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tcn hatte, noch in demselben Jahre als Lehrer an dem Gymnasium angesiellt, uni das er sichseit >822 als Direktor viele Verdienste erwarb. Im 1.182« übernahm er die Professur derMoraltheologie an der Universität. Seine Vorlesungen fanden viel Theilnahme, doch hakteer von Anfänge an mit vielen Schwierigkeiten, die sich ihm cntgcgenstellten, zu kämpfen?Diese mehrten sich in Folge des Erscheinens seines „Lehrbuchs derMoralrheologie" (2 Bde.,Frcib. 1831 —34). S. hatte in diesem Werke, das von philosophischem Geiste, gründlicherWissenschaftlichkeit und seltener Gewandtheit der Darstellung zeugt, mit männlichem Frei-muthe seine Ansicht über die Unnatur und über das sittlich-religiöse Verdcrbniß des katho-lischen Cölibatgesctzes vorgetragen und nachgewiesen, wie dasselbe mit allen natürlichen undgöttlichen Rechten des Menschen, mit seinen heiligsten sittlich-religiösen Bedürfnissen imWiderspruche stehe, und deshalb als das Grundübcl des Vcrderbnisscs der katholischen Kircheanzusehen sei, dessen Aufhebung sowol im eigenen wohlvcrstande-nen Interesse dieser Kircheals in dem des Staats liege. Diese von einem katholisch-theologischen Professor offen aus-gesprochene Ansicht mußte nothwcndigcrweise die ultramontane Partei aufregen, die nunauf alle Weise ihn zu verdächtigen und namentlich seine Orthodoxie in Frage zu stellen suchte.S. dagegen fand in der Zustimmung aller verständigen Freunde der katholischen Kirche,wie Hirscher's, Wessenbergs u. A., und in den Schritten, welche in Bade» und den angren-zenden Ländern gegen das Cölibatgcseh geschahen, eine bedeutende Stühe und die Aufmun-terung, sich in seiner Wirksamkeit nicht irre machen zu lassen. Doch je größere Anerkennungdieselbe fand, desto feindseliger und heftiger wurden die Angriffe der Ultramontancn, dieendlich selbst den Erzbischof Voll von Freibnrg in ihr Interesse zu ziehen wußten, sodaß vonihm Schritte bei der Negierung gegen S. gethan wurden. Der Erzbischof verlangte vonihm zunächst das Versprechen, daß er sich in seinem Lchramte jeglichen Angriffs gegen dielebenslänglich bindenden Gelübde und besonders gegen das Cölibatgesetz, überhaupt gegenkirchliche Institutionen enthalten wolle. S. gab eine frcim üMae ossene Eutäruna, wcsslner dieses AnsilttMNMMsk^' undE'MW davon war, daß er im I. 1836 durch Beschlußder großherzoglichen Negierung seiner bisherigen Lehrstelle an der theologischen Facultät ent-hoben und ihm die Professur der historischen Hülfswissenschaften übertragen wurde. Im I.18-15 trat er zur deutsch-katholischen Kirche über und wurde sodann von der röm.-katholiscbencxcommunicirt. Von seinen theologischen Werken haben wir nur noch seine „Allgemeine Re-ligionslehre nach Vernunft und Offenbarung" (2 Bde., Freib. 1826) und seine neuesteSchrift „Deutsch-Katholisches" (Freib. 1846) zu erwähnen. Als Historiker hatsichS. durcheine Reihe Schriften verdient gemacht. Dahin gehören die „Geschichte und Beschreibung desMünsters zu Freiburg" (Freib. 1820; 2.Aust., >825); „Der Bundschuh zu Lesen im Brcis-gau und der arme Kcnrad zu Bühl, zwei Vorboten des deutschen Bauernkriegs" (Freib.1824); „Freiburg im Brcisgau mit seinen Umgebungen" (Freib. 1825; 3. Aust., > 840);„Die neu entdeckten Hünengräber im Breisgau" (Freib. > 826 ); „Denkmale der deutschenBaukunst des Mittelalters am Oberrhein" (Frcib. 1826; 2. Aust-, 1820); „Do korinminrninvetustizsimkl, qnnin Dnmkertu^ Glorien» scripsit, ,^lexs»6reiüe" (Freib. >828) ; „Urkun-denbuch der Stadt Freiburg" (2 Bde., Frcib. > 828—20); „Heinrich Loriti Glareanus, ge-krönter Dichter, Philolog und Mathematiker aus dem 16. Jahrh." (Freib. 1837); „Ta-schenbuch für Geschichte und Alterthum in Süddeutschland" (5 Jahrgänge, Freib. 1830—46); „Baden-Baden, die Stadt, ihre Heilquellen und Umgebungen" (Stuttg. 1840;2.Aust., >843) und „Die Marccllusschlacht bei Clastidium. Mosaikgemälde in der <iil4ostIio. Ein archäologischer Versuch" (Freib. >84 3).
Schrcibfcder», s. Federn.
Tchreibmalerer, d. h. Malerei mit der Feder, dankt ihren Ursprung den Schreibc-meistern oder Schonschreibern, insbesondere einer Elaste derselben, welche bald nach der Er-findung der Buchdruckerkunst in Nürnberg vorzugsweise thätig waren und Modisten hießen.Sic suchten nicht btoS schön zu schreiben, sondern auch ihre Schrift durch allerlei Farben,Verzierungen und Sonderbarkeiten zu heben. Zuerst erfanden sic die Kleinschrciberci; sieschrieben nämlich mit so kleinen Buchstaben, daß man solche kaum ohne Vergrößerungsglaslesen konnte. In dieser Beziehung war cs namentlich gewöhnlich, das Vaterunser, einzelnePsalmen, wie den 128., auf den kleinsten Raum zu schreiben und in Ringe fassen zu lassen.