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6 (1845) Gebler bis Heilsordnung
Entstehung
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2 Geburt

die noch von den Eihäuten und den darin enthaltenen Flüssigkeiten (s. Fetus) um»geben ist, nach dem untern offenen Theilc desselben, dem Miittcrhalse und Mutter-munde (colluin und oriliciiiin seil Uteri), der dadurch erweitert und zum Durchgänge derFrucht vorbereitet wird. Die Eihäütc, durch die Flüssigkeit und den nachfolgenden Kindes-körper herabgedrängt, bilden eine angespannte elastische Blase, welche zur allmäligen Er-weiterung des Muttermundes viel beiträgt. Diese Blase, die nur in manchen Fällen künst-lich geöffnet werden muß, zerreißt endlich, die Flüssigkeit wird entleert und der vorliegendeKindestheil tritt nun in den Muttermund einl Durch die nachdrängenden Wehen wirder immer weiter vorgeschoben, nach und nach durch das Becken und die äußern Geburts- ^

theilc nach außen gefördert und» so nach Austritt des ganzen Fruchtkörpers und der söge- ;'

nannten Nachgeburt (sec»n6inae), die aus dem Mutterkuchen mit den daran HangendenEihäuten und dem durchschnittenen Nabelstrana e (s. d.) besteht und binnen einer hal- cben oder ganzen Stunde dem Kinde nachsolgt, die Geburt vollendet. Das Gebären selbst list demnach an und für sich ein physiologischer Proceß, d. h. eine Verrichtung des weibli-chen Körpers, die in seiner Natur und Bestimmung begründet liegt. Zu dem regelmäßi- !gen Verlaufe der Geburt gehört aber, daß das Becken (s. d.) und die äußern Geburts-theilc der Mutter regelmäßig gebaut seien, daß die Größe der Frucht der Weite des Beckensentspreche und daß die Lage der Frucht den Austritt durch dasselbe »erstatte. Sind dieseBedingungen erfüllt und tritt sonst kein störendes Moment ein, so verläuft die Geburtleicht, wenn auch nicht ohne Schmerzen, in einer Zeit von 6>2 Stunden. Sie kann je-doch eines viel längcrn Zeitraums und viel bedeutenderer Anstrengung zu ihrer Vollen- idüng bedürfen, ohne regelwidrig zu werden, z. B. wenn das vorgerückte Lebensalter derMutter eine größere Straffheit der Fasern derselben bedingt, sodaß die Erweiterung desMuttermundes nicht so schnell erfolgt, wobei freilich auch die Schmerzen gesteigert werden.

Selbst wenn eine oder mehre jener Bedingungen nicht erfüllt sind, wird der Widerstand,den die Geburt dadurch findet, noch oft durch geduldiges Abwarten der Naturhülfe über-wunden,';. B. bei unregelmäßig gebi-mmi n^-^u d-»- oder bei ungünstiger Lage

des Kindes. Ist dieses jedoch der Natur !mh« im >M! !>!>!! t ml l j n the Umstände

die Beschleunigung der Geburt, so muß die E eburtShülfe (s. d.) einschreiten Md-eurekünstliche Geburt vermitteln. Andere bei der Geburt vorkommende Unregelmäßigkeitenbeziehen sich aus die Länge der Zeit, welche die Frucht im Körper der Mutter eingeschlossen -'

gewesen ist. Von diesem Gesichtspunkte aus nennt man eine Geburt, durch welche eine »

Frucht von noch nicht >7 Wochen, die also noch nicht lebensfähig ist, zur Welt gebrachtwird, eine Fehlgeburt (abortus). Solche Fehlgeburten kommen am häufigsten im drit-ten Monate der Schwangerschaft vor und werden durch innere oder äußere heftige Er-schütterungen herbeigeführt. Sie fodern zu verdoppelter Vorsicht in der nächsten Schwan-gerschaft auf, indem durch sie der Fruchthalter die Neigung bekommt, in der nächstenSchwangerschaft um dieselbe Zeit, wo früher die Fehlgeburt erfolgte, sich wehenartig zu-sammenzuziehen und seines Inhalts zu entledigen. Erfolgt die Geburt, meist in Folge der-selben Ursachen, zwischen der 17. und 28. Woche, so nennt man sie eine unzcitige Ge-burt (,wrt»-> immaturus), bei welcher ebenfalls das Kind noch nicht lebensfähig ist. EineFrühgeburt (partus j>rLemat,ir,is) findet statt, wenn das Kind zwischen der 28. und26. Woche der Schwangerschaft zur Welt gebracht wird, welches zwar noch nicht reif,aber doch lebensfähig ist und oft durch sorgfältige Pflege noch erhalten wird. Großes ^ ,

Dunkel herrscht noch über die sogenannte Spätgeburt (partus seratiims seuretsr- > >

«latus), die nach einer länger als äO Wochen dauernden Schwangerschaft eintritt. Können l ^

auch vereinzelt stehende Fälle von dergleichen Spätgeburten nicht abgeleugnet werden, .

so erregen doch viele nicht ungegründetcn Zweifel gegen sich, besonders da die Angabc der ^ -

Mutter hier hauptsächlichster Beweis sein muß, diese über die Zeit der Empfängnsß sich ^

selbst leicht täuschen kann. Auch sind die Ursachen eines über äN Wochen verMgertenAufenthalts der Frucht im mütterlichen Körper beiweitcm noch nicht genügend physio- 'logisch oder pathologisch festgestellt, um eine Basis für weitere Schlüstt abgeben zukönnen. Eine noch hierher gehörige Art von Geburt ist die, welche nach dem Tode derMutter auf natürlichem Wege durch Ausstoßung des Kindes aus dem Fruchthalter erfolgt.