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Ä^oskiUl oder Moskwa, die alte und erste Hauptstadt des russ. Reichs, gegenwärtignoch die Krönungs- und zweite Residenzstadt der russ. Kaiser und vor der Gründung vonPetersburg die alleinige Residenz der Zaren, ist nicht nur in Hinsicht ihrer Größe, Bevöl-kerung, ^andelsverhältnisse und in mancher andern Beziehung eine der wichtigsten Städte,sondern 'auch durch die Ereignisse imJ. 1812 von welthistorischer Bedeutung. Sie liegtmitten im Centrum des Reichs, 97 Meilen von Petersburg entfernt, an der Moskwa undan den Bächen Jausa und Neglinna, die sich innerhalb der Stadt mit jener vereinigen, ineiner hüglichten, fruchtbaren und reich angebautcn Gegend, und umfaßt folgende fünfHaupttheile, die größtentheils durch Mauern, zum Theil auch durch Boulevards vonein-ander getrennt sind: I) den Kreml (s.d.), den ältesten Theil der Stadt, zu dessen Jnnermfünf Thore führen; 2) Kitaigorod oder die Chinesenstadt, die . besonders durch ihrengroßen Kaufhof, den Gostinnoi Dwor, und durch die Kaufläden vieler Armenier, Perser,Bucharen und Tataren berühmt ist; 3) Beloiqo- r o d od o r -dw^Wetßc Stadt, mit herrli-chen Palästen und Krongebäuden, z. B. dem Gouvernementspalast, dem großen Findel-hause, dem prächikgrn^Paschkow'schen Hause u. s. w.; 3) Semlänoigorod oder die Erd-stadt, mit minder schönen Gebäuden und mit vielen Holzhäusern, Kasernen, Brot- undFleischscharren, Baracken u. s. w., und 5) die 39 Slobodcn oder Vorstädte, die sämmt-lich noch zur eigentlichen Stadt gehören, mehre sehr stattliche Kirchen, Klöster und Hospi-täler, aber minder schöne Privatwohnungen enthalten und durch einen hohen Wall undGraben, der nur an zwei Stellen durch die Moskwa eine Unterbrechung erleidet, umgebensind. M. ist der Sitz eines Metropoliten, eines Kriegs-GeneralgouverneurS und andererMilitairbehörden, eines Oberpoliceimeisters und verschiedener hoher Reichscollegien, sowieeiner Universität, die 1755 errichtet, im Sepr. >813 wieder eröffnet wurde und im 1.1832aus 55 Lehrern, >8 Beamten und 867 Studirenden, nämlich 256 Philologen und Philo-sophen, 392 Juristen und 399 Medicinern bestand. Verbunden siM m«k ihr sine BM-druckerei, eine Bibliothek, ein Museum, ein berühmtes anatomisches, ein physikalisches undein chemisches Cabinet, ein botanischer Garten, ein Observatorium und mehre gelehrte Ge-sellschaften, z. B. die Kaiserliche Gesellschaft der Naturforscher, welche >832 989 Mitglie-der zählte. Gleichzeitig bestanden daselbst eine medicinisch-chirurgische Akademie, einepraktische Commerzakademie, ein adeliges Institut, ein Jngenieurinstitut, ein geistlichesSeminar, drei Gymnasien, drei Kreisschulen, sieben deutsche Kirchschulcn und eine großeMenge russ. Privat-, Fabrik- und Sonntagsschulen. Im Ganzen belief sich die Zahl derZehrer und Lehrerinnen auf 850 und die der Schüler und Schülerinnen auf 10629. Fa->riken gab cS im I. 1832 367 mit einem Personal von 26390 Meistern, Gesellen undlehrlingen. Die abgesehten Fabrikate hatten einen Werth von 13,555000 Silberrubel.Rechnet man hierzu noch die 163 Hüttenwerke oder Sawoden, die 2620 Personen beschäf-igtcn und Fabrikate zu 3,979000 Silberr. im Werth lieferten; ferner die 3322Handwerks-eschäfte und Niederlagen, wo 219 > OPersonen beschäftigt und 3,058000 Silberr. für Waa-en gewonnen wurden, so ergibt dies in gedachtem Jahre einen Absatz von Waarcn für2,592000 Silberr. und die Summe von 51020 Personen, die allein durch den Haiükeleschäftigt waren. M. ist aber auch der Mittelpunkt des gesammten inncrn Handels under Stapelplatz für ungeheure Vorräthe von Waaren aller Art. Allein die Waareimn den358 Buden des großen Kaufhofs mögen einen Werth von ungefähr 300 Mill, Silberr.eben, abgesehen von andern 2213 Buden und Läden, und den übrigen zahlreichen VerkaufS-calen, in denen auch ein Capital von ungefähr 200 Mill. Silberr. an Wäbre» ausgcspei-Conv.-Lex. Neunte Aufl. X. ^