Paternosterwerk Pathogenie 749
man damit jede zehnte größere ^kugel in dem Rosenkranzes, d.), bei der das Vater-unser gebetet wird, während man die kleinern dazwischen gereihten Kugeln nur mit einemAve Maria durch die Finger gehen läßt. Endlich heißt auch der Rosenkranz selbst Paternoster.
Paternosterwerk heißt eine hydraulische Maschine, deren man sich früher vielfachbediente, um Wasser auf geringe Höhen zu heben, die aber jetzt, wo man zweckmäßigereSchöpfwerke construirt, der dabei stattfindenden Reibung und ihres großen Krastverlusteswegen fast ganz außer Anwendung gekommen ist. Die Holländer sollen die Constructionderselben von den Chinesen erlernt haben, und schon 1565 war im Nammclsberge bei Eos-lar ein Paternosterwerk im Gange. Der Haupttheil dieses Apparats ist ein Seil oder nochbesser eine Kette, an welcher in gleichen Entfernungen voneinander Kugeln aufgereiht undbefestigt sind, sodaß das Ganze einem Paternoster oder Rosenkranz im Großen gleichsieht,woher der Apparat auch seinen Namen hat.
?Lter pktrlne, d. h. Vater des Vaterlands, war bei den Römern rin Ehrentitel, demman einen sehr hohen Werth besiegte, da er nur solchen Männern zugesprochen wurde, diesich um das Wohl und die Rettung des Vaterlands zur Zeit der größten Gefahr außeror-dentlich verdient gemacht hatten. Der Erste, dem diese Auszeichnung zu Theil wurde, warCicero, nachdem er im I. 62 v. Chr. durch die von ihm durchgesctzte Hinrichtung einesTheils der Verschworenen des Catilina die Stadt Rom vom Untergange befreit hatte.Später erhielt Cäsar nach Unterdrückung der Pompcjancr im I. 45 v.,Chr. diesen Titelals förmlichen Zunamen, ein Umstand, der seinen Unwillen erregte. Überhaupt bezeich-»eten die Römer in der frühesten Zeit mit dem Plural katres die der Sage nach schonvon Romulus als Väter des Volks erwählten Senatoren, mit Rücksicht aus ihr Alter undihre größere Erfahrung.
Pathen oder Taufzeugen wurden schon früh jedem Täuflinge beigegeben, theilsum für denselben die bei der Taufe vorzulegendcn Fragen zu beantworten, theils nur, umdie religiöse Bildung desselben vor und nach der Taufe zu überwachen. Bei Kindern warenin der Regel die Aitern selbst Taufzeugen, auch wurde nur Ein Pathc, je nach dem Ge-schlecht des Täuflings, für nöthig erachtet. Das Einträgen der Pathen in die Kirchenbü-cher war schon frühzeitig Sitte und wurde nachmals vom Concil zu Trient um so mehr ein-geschärft, weil man zwischen Täufling und Taufzeugcn ein ehehinderndes Verwandt-schafrsverhältniß (cognatio spiritualis) annahm. In der protestantischen Kirche war früherblos dem Adel eine unbegrenzte Zahl von Pathen gestattet; Bürgerliche mußten, wenn siemehr als drei zuzichen wollten, Dispensation lösen. Die früher sehr gewöhnlichen Pa-thenbriefc, welche einen frommen Wunsch des Taufzeugen enthielten, kommen nur nochin kleinen Städten und auf dem Lande vor, ebenso das sogenannte Pathengeld, das zu-gleich mit dem Pathenbrief in das Bett des Kindes gesteckt wird.
Pathogenie nennt man den Theil der Pathologie (s. d.), welcher von der Entste-hung der Krankheiten handelt, d. h. die Veränderungen im Organismus beleuchtet, welchedie Ursachen der sich darbictenden Krankheitssymptome abgeben. Diese Veränderungen oderAbweichungen vom regelmäßigen Zustande betreffen aber entweder die Kräfte, welche imKörper wirken, oder den Stoff, aus welchem derselbe besteht, und sonach hat dic Pathogenieeinen dynamischen und einen materiellen Theil, obgleich nicht wenige mcdicinische Systemeden einen oder den andern derselben gänzlich haben ausschließen wollen. Da diePhysio-logie (s.d.) die naturgemäße Beschaffenheit der Kräfte und der Materie des Körpers lehrt,so muß die Päthogenic sich nothwendigerwcise ganz auf diese Wissenschaft stützen, da wirnicht eher unregelmäßige Veränderungen zu erkennen vermögen, als nachdem wir die regel-mäßige Beschaffenheit kennen gelernt haben. Von der Ätiologie, als deren Unterabthei-lung sie zuweilen betrachtet wird, unterscheidet sich die Pathogenie insofern, daß jene dieenkferntcrn Ursachen der Krankheiten, besonders die Einflüsse der Außenwelt und der Ee-müthsbewsgungen und die Krankheitsanlagen behandelt, welche alle noch keine krankhaftenVeränderungen im Organismus bedingen, sondern nur dieselben zuweilen nach sich ziehen,während diese in ihrem Gegenstände die nächsten Ursachen der Krankheit erkennen lehrt.Wie schwierig die Lösung der Aufgabe sei, welche sich die Pathogenie stellt, läßt sich schondaraus, daß über das wahre Wesen der häufigsten pathologischen Erscheinungen, des Fiebers