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zur Controle der Reisenden, die Aufnahme desselben in die Mittel der politischen undSickerheitspolicei rührt hauptsächlich aus Frankreich und von dem Terrorismus der stanz.Polices her. Seit dieser Zeit ist das Paßwcsen immer künstlicher und zusammengesetztergeworden und bildet gegenwärtig eine Hauptbeschäftigung des aufwachsenden diploma-tischen Personals. Da übrigens die Verdächtigten bald dahinter kamen, wie sich gute Pässeverschaffen und falsche Herstellen lassen, so ist das Paßwesen gegenwärtig für ehrliche undruhige Reisende nur eine Last, ohne rechten praktischen Nutzen. Es ist deshalb auch imInnern mancher Staaten, namentlich Preußens, neuerdings vereinfacht und gemildert, unde§ sind an Eisenbahntracten die Pässe durch Paßkarten, die auf ein ganzes Jahr gegebenwerden, und dergleichen ersetzt worden. Am strengsten ist man mit den Pässen in Rußland,was das Reisen ins Ausland ungemein erschwert. Vgl. Kamptz, „Sammlung der Paß-gesctze der europ. Staaten" (Berl. l 817 ).
Passagen nennt man in der neuern Musik und vorzüglich im Gesänge eine Reihemelodischer Töne, wodurch die Melodie mannichfaltiger gemacht und mittels der sogenanntenDiminutiv» oder Verkleinerung eine Hauptnote in mehre verwandelt wird. Diese ausallerlei Figuren zusammengesetzten Läufer müssen so beschaffen sein, daß alle Töne leicht undim Zusammenhänge vorgetragen werden können, weshalb sie auch beim Gesänge nur auf eineSilbe fallen. Sie sind entweder vom Komponisten selbst vorgeschrieben, oder werden vomSänger oder Spieler an der paffenden Stelle angebracht.
Passageninstrument, s. Meridian.
Passah oder Pa sch ah (hebr.), d.i. Verschonung, heißt das Fest, welches die„Juden,zum Andenken an die Verschonung ihres Volks bei der Plage des Würgengels in Ägyptenund an den Auszug aus diesem Lande, im ersten Vollmonde des Frühlings vom Abendedes lä. bis zum 2l. des Monats Nisan feiern. (S. Ostern.) Zu dieser siebentägigenFeier versammelten sich alljährlich die Israeliten bei der Stiftshütte und seit Salomo's Zeitenbei dem Tempel zu Jerusalem. Während derselben durfte nur ungesäuertes Brot (TrübsalS-brot genannt) gegessen werden, weil bei dem eiligen Auszuge aus Ägypten der Teig unge-säuert hatte mitgenommen werden müssen, daher daS Passah auch das Fest der ungesäuertenBrote heißt. JederHausvater verzehrte mit seiner Familie am ersten Abend ein vom Priestergeschlachtetes, einjähriges Lamm (das Passahlamm), welches ganz und ohne Zerbrechung derKnochen aufgetragen und genossen wurde. Dankgebcte und Erzählungen aus der Geschichtedes Auszugs gaben diesem Mahle seine religiöse Bedeutung. Dazu wurden auch Opfer anErstlingen der Heerden und Früchte im Tempel dargebracht. Das Passah war das größteunter den jüd. Festen und beförderte durch jene Nationalversammlung vorzüglich Vater-landsliebe, Gemeinsinn und Verkehr. Gegenwärtig wird es von den Juden jedes OrtSdurch den Genuß ungesäuerter Brote und mit lauten Gebeten begangen. — Die Frage,ob Jesus, als er das Abendmahl einseßte, das jüd. Passahlamm gegessen habe, wird jetztvon den Meisten mit Bezug auf die Erzählung bei Johannes verneint.
Passaröwitz, eine kleine, freundliche Stadt in Serbien mit 2VVN E., östlich von derMvrawa unweit ihres Einflusses in die Donau gelegen, das Margum der Alten in Ober-mösien, ist geschichtlich merkwürdig durch den daselbst am 21. Juli 1718 von Venedig unddem Kaiser Karl VI. mit der Pforte, unter Vermittelung Hollands und Englands, abge-schlossenen Frieden, welcher den Krieg endigte, den die Pforte 1714 gegen Venedig unter-nommen hatte, um Morea zu erobern.
Passatwinde oder Moussons heißen die zu beMunten Jahreszeiten eintretendenWinde. (S. Wind.) ,
Passau, Hauptstadt von Niederbaiern, der Sitz eines Bischofs, ist höchst romantisch,am Zusammenfluß der Donau, Jlz und Inn gelegen. Sie hat zwei Vorstädte, die I n n-stadt und die Ilzstadt, und > 1500 E. Die eigentliche Stadt liegt auf einer von derDonau und dem Inn gebildeten Halbinsel. Über die Donau führt eine 1818—23 erbaute,auf sieben Granitpfeilern ruhende Brücke. Die Innstadt am rechten Ufer des Inn ist durcheine hölzerne Brücke mit P. verbunden. Jenseit der Donau, am linken Ufer der Jlz, liegtdie Ilzstadt. Auf dem in dem Winkel zwischen der Donau und dem rechten Ufer der Jlzliegenden 4V0F. hohen Berge befindet sich die Festung Oberhaus, die mit dem tiefer