gänzlich zu unterwer-fen, um von ihrem Handel den möglichsten Vortheil für sich selbst zu ziehen, wozu sie vor-züglich von Kaiser Karl V., der den Handel der Niederlande zu heben trachtete und daherdem Bunde nicht wohlwvllte, immer mehr gereizt wurden; als die Entdeckung Amerikasund des Seeweg- nach Indien eine gänzliche Umwälzung im Handel verursachte. Derletzte Hansctag zu Lübeck, auf welchem die meisten Städte vom Bunde sich lossagten, wurde