Haizinger
Hake»
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rer (Amalie), genannt Neumann-Haizinger, geborene Mörstadt,1890 in Karlsruhe, erhielt eine sehr sorgfältige Erziehung und trat schon früh in klei-nen Operpartien bei dem karlsruher Hoftheatcr auf. Zm I. >316 verheirathcte sie sich mitdem dasigen Schauspieler Neumann und entwickelte sehr bald auch ihr Talent für das reci-tircnde Schauspiel. Auf ihren Gast- und Kunstrcisen, welche sie bis nach Paris, Londonund Petersburg ausdehnte, wurde sie überall mit gleichem Enthusiasmus ausgenommen.Nach dem Tode ihres ersten Gatten vermählte sie sich mit Ant. Haizinger. Trotz der glän-zendsten Anerbietungen, die ihr von andern Bühnen gemacht wurden, blieb sie ihrem karls-ruher Engagement treu. Sie gehört zu den vollendetsten Darstellerinnen Deutschlandsim Hähern und seiner» Genre des Lustspiels, worin sie mit der höchsten Delikatesse und demfeinsten gesellschaftlichen Takt und Anstand zugleich frischen Humor und bei aller Keckheitgraziösen und pikanten Geist verbindet. Wenigen Darstellerinnen ist es so wie ihr gelun-gen, durch alle Mittel der Kunst Gebilde voll täuschendster Naturwahrheit Hinzuzau-bern. Obgleich ihr Talent für das Lustspiel überwiegend ist, so fehlt es ihr doch auch keines-wegs an Befähigung für das Trauerspiel. Endlich gehört sie zu denjenigen Schauspie-lerinnen, welche auch im öffentlichen Leben ihren Stand aufs würdigste und geistreichste zurepräsentiren wissen und denen selbst das höhere Alter den Nci; der Jugendlichkeit nichtganz zu rauben vermag, Vorzüge, welche sonst häufiger in Frankreich als in Deutschlandgesucht werden. Vgl. „Erinncrungsblättcr aus dem Leben und Künstlerwirken der FrauAmalie H." (Karlsr. und Baden >836). — Zwei ihrer Töchter erster Ehe, Luise, geb.>8>7, und Adolfine, geb. >819, welche Mitglied der königlichen Bühne zu Berlin warund ihrer Kunst zu früh durch den Tod entrissen wurde, bildeten sich nach dem Muster ihrerMutter und zeichneten sich, namentlich die Letztere, durch ihre natürliche Anlage aus. —Ihr zweiter Gemahl Ant. H., berühmt als Sänger, wurde zu Wilfersdorf in Ostreich>796 geboren und zog schon in früher Jugend, wo er in der Kirche sang, die Aufmerksam-keit durch seine schöne Stimme auf sich. Nachdem er sich dem Schulfache gewidmet undals Lehrer in Wien angestellt worden war, fuhr er fort, als Sänger bei Concerten mitzu-wirken, bis Graf von Palffy ihn für das Theater an der Wien gewann und ihn bewog,>82l die Bühne zu betreten und sich unter Salicri's Leitung für den dramatischen Gesangauszubilden. Überall, wo er auf seinen vielen Kunstreisen auftrat, machte er durch seinenherrlichen Gesang Epoche, selbst in den I. >828—3Ü in Paris, >83>—32 in Londonund >835 in Petersburg, sodaß er hauptsächlich dazu beitrug, der deutschen Gesangskunstneben der ital. auch im Auslande die ihr gebührende Anerkennung zu verschaffen. InBezug auf die Kunst der Darstellung hielt er jedoch nicht gleichen Schritt mit seiner Aus-bildung als Sänger. Wie seine Gattin gehört auch er in lebenslänglicher Anstellung derBühne zu Karlsruhe an.
Haken oder Hakenbüchsen gehören zu den ältesten Handfeuerwaffen und erhiel-ten ihren Namen von dem am Schaft angebrachten Haken, mit welchem sie beim Zielenund Äbfeuern gegen eine passend angebrachte Ünterlage gestemmt wurden, eine Einrich-tung, die in ähnlicher Weise bei den alten Standbüchsen vorkommt. Ihr Kaliber ist ver-schieden, meist aber beträchtlich (s. auch Doppelhaken); die Röhren waren glanze-bohrt, und erst in späterer Zeit kamen gezogene Haken auf. Das große Gewicht der Hakenzeigte sich indeß bald hinderlich, und man ging daher zu dem leichtern Jnfanteriegewehrüber, welches zwar auf ein kleineres Kaliber beschränkt ist, auch nicht die Tragweite derHaken besitzt, jedoch seiner leichtern Handhabung wegen für den Feldkrieg vorgezogen wer-den muß, während für den Festungskricg die größern und schwerer» Wallbüchsen (s. d.)im Gebrauch blieben. — H a k c n oder N u h r h a k e n nennt man auch ein Ackergeräth, dassich von dem eigentlichen Pflug (s. d.) dadurch unterscheidet, daß es kein Streichbrct hat,sondern statt dessen am Hintertheil der Sohle nur zwei Streichhölzer, welche die abge-schnittenen Erdstreifen nicht sowol wenden, als vielmehr auf die Seite drücken. Der Hakendient demnach mehr zum Rühren und Lockern des Bodens, als zum eigentlichen Pflügenmit Wendung desselben. Der mittels des Hakens gepflügte Acker bietet durch die aufge-worfenen Ervstreifchen eine große Oberfläche dar, auf welcher die Egge zurVertilgung desUnkrauts und zur vollkommenen Deckung der Saat mit bestem Erfolg angewendet wird.