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10 (1846) Moskau bis Patricier
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742 Passiv Paffow

kranz in der Mitte ausgezeichnet, hat ihren Namen daher erhalten, daß die frommeSchwärmerei in ihren Blütentheilen zum Theil die Marterwerkzeuge Christi zu sehenglaubte. Fast alle Arten sind kletternde und rankende, strauchartige Pflanzen. MehreArten haben prachtvolle Blumen und werden deshalb in den Gewächshäusern cultivirt.Die beerenartigen Früchte einiger größer» Arten werden gegessen, so z.B. inWcstindien dieder kasriüora Himtirsu^ularis, welche einen süßlich-sauern Geschmack haben.

PaMv (?»srivum), s. Activ.

Passes (Manoel da Silva), portugies. Minister in Folge der Septemberrevolutionvon 1836, geb. 1802 von wohlhabenden Altern in dem Dorfe Boucas bei Porto, studirtemit seinem Bruder Joseph seit 181" in Coimbra die Rechte, wo er dann auch zum Doetorderselben promovirt wurde. Bei den freisinnigen Gesinnungen, die er ohne Hehl, namentlichin der von ihm seit Anfang des I. >823 herausgegebenen ZeitschriftDer Freund desVolks" ausgesprochen, und da er überdies als Offizier der Nationalgarde sich ziemlich be-merkbar gemacht hatte, mußte er 1823, nachdem Dom Miguel sich des Thrones bemäch-tigt, auf seine Sicherheit Bedacht nehmen und ging nach Porto, wo er sich eine Zeitlang verborgen hielt. Nach der Unterwerfung Dom Migucl's prakticirte er daselbst als Ad-vocat. Wie früher für die Constitution, so glühte er nun für die constitutionelle Charte DomPedro'S. In Folge der Usurpation Dom Migucl's im 1.1828 mußte er gleich dem größtenTheile der Liberalen im Auslande eine Freistatt suchen, und ging nach England, dann nachFrankreich, wo er sich besonders an Saldanha anschloß. Allmälig änderten sich indeß seineAnsichten über Dom Pedro und die von ihm gegebene Verfassung. Während der Belage-rung von Porto kehrte er dorthin zurück. Ein eifriges Mitglied aller geheimen Gesellschaften,stand er hier sehr bald an der Spitze einer bedeutendenOpposition, die darin übereinstimmte,die Charte Dom Pedro's Schritt vor Schritt zu untergraben. Sein Einfluß stieg von Tagzu Tag, namentlich auch durch seine Theilnahme an der Freimaurerei und dem Carbona-rismus. Er wurde Mitglied der Municipalkammer, um die Wahlen in Porto zu den Cortesganz nach seinem Sinne zu leiten, daher 1833 zum Deputaten gewählt. In der Kammerwendete er sich der äußersten linken Seite zu, die ihn zu ihrem Führer machte. Einer seinerkühnsten Anträge war der auf Aufhebung des Cölibats. Zm I. 1836, wo er von neuemzum Deputirten erwählt wurde, hatte er bereits einen solchen Einfluß auf die Masse er-langt, daß er, unterstützt von Leonel Favares, am 9. Sept. 1836 die Revolution zum Aus-bruche kommen lassen konnte. Am l 0. Sept. von der Königin zum Minister der Finanzennnd des Innern ernannt, überließ er das erstere Portefeuille seinem Bruder Joseph mitdem Titel eines Unterstaatssecretairs. Um indeß besser die ihm nörhig scheinenden vielfachenReformen durchführen zu können, ließ er sich zum Dictator ernennen und entwickelte nun einegrenzenlose Thätigkeit. Seine Diktatur endete mit dem Zusammentreten der außerordentli-chen Cortes im I. l 837; nicht so seine Thätigkeit als Minister der Finanzen, der Justiz unddeSInnern, was er zu gleicherZeitwar, und in den Cortes. Mannichfaltige Mishelligkeitcnin den Kammern und der Miscredit, in den er selbst bei seinen Anhängern gerieth, weil ersich mehr und mehr der Hofpartei zuneigte, veranlaßten ihn, um seine Entlassung nachzu-suchen, die er auch am I.Jan. 1837 erhielt. Bald darauf verfiel er in eine langwierigeKrankheit. Wieder genesen, gewann er von neuem in der Kammer großen Einfluß; dochdas Ansehen seiner Partei, wie sein eigenes, war bereits zu sehr gesunken, als daß er etwasEntscheidendes durchzuführen vermocht hätte. Bei dem Aufstande im Mai 1846 war P.Präsident der Junta von Santarem. Nach dem Sturze des Ministeriums wurde er nebstSa da Bandeira u. A. Mitglied des unter dem Vorsitze des Herzogs von Palmella einge-setzten außerordentlichen Finanzcomite.

Passow (Franz Ludw. Karl Friedr.), ein berühmter deutscher Philolog, geb. zuLudwigslust im Mecklenburgischen am 2 0. Sept. 1786, besuchte das Gymnasium zu Gotha,wo er an Jacobs ein begeisterndes Vorbild fand, und seit 1804 die Universität zu Leipzig,wo er Hermann seine philologische und methodische Richtung verdankte. Schon 1807 kamer an das Gymnasium zu Weimar, das ihm und seinem geistesverwandten Collegen Io-Hannes Schulze seinen damaligen Flor verdankte. Von 1810 an lehrte er am Conradinumzu Jenkqu bei Danzig, bis die Zeitvcrhältnisse 1814 die Auflösung der Anstalt herbei-