Druckschrift 
13 (1847) Schouw bis Suetonius
Entstehung
Seite
760
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76V Südsee Tue

Zünfte getheilt; jeder Zunft strhc ein Altmeister vor, welcher Gerichtsbarkeit zur Schlich-tung der Streitigkeiten übt und die Ausstattung der Mädchen besorgt. Wenn Sudras sichmit Frauen der höher« Stände vermählen, so gehören die Nachkommen auch nur zum unter-sten Stande. Der Sudra darf sich ebenso wol wie jedes Mitglied der höhern Stände demEinsiedlerstande hingeben, und kann dadurch große Heiligkeit erlangen. Häufig verwechseltman die Sudras mit den Parias (s. d.), welche letztere von jenen gänzlich verschieden sind.

Südsee, Australocean, Stilles Meer oder Großer Ocean nennt man diegroße Wasserfläche, welche l 33" in der Breite und 180" in der Länge, zwischen den West-küsten des ganzen Amerika und den Ostküsten Asiens und Neuhollands sich ausbreitet. Esist das größte aller Weltmeere, welches an Umfang das gesammte Land des Continentsübertrifft. Es grenzt im Westen an das Indische Meer, im Norden mittels der Beringsstraßean das nördliche Eismeer, tritt im Osten um das Cap Horn herum mit dem AtlantischenOcean, im Süden seiner ganzen Länge nach mit dem südlichen Eismeere zusammen, undumfaßt in dieser ungeheuer« Ausdehnung die sämmtlichen Inseln Australiens, die wenigenund im Ganzen kleinen Inseln der Westseite Lknerikas, sowie die bedeutenden ost- undsüdasiat. Inseln. Man thcilt es ein: l) in die Nordsee, bis zum Wendekreise desKrebses mit veränderlichen Winden, dock vorherrschendem West; Theile desselben sind dernord. Archipelagus, das Ochozkische oder Tungusische Meer, das Japanische Meer und derMeerbusen von Korea; 2) die Mittelsec oder das eigentliche Stille Meer, zwischen denbeiden Wendekreisen, mit Ostpassatwinde», welches die schönsten und größten Inselgruppen,namentlich auch eine zahllose Menge kleiner Koralleninseln und im Osten den KalifornischenMeerbusen und den Meerbusen von Panama enthält; 3) die eigentliche Südsee, vomWendekreise des Stcinbocks bis zum südlichen Eismeere, welche nur wenig Inseln enthält,mit veränderlichen Winden, unter welchen die Westwinde vorherrschen. Den größten Theilseiner Wassermasse erhält dieses Meer von Asiens Seite her, von wo außer andern Strömenbesonders der Amur, der Hoangho, der Zantsckiang und der Maykaung in dasselbe ein-münden; geringer ist der Zufluß von Amerika, welches, weil die Cordilleren in ganz Süd-amerika und zum Theil auch in Nordamerika ganz nahe an der Westküste Hinstreifen, derSüdfce, mit Ausnahme des Columbia, nur unbedeutende Flüsse zusendet. Merkwürdigsind die Strömungen, welche man an diesem Meere beobachtet hat; als besonders bedeutendin dieser Beziehung tritt hervor die, welche von der Beringsstraße an den asiat. Küstenherunter, sowie eine andere (kalte), welche vom südlichen Eismeer an den südwestlichen KüstenAmerikas sich hinabzieht. Den Namen Stilles Meer hat dieser Ocean, weil vom 30" südl.Br. bis 3° nördl. Br. bei sanften- immer gleiche n Wind en eine fast beständige Heiterkeit derWitterung herrscht, wie denn auch die in diesem Messe sseZ MeercS üüihKgestreüten kleinenInseln sich des angenehmsten Klimas auf der Erde erfreuen. Vgl. Burney,Geschichte derReisen in daS Stille Meer bis >763" (5 Bde., Lond. 1817) und Dillon,Vo^sge auxlies «io I» wer «iu 8u«i on 1827 et 1828" (2 Bde., Par. l830).

Südsee, s. Zuidersee.

Sue (Eugene), beliebter ftanz.Romandichtcr, stammt aus einer alten in der Provenceansässigen Familie, deren Name in den Wissenschaften einen guten Klang hat. Sein Ur-großvater Pierre S., sein Großvater JosephS. und sein Vater Jean Jos. S. zeich-neten sich wegen ihrer chirurgischen und anatomischen Leistungen aus, und der Letztere dienteauf dem Feldzüge nach Rußland als Oberarzt bei der kaiserlichen Garde. S. selbst wurdeam 10. Dec. >804 zu Paris? geboren und hatte die Kaiserin Josephine und den PrinzenEugene Beauharnais zu Taufzeugen. Durch Familienrücksichten bewogen, widmete er sichder Laufbahn seiner Vorfahren, indem er bei der Armee als Militairarzt eintrat. In dieserEigenschaft machte er den Feldzug nach Spanien im I. 1823 mit und wohnte der Belage-rung von Cadiz sowie der Einnahme von Trocadero und Tarifa bei. Im folgenden Jahrevertauschte er den Land - mit dem Seedienste, machte mehre Reisen nach Amerika und durch-kreuzte namentlich die Gewässer der Antillen zu wiederholten Malen. Dann besucht« erGriechenland und nahm 1828 an der Schlacht bei Navarino auf dem Schiffe BreslauTheil. Hierauf trat er vom Dienste zurück und widmete sich, da sein Vermögen ihm einefreie Stellung sichert«, unter der Leitung des berühmten Marinemalers Gudin der Malerei.