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PatraS Patricier 753
war, und eine Akropolis, auf deren Stelle die Citadelle des jetzigen Patras (s. d.) steht.Während fast alle Städte des Peloponnes die Herrschaft der Römer später anerkennenmußten, behauptete sich P. als Hauptseeplah und wurde von Augustus mit Colonisten be-völkert, daher es seit dieser Zeit auf den Münzen den Namen Olonia August» kstrensisführte. Eine Beschreibung der noch vorhandenen alten Überreste gibt Leake in den „Travel,in tde Uorea" (Bd. 2, Lond. 1830).
Patras oder Baliabadra, das alte Paträ (s.d.), die Hauptstadt des griech.Departements Achaja und Elis, an den kleinen Dardanellen im Golf von Lepanto, warvor dem Ausbruch der griech. Revolution, welche mit dem Auflauf in P. am 12. Febr.1821 begann, eine bedeutende Handelsstadt von mehr als 22000 E. Als ein militairischerPunkt, der die Verbindung Moreas mit Lepanto, Albanien und Rumelien sicherte, wurdesie während des Freiheitskrieges der Schauplatz des Kampfes zwischen Türken und Griechenund am 15. Apr. 1821 von den Türken bis auf das Castell in einen Schutthaufen verwan-delt. Nach dem Frieden hat sie sich, obgleich der Hafen nur mittelmäßig ist, als der gewöhn-liche Landungsplatz vom westlichen Europa her/ durch den Verkehr der Fremden ziemlichschnell wieder gehoben, sodaß sie gegenwärtig über 7000 E. zählt.
Patriarchen, Altväter, auch Erz Väter heißen die Familienhäupter des Urge-schlechkS vor der Sündflut und die drei Stammväter des israelit. Volks, Abraham, Isaakund Jakob. Der Ausdruck patriarchalisch erinnert daher an das Zeitalter jener Ur-väter des Menschengeschlechts, an die Unschuld und Einfachheit ihrer Sitten, an die Würdeund das Ansehen ihres Alters und an die Milde ihrer hausväterlichcn Familienregierung.Später wurde die Benennung Patriarchen ein Ehrentitel der Oberhäupter oder Vor-steher des Sanhedrins, unter denen sich die nach der Zerstörung Jerusalems in Syrien undPersien geduldeten Juden vereinigten. Das jüd. Patriarchat zu Liberias in Galiläa be-stand für die westlich wohnenden Juden bis 4 l 5 , das zu Babylon für die östlichen in derZerstreuung bis 1038. Von diesen mit großer Macht bekleideten Würden der jüd. Kircheging der Titel Patriarch in die christliche über, der noch im 4. Jahrh. allen Bischöfengemein war, aber kurz vor dem Concil zu Chalccdon ausfchließcnd auf die Metropolitenübertragen wurde, welche ihren Bischofssitz in der Hauptstadt einer politischen Diöcesehatten. Vorzugsweise hießen so die Bischöfe zu Rom, Konstantinopel, Alexandrien, An-tiochien und Jerusalem, die das Recht der Weihe und Beaufsichtigung der ErzbiscbLfe undBischöfe ihrer Sprengel ausübten. Während das röm. Patriarchat zu einem Oberprie-sterthum über den ganzen Occident heranwuchs, behielten die vier Häupter der oriental.Kirche diesen Titel bei, verloren aber durch die Eroberungen der Sarazenen den größtenTheil ihres Einflusses. Die Kirchen der Armenier, Abyssinier, Jakobiten und Maronitengehorchen ebenfalls eigenen Patriarchen. Über die griech. Christen im türk. Reiche behaup-tet der Patriarch von Konstantinopel den Primat; er führt den Titel eines ökumenischen,hat den Rang eines Pascha von drei Roßschweifen und wird vom Sultan eingesetzt. Einnoch größeres Ansehen hatte das im 16. Jahrh. entstandene Patriarchat über die russ.Kirche zu Moskau, welches Peter der Große ebendarum 1721 wieder abschaffte und indas heilige Synod verwandelte. In der katholischen Kirche führen die Erzbischöfe von Lis-sabon und Venedig den Patriarchentitel. Das Patriarchat von Aquileja wurde 1751 indie Erzbisthümer Üdine und Görz (später Laibach) getheilt.
Patricier (pstricii) standen in dem alten Rom den Plebejern gegenüber. Nach dergemeinen Ansicht bestand dieser Gegensatz von Anfang des Staats, indem, nach ihr, beidessen Gründung Romulus die Edeln und Reichen aus der Bevölkerung von den Niedernund Armen absonderte, jene zu dem Stande der Patricier, diese zu dem der Plebejer ver-einigte. Das Richtige hat Niebuhr gezeigt. Die Patricier sind für die ältere KönigSzeitsämmtliche frcigeborene wirkliche Bürger, die als Gcsammthcit das Volk des Staats,denPopulu -, bilden und nach den Volksstämmen, denen sie angehören, in drei TribuS(s. d.), innerhalb dieser aber in Curien zerfallen, in welche die einzelnen Geschlechter, G e n-tes (s. d.), eingetheilt sind. Neben ihnen gehörten zur Bevölkerung noch die Schutzgchöri-gen der Patricier, Clienten (s. Clientela), die zu den Gentes gezählt wurden, ohne po-Conv.-Ler- Neunte Aufl. X. 48