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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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488
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488 Grusien Gryphius !

Mitte, die kleinern an den Rand bringe, weil dies die Gruppe angenehmer und leichter ,

mache, daß man die Figuren nicht nach der Reihe stelle, daß man nicht viele äußere Theile !

in geraden, horizontalen, senkrechten oder schiefen Linien anbringe, daß man die gconictri- !

schen Figuren, das allzu Ebenmäßige und Wiederholungen vermeide und nur die schönstenTheile zeige. Wie die gleichförmigen Figuren in einer Gruppe, so sind auch die gleichför-migen Gruppen in einem Gemälde zu meiden, denn eine Pyramidalgruppe an eine gleichePyramidalgruppe gesetzt, würde dem Ganzen ein steifes, gezwungenes Ansehen geben.Jedenfalls bleibt indcß dem Künstler noch immer eine viel größere Freiheit, als man nachdiesen Theorien glauben sollte, und wohl ihm, wenn er sie benutzt, denn nichts erkältet den i

Beschauer mehr, als wenn er inne wird, daß ein Gemälde nur um der schönen Gruppe !

willen gemalt ist, wie dies z. B. gerade bei mehr als einem Bilde von Mengs der Fall ist.

Ein feiner Sinn wird sich dabei von selbst in den Schranken des Schönen halten.

Grusien, s. Georgien.

Gruter (Janus), ein um die röm. Literatur vielfach verdienter Gelehrter, geb. am3. Dec. 1560 zu Antwerpen, wurde von seiner Mutter, einer sehr gelehrten Frau, in denalten Sprachen unterwiesen, studirte dann zu Cambridge und Leyden und erhielt hierauf dieProfessur der Geschichte zu Wittenberg, die er jedoch, weil er die Concordienformel nichtunterzeichnen wollte, wieder aufgeben mußte. Später lehrte er zu Rostock und zuletzt zuHeidelberg, wo er 1602 zugleich Bibliothekar wurde. Nach Eroberung der Stadt im Z.

1622 und dem Verluste seiner ansehnlichen Bibliothek flüchtete er auf ein nahe gele- igenes Landgut und starb daselbst am 20. Sept. 1627. G. wirkte namentlich für dasStudium der Kritik und Epigraphik, wobei ihm ein wahrhaft eiserner Fleiß, große Bele-senheit und ein nicht gewöhnlicher Scharfsinn zu statten kamen. Nicht ohne Werth istnoch jetzt seine Sammlung der besten kritischen und antiquarischen Abhandlungen des 16.Jahrh., die er unter dem TitelImmpss sive tax sitimn lilierulimn" (7 Bdc., Franks. l

1602 fg.; 4 Bdc., Flor. 173751, Fol.) herausgab; vor Allem aber verdient außer den ^

Bearbeitungen mehrer lat. Classiker, wie des Cicero, Livius, Seneca u. s. w., sein großesZnschriftenwerkliiscrss,tioi>es anti^use tvtius orbis rm»."(2Bde., Heidelb. 1603, Fol.),welches später von Gudius, Grävius und Burmann wieder herausgegeben wurde (4 Bde.,

Amst. 1-707), eine ehrenvolle Erwähnung. Sein Leben beschrieb Flayder (Lüb. 1628).

Gryphius (Andr.), eigentlich Greis, geb. am 2. Oct. 1616 zu Großglogau inSchlesien, besuchte seit 1631 das Gymnasium zu Görlitz, dann die Schule zu Glogau und,von beiden durch den Krieg vertrieben, die zu Fraustadt, ging 1631 nach Danstg^ von woer nach vollendeten Rechtsstudien >636 in die Heimat zurückkchrte. Der kaiserliche Pfalz-graf Georg von Schönborn, in dessen Hause er Lehrer wurde, krönte ihn 1637 zum Dich-ter und ertheilte ihm einen Adelsbrief, den aber weder G. noch seine Nachkommen benutzthaben. Der Tod seines Beschützers und freimüthige Äußerungen, die er in einem Gedichteausgesprochen, nöthigten ihn, 1638 seine Heimat zu verlassen, worauf er neun Jahre lang !Holland, Frankreich und Italien bereiste. Nach Ablehnung mehrer Anträge zu akademi-schen Lehrstellen kehrte er, um seinem Vaterlande zu nützen, in seine Heimat zurück, wo er >

1647 Landsyndikus des Fürstenthums Glogau wurde und, als tüchtiger Geschäftsmann. ^

mitten in einer Versammlung der Landstände vom Schlage getroffen, am-ZuL 1664starb. Als Mitglied der Fruchtbringend-.« h-.g llnlierbliche. Schon in (

frühester Jugend vonherbeir-ünglücksfällen, später von beutcsüchtigen Feind eNsUndräur--- ?vollen Neidern verfolgt, durch die Unruhen und Schrecken deL-^ri-^s-dnwMyer ge-scheucht, sodaß er selbst sagt, es sei ihm kein Tag ohne Angst, Schmerz und Noth beschertgewesen, nährte er in sich einen Geist der Schwermuth, des Tiefjuins und der Herbheit,der sich auch in seinen Dichtungen widerspiegelt Diese bittere und gereizte Stimmungwurde noch gesteigert durch den schmerzlichen Anthcil, den er, einer der wahrhaftesten Pa- -

trioten seiner Zeit, an den zerrütteten, verwilderten und gedrückten Verhältnissen des dcut- I

schen Vaterlandes nahm. Tiefe Melancholie, gepaart mit Innigkeit und Feuer, spricht sich s

namentlich in seinen lyrischen Dichtungen, in seinen Sonetten und Kirchhofsgedankcn aus,während er in Epigrammen die Schwächen und Thorheiten seiner Zeit mannhaft geißelte.Überall, auch in seinen geistlichen Oden, zeichnet er sich vor den meisten seiner Zeitgenossen