Druckschrift 
13 (1847) Schouw bis Suetonius
Entstehung
Seite
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Schreyvogel Schriften 7

herausgcg., Cambr. 1685, 4.; auch Padua 17 3», Fol.). Da dasselbe alle nur einigermaßenschwierige Formen der gricch. Grammatik anführt und erklärt, war es auf den Gelehrten-schulen als Eselsbrücke verpönt.

Schreyvogel (Jos.), als Schriftsteller unter dem Namen West (Thomas und KarlAugust) bekannt, Hofthcatersecretair und Dramaturg in Wien, war daselbst >768 geboren,studirte daselbst und hielt sich dann mehre Jahre in Jena auf, wo er an verschiedenen Zeit-schriften Thcil nahm, bis er 1802 an Kohebue's Stelle kaiserlicher Hoftheatcrsecrctair wurde.Diese Stelle legte er nieder, als er 180-1 ein Kunst- und Industrie-Comptoir errichtete. Nach-dem er dasselbe >314 abgegeben, trat er in die fast bis an seinen Tod bekleideten Ämter ein.Er konnte hier ziemlich selbständig walten, und so ist die Blüte und der Ruhm des Burg-theaters fast ganz als sein Werk zu betrachten; namentlich stellte er das Repertoir mit seltenerUmsicht und Unparteilichkeit her und bereicherte es durch die musterhafte Bearbeitung span.Dramen, unter denenDon Gutierre" undDas Leben ein Traum" nach Caldcron undDonna Diana" nachMoretoam bekanntesten wurden und auch imDruck erschienen. Seineeigenen Dichtungen sind wie seine prosaische Darstellung correct und elegant, aber ohnehöhere dichterische Eigenschaften. SeineGesammelte Schriften" erschienen in vier Bänden(Brannschw. >828 29). Eine Änderung in der Oberleitung der kaiserlichen Bühnenführte gegen seinen Wunsch im Mai 1832 seine Pensionirung herbei. Schon am 28. Juli1832 starb er, einer der Ersten in Wien, an der Cholera.

Schrift entsteht, wenn die Sprache für einen andern Sinn als das Ohr festgehaltenwird. Sie ist die für das Auge durch konventionell eingeführte Zeichen festgchaltene Ton-sprache. Hierbei bedient sie sich des Bildzeichens und Buchstabens. Da nun das Bildzeichenoder die Hieroglyphe (s.d.) mehr die Änschauung, der Buchstabe aber.den Begriff in Än-spruch nimmt, so seht die Buchstabenschrift schon eine höhere Ausbildung dcü Geistes voraus,wenngleich auch die Hieroglyphik mehre Stufen durchlaufen mußte,^um sich zu vollenden.Die Sage schreibt die Erfindung der Schrift einem Mott zu, doch die'Fölgczcit hat die Sagemisverstanden und diesen Gott z. B. zu einem Ka dm us (s. d.) individualisirt. Die Keil-schrift (s. d.), welche den Übergang von der Hieroglyphe zur Buchstabenschrift zu bildenscheint, sowie die Strick-und Knotenschrift, welche man in China ebenso wie in Peruund Guyana fand, gehören zu den ersten Versuchen der Schrift. Grundzüge bleiben hierwie in der Buchstabenschrift die senkrechte, die wagerechte und die Kreislinie. Als ältesteSchreibweisen kennt man nämlich I) die Kionädon- oder'ulenschrift, wo Buchstabeunter Buchstabe, Wort unter Wort gesetzt wird, wie bei den Chinesen; 2) die Furchen-,auch Pflügschrift(s. Bustrophedon), und 3) die Sphärä'don- oder Kreisschrift,welche beide letztere nur eine weitere Ausbildung der beiden erstem sind. Gedichte in Beil-,Ei-, Ziegel- oder anderer Form sind spätere Spielereien, namentlich der alexandrin. Schule.Der außer den Grenzen der Geschichte liegende Übergang der bildlichen Hieroglyphe ei-ner sinnbildlichen Schriftmalern zur eigentlichen Schrift, die vielleicht nur eine Vereinfa-chung oder Abkürzung jener war, muß in Ostasien bei den Völkern mit einsilbigen Sprachengesucht werden. Gleiches Bedürfnis und gleiche Verhältnisse können diese Erfindung auchbei mehren gleichzeitig gemacht haben; jedoch sind die allgemeinen Zeugnisse des Alter-thums, die nach Phönizier, Hinweisen, nicht ganz zu verwerfen. (S. Manuscripte undPaläographie.)

Schriften oderLettern, auch Typen oder Punzen, nennt man in den Druckereiendie verschiedenen Schriftsorten, die nach der Größe, sowie nach der Lage der Buchstaben unter-schieden werden. Die Sprache macht dabei keinen Unterschied. Die gewöhnlichen Namensind in aufsteigender Linie von der kleinsten an: Diamant, Perl, Nonpareil, Colonel, Petit,Borgois, Garmond (eigentlich Garamond, so benannt nach ihrem Erfinder, dem berühmtestenSchriftschneider Frankreichs im 10. Jahrh.) oder Corpus, kleine Cicero, grobe Cicero, kleineMittel, grobe Mittel, Tertia, Text, Doppelmittel, kleine Kanon, grobe Kanon, kleine Missal,grobe Missal, kleine Sabon, grobe Sabon, Real und Imperial. Sind es deutsche Schriften,so nennt man siePerl-Fractur; lateinische, Peri-Anciqua; griechische, Perl-Griechisch u.s.w.In Ansehung der Lage unterscheidet man die geradstchende Schrift von der Cursiv, welchevon Aldus Mauritius (s.d.) erfunden wurde. Die Schwabacher Schrift, so genannt nach