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10 (1846) Moskau bis Patricier
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748
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748 Pataten Paternoster

aber keineswegs kalt, überaus ttocken in der Osthälste, sehr regnig in den westlichen Gebir-gen. Die Thierwelt scheint derjenigen der Pampas zu gleichen, mag sich aber in den trockenenMonaten aus der ganz unbewohnbaren östlichen Wüste süd - und westwärts ziehen. Die ^Pflanzenwelt ist nur an der Magalhaensstraßc formenreicher; Bäume fehlen in der Ost-hälfte ganz. Bewohnbar ist das Land für Europäer nur an der Straße, am Rio negro undvielleicht an einigen Küsienpunkken; indcß werden Ackerbaucolonicn sich dort nie bilden kön-nen und selbst die Viehzucht nach Art der Gauchos (s.d.) wird große Schwierigkeit haben.

Die Pata gonier bilden einen besonder« Stamm der amerik. Nacc, zerfallen in die dreiHauptvölker Aucas, Puelches und Tehuclches und sind von den Bewohnern des Feuerlan- ides (Pescherähs) wohl zu unterscheiden. Ihre Zahl ist nicht groß. Die seit dem 16. Jahrh.berühmten, fürRiesen ausgegebenen Patagonicr sind die je nach derJahreszeit von dem Rionegro bis zur südlichen Meerenge streifenden Tehuelches, die in kleine Horden versplittert,wild, tapfer, die Freiheit allen andern Gütern vorziehend, niemals feste Wohnungenbauend und nur wenige kleine Künste treibend, theils vom Raube, theils von der nomadischbetriebenen Viehzucht leben, und mit den Niederlassungen von Buenos AyreS fast immerim Kriege waren. Man schrieb ihnen ehedem 91V F. Höhe zu und hat diese alte Fabelsogar mit Heftigkeit verfochten. Aus den Untersuchungen der zahlreichen neuen Seereisen-den, die in der Meerenge oder an der Ostküste mit jenem Volke zusammengekommen sind,ergibt sich mit Sicherheit, daß seine Statur (6 F. 13 Z. engl.) im Allgemeinen zwar weilüber die Mittelgröße hinausgeht, daß aber nirgend höhere Individuen gefunden wordensind. Vgl. Thom. Falkner,Beschreibung von P." (deutsch, Gotha 1785); King, Fitzroyund Daruin,Vo^age »s tbs Leagle etc." (-tBde., Land. 1839) und d'Orbigny,Voz-azetians l'^wärchue meritliouale" (Dd. 2, Par. 1838).

Patäten, richtiger Bataden nach dem span. Rataäas (engl, svreet potstoe), hei-ßen die großen Wurzelknollen einer in allen tropischen Ländern, jetzt auch in Südspanienund der Provence angebauten Windenart (Lonvolvulus Latatas). Sie wiegen oft einige ,Pfund, sind durchaus mehlig, völlig süß, kommen in weißen, dottergelben und sogar violet-ten Spielarten vor, geben eine ebenso angenehme als nahrhafte Speise, sind sehr leicht zueultiviren und tragen reichlich. Man pflegt sie nur gekocht zu essen und hat noch nicht ver-sucht, aus ihnen Satzmehl im Großen zu gewinnen. Von Westindien und aus dem Südender Vereinigten Staaten bringt man sie oft nach England und auch nach den deutschen Ha-fen. DaS deutsche Klima verträgt die Pflanze nicht.

Patent heißt ein landesherrlicher offener Brief oder Befehl (literae patentes), z. B.die öffentliche Bekanntmachung der Besitznahme eines neuerworbenen Landes (Besi tz-ergreifungspatent); auch die Urkunde einer Dienstbeförderung (z. B. Offizierpa-tent);, ferner eine Urkunde, wodurch dem Inhaber ein Vorrecht, besonders der Alleinhan-del mit neuerfundenen oder verbesserten Waaren bewilligt wird, die daher Patentwaa- -ren heißen. (S. Erfindung spaten te.) In denjenigen deutschen Staaten, wo mitAufhebung der Gilden und Zünfte eine allgemeine Gewerbsteuer eingeführt worden ist,heißt Patent oder Gewcrbscbein der Erlaubnißschein, den Jeder, der ein Gewerbe treibenwill, von der Obrigkeit gegen Bezahlung der vorschriftmäßigen Steuer (s. Gewerbsteuer)rinlösen muß. Von dem Manifest (s.d.), mit welchem Patent in gewisser Hinsicht tgleichbedeutend gebraucht wird, unterscheidet es sich insofern, daß man unter ersterm eine aneine auswärtige Macht, unter letzterm eine an die Landesbewohner gerichtete landesherr-liche Veröffentlichung versteht.

Patentsteucr, s. Gewerbsteuer.

Palöra hieß bei den Römern eine flache, runde, gewöhnlich mit Griff oder Henkelversehene Schale aus Thon, auch aus Metall, häufig durch Bildnerei und Malerei verziert,deren man sich beim Opfer, besonders zuc Libalion, dem Spenden des Trankopfers, bediente.

Das verwandte Wort Patrna bezeichnet eine Eßschüssel, das deminutive Patella eindergleichen kleineres Gefäß, ein Tellcrchen, auch ein solches, in welchem vor die Götter des §Hauses und der Familie, die Penaten und Laren, die daher auch wol Pa tellari i benanntwerden, Speise gesetzt zu werden pflegt.

Paternoster ist zunächst der lat. Ausdruck für das Vaterunser. Dann bezeichnet