2 Schraffirmlg Schraube
wissenschaftlichen Arbeiten erwähnen wir noch als die wichtigsten die Abhandlung „Sinddie Klimate wesentlich verändert?", zuerst im Auszuge in „Dansk Videnskabernes SelskabsAfhandlinger" (Bd. 2, 1 826) und dann vollständig in Brewster's „LdinlmrAii jnnrnal nl-scienceü"; die Preisschrift „Schilderung des Zustandes der Witterung in Dänemark"(Kopenh. 1826); „Europa, eine physisch-geographische Schilderung" (Kopenh. >832 und1835, mit Atlas; deutsch, 1833); „Naturschilderungen", eine Reihe allgemein verständ-licher Vorlesungen (Sammlung I und 2, Kopenh. >83!)—35; Sammlung 1, deutsch,Kiel 1836); „über den Mittelstand des Barometers am Meere" (Kopenh. >832) und„'I'ablo-Ni tl„ oHmat et lle ls väßetstion «le I'Itslie" (Bd. I, Kopenh. 1839, mit Atlas).Sowie S. überhaupt ein großer Charakter ist, so besitzt er als Schriftsteller, auf der Basisder exactesten Untersuchungen, eine seltene lebendige Darstcllungsgabe. Auch als akade-mischer Lehrer hat er durch seinen faßlichen, begeisterten Vortrag viel gewirkt. Die dän.Künstler wählten ihn zu einem der Vollstrecker des Thorwaldsen'schcn Testaments und zueinem der Dircctoren des Museums für Thorwaldscn's Arbeiten, das seiner baldigenVollendung entgegensieht.
Schrafsirung, vom ital. sArkcklmre, nennt man die Bezeichnung des Schattens inZeichnungen und Kupferstichen durch nebencinandcrgesetzte oder sich durchkreuzende Striche,wobei die Striche vom Dunkelsten gegen das Helle zu immer feiner werden. In der Heral-dik bezeichnet man mit Schrafsirung die Art und Weise der Andeutung der Wappen-färben, welche an die Stelle der früher üblich gewesenen Planetenzcichen getreten ist. DieErfindung der Schrafsirung gehört jedenfalls Frankreich an, und kam im >7. Jahrh. inallgemeine Aufnahme; der eigentliche Erfinder ist unbekannt, obgleich sich de Lacolombierein dem „lieciieil de;>Iu«ie>irs;>ieees et tigures cHmoiriss" (Par. > 639) als solchen nennt,auch angibt, daß er seine Manier dem Jesuiten Sylvester de Petra Santa mitgetheilt habe,der sie auch in seinen „lesselse gcutllit!»«", die bereits 1638 erschienen, angewendet habe.So viel ist gewiß, daß die Idee der Schrafsirung bereits in der „knmpa tuiiestrlUlbertij>ii ^ustr." (Brüss. 1623, Fol.) vorkommt. Was die Schrafsirung selbst betrifft, so bestehtsic in einzelnen Zeichen, Linien u. s. w. für die verschiedenen Farben; Lacolombiere hatte derensieben ausgenommen; er bezeichnet Gold mit Punkten; Silber ohne Zeichen; Blau durchwagrechte Linien; Grün durch schräge Linien, von rechts nach links; Purpur durch schrägeLinien, von links nach rechts; Roth durch senkrechte Linien, und Schwarz durch quadrirteLinien. Die später« Schraffirungen zur Bezeichnung der Wappenfarben, welche seltenerVorkommen, z. B. die natürlichen Farben, sind theils die Erfindung des Professors Rink inAltdorf, theils durch die Engländer eingeführt.
^ Schraube nennt man eine von den mechanischen Potenzen oder sogenannten einfachenMaschinen. Sie entsteht daraus, wenn man sich einen Faden, der mit der horizontalen Ebenebeständig einen gleichen Winkel macht, unter diesem Winkel spiralförmig um einen Cylindergelegt denkt, sodaß stets durch die Zwischenräume des Fadens der Cylinder sichtbar ist.Dieser Faden bildet das Gewinde derSchraube, welches entweder nach der Form einesDrei-ecks (scharfe Schraube) oder eines Vierecks oder halben Sechsecks (flache Schraube)gebildet werden kann. Der Cylinder, um welchen sich der Faden windet, heißt der Kern unddas ganze System die Schranbenspindel. Dreht man eine solche Schraubenspindeldurch einen weichen Körper, z. B. plastischen Thon, so bildet sich in demselben eine Form, inwelcher der Faden sich unter demselben Winkel gewunden, aber vertieft eingeschnitten be-findet. Eine solche Form heißt die Schrauben mutter und wird, wenn man sie aus Me-tall oder Holz nachbildet, sich auf der Spindel drehen lassen und dabei auf derselben hinbe-wegen. Steht aber die Mutter fest, und die Spindel wird gedreht, so wird sie sich durch dieMutter hinziehcn. Eine genaue Ansicht der Schraube zeigt, daß ihre Wirkung auf das Gesetzder schiefen Ebene sich gründet. Je steiler also die Schraube steigt, je schneller wird auch dieBewegung sein, je mehr Kraft aber wird auch zu Hervorbringung dieser Bewegung nöthigwerden, und umgekehrt. Die Schraube ohne Endeist eine Schraubcnspindel, in welche,statt der Mutter, ein Stirnrad mit schrägen, nach der Richtung der Schraubensteigung ge-bildeten Zähnen greift. Auf diese Weise muß, wenn das Stirnrad sich um seine Achse dreht,die Schraubenspindelsich fortbcwegen, wennsieaberan ihrerStelle gehalten wird, sich drehen,