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10 (1846) Moskau bis Patricier
Entstehung
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Passauer Kunst Passionsblume ^ 741

liegenden Schlosse NiedcrhauS verbunden und von acht Forts umgeben ist. Die eigentlicheStadt istziemlich gut gebaut, dagegen lassen dieVorstädte um so mehr zu wünschen übrig. Unterden Gebäuden zeichnen sich aus die aus Quadersteinen gegen Ende des l l.Jahrh.neu herge-stellte prächtige Domkirche mit vielen Gemälden und Denkmalen, auf dem Domplatze, wosich auch das dem Könige Max Joseph l828 errichtete Denkmal befindet; ferner das ehe-malige bischöfliche Residenzschlvß und das ehemalige Jesuitencollegium mit einer Bibliothek,in welchem sich jetzt das Lyceum befindet. Die Stadt ist Sitz der Kreisregierung und desAppellationsgerichts und hat außer dem Lyceum noch ein Seminar. Die ehemalige AbteiSt.» Nikolas ist in eine Kaserne umgewandelt. Sehr reich sind die wohlthätigen Anstaltenin P. ausgestattet, die einen Fonds von 2 Mill. Fl. besitzen. Der Eewerbfleiß ist, ab-gesehen von einigen Fabriken in Taback, Leder und Porzellan und bedeutenden Bier-brauereien, nicht bedeutend, wichtiger der Handel und die Schiffahrt. Bekannt sind diePassauer oder JpserTiegel, gefertigt bci P. und JpS auS Thon und Graphit undgebraucht zu Schmelzungen von Metallen und Mctalllegirungen. In der Nähe liegender Berg Mariahilf, ein Wallfahrtsort, und die Lustschlösser Freudenheim und Löwenhof.P. ist eine sehr alte Stadt und historisch merkwürdig durch den daselbst am 31. Juli 1552geschlossenen Vertrag. (,S. Religionsfriede.) Das Bisthum zu P. entstand im8. Jahrh. in Folge der Übersiedelung der Kirche zu Lorch. Durch den Reichsdeputations-hauptschluß wurde es säcularisirt, Stadt und Festung nebst dem westlichen Theile kamen anBaiern, der größere westliche Theil an den Großherzog von Toscana, nachherigen Kurfürstenvon Salzburg, und erst >805 kam Baiern In den Besitz des ganzen Fürstenthums, das beider Säcularisation 18 IHM. umfaßte, über 52000 E. zählte und über 430000 Fl. reineEinkünfte gewährte. Vgl. Schöller,Die Bischöfe von P. und ihre Zeitereignisse" (Heft1 und 2, Pass. 184445).

Passauer Kunst nannte man sonst die vorgebliche Kunst, sich hieb- und schußfest zumachen, und zwar nach einem Nachrichter in Passau, der 16 > 1 durch Vertheilung magischerZettel ein muthloses Heer, das bei Passau stand und in Böhmen eindringen sollte, durchdiese Kunst ermuthigt haben soll.

Passavant (Joh. Dav.), einer der bedeutendsten unter den lebenden Kunstschrist-stellern, auch als Künstler sehr geschätzt, wurde 1187 zu Frankfurt am Main geboren und wareigentlich für den Handelsstand bestimmt. Doch eine angeborene Kunstliebe und der Anblickder Kunstschätze von Paris, wohin P. als Freiwilliger im Befreiungskriege gekommen war,bestimmten ihn für die Künstlerlaufbahn, die er zunächst in Paris unter David, dann unterGros verfolgte. Später schloß er sich in Rom der dortigen deutsch-romantischen Schule an.Den vielfachen Anfechtungen gegen dieselbe suchte er in seinenAnsichten über die bildendenKünste u. s. w." (Heidelb. 1820) entgegenzuwirken. Unter seinen künstlerischen Leistungensind namentlich dieEntwürfe zu Grabdenkmälern" und die ausgezeichnete DarstellungKaiser Heinrich's 1l., im Kaisersaal des Römers zu Frankfurt, zu erwähnen. Am meistentrugen jedoch zu seinem Ruhme seine Schriften bei, vornehmlich dieKunstreise durch Eng-land und Belgien" (Franks. 1833), worin die bedeutendsten Forschungen und musterhaftePrüfungen zahlloser Kunstwerke niedergelegt sind. Noch höher, den Gegenstand erschöpfendund abschließend, steht sein WerkRafael von Urbino und sein Vater Giov. Santi" (2 Bde.,Lpz. 1839, Fol.), das auf einer vollkommenen Kcnntniß der Werke Rafael's und der ganzenumbrischen Schule beruht unfein Meisterwerk der Kritik ist. P. lebt gegenwärtig in seinerVaterstadt als Inspektor der Galerie des Städel'schen Instituts, welche er durch perio-dische Ankäufe schon um manches vorzügliche Werk bereichert hat.

Passeyr, ein Thal in dem Etsch- oder Botzener Kreise der Grafschaft Tirol, welchesvom Flüßchen gleiches Namens durchströmt wird und die Umgebung von Meran bildet, istals Geburtsgegcnd Andr. Hofer'S (s. d.) berühmt.

Passion nennt man die letzten Leiden Christi, sowie die Geschichtscrzählung derselben,und Passionszeit die sieben Wochen vor Ostern, während welcher über die Leidensge-schichte gepredigt wird.

Passionsblume (kassiüors, coerules), aus Brasilien stammend und wie ihreübrigen Gatlungsverwandten durch einen einfachen, doppelten oder gar dreifachen Faden-