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schrieben und zeigt sich auch in ihnen als großen Naturbeobachter, obgleich er in Hinsichtauf die Ausübung der Kunst nur wenig aufstellt, was nicht derspätern Berichtigung bedurfthätte. Unter den später« Ärzten, denen wirNachnchten über die damalige Geburtshülfe ver-danken, sind Celsus, Galenus und Moschion, im 3. Jahrh., der sich besonders nach Sora-nus, dessen Schriften aber verloren gegangen sind, richtete und das erste uns bekannte Hcb-ammenbuch verfaßte; ferner Aetius von Amida, im 6. Jahrh., und Paul von Ägina, im7. Jahrh., zu erwähnen. Im Mittelalter sank die Geburtshülfe ebenso wie die übrigenWissenschaften in tiefe Finsterniß zurück. Die arab. Ärzte bildeten meist nur die irri-gen Ansichten der Griechen weiter aus, ließen aber das Gute in den Schriften ihrer Vor-gänger unberücksichtigt, während im Abendlande die Geburtshülfe der rohen Empirieder Mönche und Hebammen allein überlassen war. Erst mit dem >6. Jahrh. wurde derGeburtshülfe wieder mehr Aufmerksamkeit zugewendet; l 513 erschien das erste gedrucktegeburtshülfliche Lehrbuch von Eucharius Rößlin, dem die ähnlichen Werke von Jak. Ruffin Zürich (>553) und Walth. Reiff in Strasburg (156 l) folgten. Praktisch wurde dieWissenschaft fortgebildet durch Vesalius (s. d.), Falopia (s. d.) u.A.; doch blieben,da nur in sehr schwierigen Fälle» Männer an das Geburtsbett gerufen wurden, die Na-rurbeobachtung sehr mangelhaft und die Fortschritte hauptsächlich auf die operative Seiteder Geburtshülfe beschränkt. Auch wurde sie nur als ein Theil der Chirurgie angesehenund hatte mit dieser dasselbe Schicksal. Als daher die Chirurgie an Ausbildung gewann,wurde auch die Eeburtshülfe gefördert, namentlich in Frankreich, wo Franco, Pare (s.d.)und Guiüemeau, gest. >613, sich bedeutende Verdienste um dieselbe erwarben und dermännlichen Geburtshülfe nach und nach mehr Eingang verschafften. Die Vorurtheile ge-gen die Geburtshülfe wurden endlich wenigstens in den höhern Ständen dadurch fast gänz-lich besiegt, daß Ludwig XlV. den berühmten Wundarzt Clement auS Arles zur Entbin-dung der Lavaliere rufen ließ und ihn dann zum ersten Geburtshelfer des Hofs ernannte.Diese Auszeichnung ermunterte die franz. Ärzte zur Ausbildung der Geburtshülfe, undvorzüglich berühmt machten sich unter ihnen Mauriceau, gest. 1709, Portal, gest. 1703,Peu, gest. 1707, Divnis, gest. 1718, und Lamothe, gest. >730. Viel weiter zurück standdie Eeburtshülfe in Deutschland, wo sie noch immer fast nur von Hebammen ausgeübtwurde, für deren Unterricht man so dürftig sorgte, daß;. B. in Leipzig die Prüfung undWahl der Stadthebammen den Frauen der Bürgermeister überlassen war. Heinrich vonDeventer legte durch sein Buch „Das neue Hebammenlicht" (17 01) den ersten Grund zurwissenschaftlichen Fortbildung der Eeburtshülfe. In diese Zeit fällt auch die folgenreicheErfindung des für die Geburtshülfe wichtigsten Instruments, der Zange, welche wahr-scheinlich von dem engl. Chirurgen Chamberlen und einigen holländ. Geburtshelfern schongebraucht, aus Eigennutz aber verheimlicht, von Palfyn, Wundarzt und Lehrer der Äna-tomie zu Gent, im I. 1723 eigenthümlich neu construirt und allgemein eingeführt wurde.Von nun an nahm die Geburtshülse einen mächtigen Aufschwung. Levret, gest. 17 80,Puzos, gest. 1753, Astruc, gest. >766, Solayres de Renhac, gest. >772, und Baudeloque,gest. >810, verbreiteten in Frankreich durch Lehren und Schriften viel Licht über die neueWissenschaft, sowie in England, wo vorher nur wenig geleistet wurde, Smellie, gest.1763. Auch in Deutschland hob sich diese Wissenschaft schnell durch Rüderer, gest. 1763,welchem Stein, gest. 1803, folgte. Der Erfolg der Bestrebungen dieser Männer, dieallgemeinere Verbreitung geburtshülflicher Kenntnisse, wurde hauptsächlich gesichert durchdie Errichtung von Entbindungshäusern, mit denen Lehranstalten für Studirende undHebammen verbunden waren. Während in Paris nur eine Hebammenschule bestand, warin Strasburg im I. 1728 ein EntbindungShaus eingerichtet worden, welches unter Fried,gest. 1760, lange Zeit allen andern voranleuchtete. In England wurde ein solches zuerst1765 cröfftiet. Die erste Hebammenschulc in Deutschland errichtete 1751 Friedrich derGroße in Berlin ; an sie schloß sich in demselben Jahre die zu Göttingen an, worauf baldmehre andere entstanden. Unter diesen Umständen war dem strebsamen Geiste des > 9. Jahrh.ein hinlänglicher Grund geboten, auf welchen er bei seinen Forschungen fußen konnte. InDeutschland entstanden unter F. B. Osiand er (s. d.), der die operative Geburtshülfe aufeine hohe Stufe erhob, und Boer, gest. 1835, welcher der Naturhülfe ihre Anerkennung im