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! die Zeughäuser, hütete sich aber wohl, die Strcitkräfte nach Irland zu senden, indem ders Hof und die hohe Geistlichkeit offenbar an eine gewaltsame Ncaction dachten. Nachdem es
i im Dec. >641 zwischen dem Parlamente und dem Könige über die Ausschließung der Bi-
schöfe au§ dem Oberhause zu heftigem Streit gekommen, zog sich der Hof nach Jork zu-rück, versammelte den Adel um sich und rüstete sich zum Bürgerkriege, der auch im Som-mer 1612 begann und anfangs mit abwechselndem Glück geführt wurde; indem es denköniglichen Truppen an Mitteln, dem Heere des Parlaments an Übung fehlte. Im Juni1643 schloffen auch die Schotten, die bisher Zuschauer geblieben, mit dem engl. Parla-ment einen Vertrag, nach welchem zwar das Königthum, aber auch die Volrsfrerheiten unddie reformirte Kirche in allen drei Reichen aufrecht erhalten werden sollten. Die pres-byterianische Kirchenverfassung wurde hierauf auch in England eingeführt, und im Jan.>644 verband sich ein ansehnliches schot. Corps mit der Parlamentsarmee. Der Könighatte seine Macht ebenfalls zu stärken gesucht, indem er im Jan. >644 die ihm ergebenenPeers und Gemeinen zu einem Parlamente nach Uork zusammenrief. Ungeachtet ihm je-doch Adel und Geistlichkeit große Opfer brachten, war es doch nicht möglich, den, Kampfgegen das von der Volksmasse unterstützte Parlament mit Erfolg fortzuführen. Überdieswar der Geist der beiden Heere höchst verschieden; im Lager der Königlichen herrschten Aus-schweifungen, Räubereien und chevalereskcr Leichtsinn, während die Parlamentstruppendie strengste Maunszucht beobachteten und den Krieg als Eewissenssache und zur EhreGottes führten. Am 2. Juli l 644 erlitten die Königlichen unter dem Prinzen Ruprecht,Sohn des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz, die große Niederlage bei Marstonmovr.Nur die Zwietracht, die im Heer des Parlaments und in diesem selbst auszubrechen begann,verhinderte vor der Hand den gänzlichen Untergang des Königs. Im Parlament und inder Armee trat jetzt eine an Zahl noch schwache Partei hervor,- deren Anhänger unter demNamen der Independenten (s. d.) die politischen und kirchlichen Umwandlungen vielf weiter zu treiben gedachten, als die große Menge oder die sogenannten Presbyterianer. DieIndependenten verwarfen nicht nur jedes Glaubensbekenntniß und jeden Cultus sondernH auch das Königthum und den Unterschied der Stände. Oliver Cromwell (s. d.), Vane,Fiennes und Saint-John waren die Häupter der Partei. Nachdem diese Männer die Gra-fen Effex, Manchester, Warwick, Denbigh und andere entschieden presbyterianische Offizierevom Heer entfernt hatten, mußte Thom. Fairfax (s. d.) den Oberbefehl übernehmen, undder Generallieutenant Cromwell hatte nun freie Hand, den Soldaten jenen religiösen undpolitischen Fanatismus einzuimpfen, der ihn selbst beseelte. Mit dieser furchtbaren Armeewurden die Königlichen am >4. Juni >645 bei Naseby vollständig geschlagen, sodaß sichnoch im Laufe des Jahrs ihre einzelnen Corps auflösten und die festen Plätze in die Händeder Sieger fielen. Karl 1. floh im Mai >646 zu den Schotten und wurde im Jan. >647.an das engl. Parlament gegen die Auszahlung rückständiger Subsidien ausgeliefert.
Mit des Königs Gefangennahme war eigentlich der Bürgerkrieg beendet. Das Par-la»ient suchte jetzt das Heer zu beseitigen; allein dieses organifirte sich auf Cromwell's Be-trieb zum Widerstande und besetzte plötzlich am 6. Aug. >647 mit Verletzung aller GesetzeLvnidon. Der Fanatismus, der sich im Heere entwickelte, war furchtbar; eine neue reli-giöse Sekte, die Levellers oder Eleichmacher, wurde der Disciplin so gefährlich, daß sie Crom-^ well blutig unterdrückte. Das Heer harte sich des Königs zu bemächtigen gewußt und un-terhandelte mit ihm über die Restitution des Throns; allein der Umstand, daß Karll. dieGarantien für die Straflosigkeit der Offiziere verweigerte, vereitelte die Übereinkunft und> weckte d<m wüthendsten Haß des Heers. Der Untergang des Königs war nun beschlossen.
I Im Jan. ! 648 mußte das von Militairgewalt und den Independenten beherrschte Parla-ment jede fernere Unterhandlung mit dem Könige für Hochverrath erklären. VerschiedeneProvinzen u nd auch die Schotten griffen auf diesen drohenden Beschluß zu den Waffen.Während Crvmwell gegen die Letzten! zu Felde zog, benutzte das Parlament die Freiheith und trat mit de m Könige nochmals in Unterhandlungen, die sich aber durch die theologischen
! Bcdenklichkcitcr > Karl's 1. verzögerten. Cromwell gewann dadurch Zeit, durch den Ober-
general Fairsax am 2. Dec. London mit einem starkenCorps wieder besetzen zu lassen. Am6. Dec. überfieleu zwei Regimenter unter Oberst Pride die Versammlung; 47 Parla-