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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
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653
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Hannover (Stadt) 653

Scheidt und Jung, „Origines giiellicae usque ack I^sonem l" (5 Bde.,Hannov. 1750—8V,Fol.); Eichhorn, „Urgeschichte des erlauchtenHausesderWelfen" (Hannov. >817); A. Ehr.von Leutsch, „Ein Blick auf die Geschichte des Königreichs H." (2. Ausl., mit einer Gaugeo-graphie des alten Herzogthums Sachsen, Lpz. 1827); Spittler, „Geschichte des FürstenthumSH. seit der Reformation bis zu Ende des 17. Jahrh." (2 Bde., Hannov. 1788); Venturini,„Handbuch der vaterländischen Geschichte für alle Stände der braunschweig.-lüneburg. Lan-deseinwohner" (4 Bde., Braunschw. l 885—9); Kobbe, „Abriß einer Geschichte desKänig-reichsH. und desHerzogthums Braunschweig" (Gott. 1823); Hüne, „Geschichte des König-reichs H. u. s. w." (2 Bde., Hannov. 1824—38); Bülow, „Beiträge zur Geschichte desbraunschweig.-lüneburg. Landes" (Braunschw. >829); Havemann, „Geschichte der LandeBraunschweig und Lüneburg" (2 Bde., Lüneb. 1837—38) und desselben „Handbuch derGeschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg" (Lüneb. 1838).

Hannov-er, die Hauptstadt der Landdroftci und des Königreichs gleiches Namensund die Residenz des Königs, liegt an der Leine, die von hier aus schiffbar ist, im ehemali-gen Fürstenthum Kalenberg, in einer.ebenen, wohlangebauten Gegend, und zerfällt in dieAltstadt, in die Neustadt und in die Ägidien-Neustadt, an welche letztere sich bald ein neuergroßartiger Stadttheil anschließen wird, wo auch der Bahnhof für die Eisenbahn >vonBraunschweig sich befindet. Nur die Agidien-Neustadt ist schön und regelmäßig gebaut.Die schönsten Straßen in der Neustadt sind die Kalenberger, die Adolfs-, die Leibnitz- unddie Archivstraße. Bereits 1826 wurde die Stadt mit Gas beleuchtet. Unter den öffentli-chen Gebäuden nimmt den ersten Rang das Schloß ein, welches 1636 erbaut, währendder franz. Herrschaft in eine Caserne verwandelt, in der neuern Zeit aber sehr verschönertund in einzelnen Theilen völlig umgebaut und mit einer schönen Colonnade geziert wurde.In der Schloßkirche befindet sich ein sehenswerther Reliquien- und Antiquitätenschatz, wel-chen Heinrich der Löwe auf seiner Reise nach Palästina im I. 1171 und später sammelte,und der früher in Braunschweig, erst 1671 hieher geschafft wurde. Außerdem zeichnen sichaus das königliche Palais, ehemals vom Herzog von Cambridge bewohnt, der Fürstenhof,gegenwärtig dieNesidenz des Kronprinzen, die Münze, dasZeughaus, die Marställe mit sel-tenen, z.B, weißgeborenen und isabellenfarbigen Pferden, das prachtvolleKriegsministerial-gebäude und das schöne Militairhospital. Aufdem Waterlooplatze, sonst Esplanade genannt,stehen Leibnitz's Denkmal, aus einem Tempel und einer Marmorbüste des berühmten Man-nes bestehend, mit der Inschrift „Oenia I^eibaitrü", und das Waterloo-Monument, eine l 56F. hohe, inwendig mit einer Treppe von > 98 Stufen versehene Säule, aufwelchcr die Sieges-göttin steht, errichtet 1832 zumGedächtniß der in derSchlachtbciWaterloo gefallenen Han-noveraner. H. ist der Sitz der höchsten Landesbehörden, einer Justizkanzlei, eines Consisto-riums und Versammlungsort der allgemeinen Ständeversammlung, sowie der Provin-ziallandschaft der Fürstenthümer Kalenberg, Göttingen und Grubenhagen, und hat neunKirchen, darunter die Johanniskirche mit Leibnitz's Grabmal, eine katholische, eine dcutsch-reformirte und eine franz.-reformirte. Die Zahl der Einwohner belief sich 1842 in derStadt auf 26286 und mit den Vorstädten auf 38781, darunter 1558 M. Militair. Unterden wissenschaftlichen Anstalten sind die königliche Bibliothek von mehr als 98888 Bän-den, die Rathsbibliothek, die 1797 gestiftete Naturhistorische Gesellschaft und der Histori-sche Verein für Niedersachsen, seit 1835, zu erwähnen. Auch wurde in H. 1835 eine Haupt-bibelgesellschaft für das Königreich begründet. Ferner bestehen daselbst ein Predigersemi-nar, ein Schullehrerfeminar, eine chirurgische Schule, eine Entbindungsanstalt und eineThierarzneischule; ein Lyceum, eine höhere Militairschule, eine Cadettenanstalt seit 1843,eine Hofschule, eine höhere Gewerbschule und von wohlthätigen Anstalten ein Blindenin-stituk, eine Taubstummenanstalt seit 1843, ein Arbeits-, Erziehungs- und Warthaus, so-wie mehre Hospitäler. Fabriken gibt es namentlich in Gold - und Silbertrcssen, Wachs-tuch und Spielkarten; bedeutender aber ist der Producten- und Spcditionshandel. Auchdie Brauereien sind nicht unbedeutend. Unweit der Stadt liegen die königlichen Lustschlös-ser Montbrillant und Herrenhausen (s. d.), mit welches letzter» Garten der Georgen-park, früher der Walmodensche Garten genannt, jetzt in Verbindung gesetzt ist. Vgl. Spil»cker, „Beschreibung der königlichen Residenz H." (Hannov. 1819). Der StadtH. geschieht