Schreckensregierung Schreibekunst 3
oder, umgekehrt, es kann auch das Stirnrad durch die Schraubcnspindel bewegt werden.Die Schraube findet in der Mechanik und dem Maschinenwesen unzählige Anwendungen,theils mit der Mutter verbunden zum Festhalten zweier Körper aneinander, theils ohneMutter und vorn zugespitzt als Bohrer, theils, wenn entweder die Spindel oder die Mutterfeststeht und der andere Theil bewegt wird, zum Pressen oder zur Hebung großer Lasten.Beispiele dieser Anwendung, welche im täglichen Leben Vorkommen, find die Sch rauben -pressen und die Wagenwinden. Bei den engl. Wagenwinden ist die Schraube ohne Endemit in Verbindung gebracht.
Schreckensregierung, s. Terrorismus.
Schreibart, s. Stil.'
Schreibekunst ist die Kunst, durch Buchstaben oder andere Zeichen, auf Papier odereine andere Masse, seine Gedanken mitzutheilen. Dahin gehören die Schönschreibkunst oderKalligraphie (s. d.); die Nechtschreibekunst oder Orthographie (s. d.); die Geschwind-schreibekunst oder Tachygraphie (s. Stenographie); die Eeheimschrcibekunst, Stegano-graphieoder Kryptographie (s. Geheimschrift) und die Schreibmalerei (s.d.). Dieerste Grundlage der Schreibekunst waren Bilder, durch die man das Andenken merkwürdigerPersonen oder Begebenheiten aufbewahrte und aus denen später dieHieroglyphen (s.d.)entstanden sein sollen. Als eigentliche Erfinder der Buchstabenschrift, welche die Töne derRede, nicht die Vorstellung oder Sache, wie die Bilderschrift, bezeichnet, nennt man diePhönizier. Von diesen kam sie, nach der Sage schon durch Kadmus, zu den Griechen; dochkann die eigentliche Buchstabenschrift nicht viel über das Solon'sche Zeitalter hinaufgerücktwerden. So lernten sie die Etrusker und Römer kennen. Man schrieb zuerst aus Stein, Blei,Erz, Baumrinde, dann im 3. Jahrh. v. Chr. auf den ägypt. Papyrus, auf Baumwollen-Papier seit dem 8. Jahrh. n..Chr. und seit dem 14. Jahrh. auf Leinen - oder Lumpenpapier.Vgl. Amelang, „Von dem Alterthum e der Schreib«?« n st i n d e r W r kc" 's?pz7^8lttl); Hug,„Erfindung der Buchstabenschrift" (Äm 1801) und Weber, „Versuch einer Geschichte derSchreibekunst" (Gott. l8<>7). Mit der Herrschaft der Römer wurde die Schreibekunstimmer mehr verbreitet. In Deutschland waren anfangs die gethische Schrift, mit derUlfilas in der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. seine Bibelübersetzung schrieb, und die Runen-schrift (s. Runen) bekannt; doch steht letztere auf dem Gebiete der Schrcibekunst ziemlichbedeutungslos da, und ihr Gebrauch zu Steininschriften beschränkt sich fast nur auf denNorden Europas, auf Dänemark und Schweden. Dagegen wurde bald das lat. Alphabetim Abendlande von den deutschen und roman. Völkern allgemein angenommen. Der Grundhiervon lag bei den german. Völkern darin, daß Deutschlands Lehrer, die aus Irland undEngland kamen, in dieser Sprache schrieben, und daß die deutsche Sprache noch zu rauhund an Worten sehr arm war. Erst im 9. Jahrh. fing man an sie zu schreiben, jedoch blosmit lat. Buchstaben. Überhaupt wurden öffentliche Schriften, z. B. Gesetze, Friedensschlüsseund Verträge, nicht blos mit lat. Schrift, sondern auch in lat. Sprache abgefaßt, weil dieGeistlichen, die allein der lat. Sprache mächtig waren, sich durch den Gebrauch derselben indem Alleinbesitz der wichtigsten Staatsämter zu erhalten suchten. Die Zeit, in der zuerst diedeutsche Schrift gewöhnlich geworden, setzt man gemeiniglich ins 13. Jahrh., unter dieRegierung Kaiser Fricdrich's >l. ; Andere nehmen diesen Zeitpunkt später an. Wie sehr sichaber auch die lat. Buchstaben im Abendlandc veränderten, so ist doch überall die lat. Grund-form geblieben und nur hier und da etwas unkenntlich geworden. Von kürzerer Dauer undgewissermaßen örtlicher Beschränkung waren einzelne Bildungen des lat. Alphabets, wie dieMerovingische Schrift vom 6. —8. Jahrh. in Frankreich und Deutschland diewest-gothische vom 3.—> I. Jahrh. in Spanien; die longobardische vom 7.- 13. Jahrh.in Italien, und die Karolingische seit dem 8. Jahrh. in Frankreich, Deutschland undItalien. Die Ausbildung der deutschen Schrift wurde wol am meisten durch die Buch-druckerkunst befördert. Übrigens hat Deutschland nur zwei eigene Schriftarten, die Fractur-und Currentschrift, indem die Kanzleischrist blos eine zum Eeschwindschrciben eingerichteteFractur ist, in der die Buchstaben mehr gebogen und miteinander verbunden find. DieFracturschrist bildete sich aus der im 11. Jahrh. entstandenen sogenannten n eugothischen
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