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Pasor Pasquier (Ctienne Denis, Baron) !
die Unterwerfung der aufrührerischen Gebirgsvölkcr am Kaukasus, und in der That gelang ves ihm nach mehren siegreichen Treffen gegen die Lesghier und Abchasier und nach der Un-terwerfung Daghestans, eine Verbindung zwischen den cis- und transkaukas. Provinzen zuerzielen. Nach dem Tode des Grafen Die Kitsch-Sab alkansky (s. d.) übernahm er "am 26.Juni 1831 in Pultusk den Oberbefehl der Armee in Polen und entsprach auch hiervollkommen dem vom Kaiser in ihn gesetzten Vertrauen. (S. Polen.) Nach dem FalleWarschaus vom Kaiser in den Fürstenstand erhoben unter dem Namen Warschawsky,d. h. der Warschauer, und zum Vicekönig von Polen ernannt, suchte er in dem unglückli-chen, vom Kriege zerrütteten Lande die Verwaltung wieder zu ordnen und das besiegte,tapfere Volk zu beruhigen, was um so schwerer war, je tiefer die neuen Einrichtungen das >Nationalgefühl der Polen verletzten und je strenger die Maßregeln der Police! sein mußten.Er vollzog am 26. Febr. 1832 das organische Statut, welches Polen mit Rußland verei-nigte und die eigentliche abgesonderte Verwaltung dieses Königreichs feststellte, und wurdehierauf zum Präsidenten des für dasselbe neuorganisirten Administrationsraths ernannt.Wiederholte Versuche, Unruhen zu stiften, wurden durch seine Umsicht und Energie vereitelt.Gelang es ihm auch nicht, den alten Haß zu versöhnen, so sicherte er doch im Allgemeinendie gesetzlicheOrdnung und heilte sogar manche Wunde des Kriegs, sodaß er selbst bei einemTheile derPolen sich der Liebe und Anerkennung seiner Leistungen zu erfreuen hat. — SeinBruder, der ruff. General war, starb zu Rom am 23. Dec. 1 843.
Pasor (Georg), ein nicht unverdienter gelehrter Thcolog, geb. am I. Aug. 157» zuEllar im Nassauischen, war eine Zeit lang Lehrer der hebr. und griech. Sprache zu Herbornund wurde später Professor der griech. Sprache inFraneker, wo er am I6.Dec. >637 starb.In der Literatur machte er sich namentlich durch sein „IHcon manusle Novil'estamenti"bekannt, welches in Holland und Deutschland, zuletzt durch Fischer (Lpz. >781), viele Auf-lagen erlebte und eine lange Reihe von Jahren auf Schulen und Universitäten als das faßeinzige HülfSmittel bei der Lectüre des Neuen Testaments diente.
Pasquier (Etiemie), berühmter franz. Jurist und Historiker, geb. 1528, wurdet»seinem 2V. Jahre als Advocat ausgenommen und führte imJ. >549 seine erste Rechtssache.Nachdem er sich in lat. und franz. Sprache als Dichter versucht hatte, trat er mit seinen„Reckerclies sur la (Par. >665) auf, welche zu den hervorragendsten Erscheinun-
gen der ältern historischen Literatur gehören. Als Anwalt der Universität in dem Streikedieser gelehrten Corporation mit den Jesuiten erhielt sein Name eine große Verbreitung.Im I. 1663 legte er seinen Posten als königlicher Advocat zu Gunsten seines SohnS Theo-dore nieder und starb am 31. Aug. 1615. Seine gesammelten Werke, welche öfters erschie-nen (am vollständigsten 2 Bde., Amst. 1723, Fol.), enthalten außer sehr gehaltreichen hi-storischen und sprachlichen Untersuchungen auch einige poetische Proben.
Pasquier (Etienne Denis, Baron), Kanzler von Frankreich, wurde 1767 zu Pari-geboren. Sein Vater war, wie mehre seiner Vorfahren, Parlamentsrath und starb >794unter der Guillotine. Auch der junge P. studirte die Rechte und erhielt eine Rathsstelle imParlament zu Paris. Während der Revolution blieb er ohne Anstellung und wurde kurzeZeit vor dem 9. Thermidor verhaftet, erlangte aber nach dem Sturze Robespierre'S seine Frei-heit wieder. Erst nach Errichtung des Kaiserthrons trat er durch die Gunst des Neichserzkanz-lers Cambaceres als Nequetenmeister in den StaatSrath ein. Er wurde 1816 zum Staats- ,rath befördert, stieg kurz darauf zum GeneralprocuraZor und empfing zugleich den Barons-titel. Nach Verabschiedung des Posiceipräsecten üon ^aris, DuboiS, erhielt er dessenStelle. Er verwaltete dieses Amt mit Auszeichnung und traf besonders die großartigenAnstalten, welche noch gegenwärtig zur hinlänglichen Versorgung der Hauptstadt mit Le-bensmitteln gelten. Während des russ. Feldzugs von 1812 ließ er sich jedoch von der Ver-schwörung Mallet's (s. d.) überraschen und empfand dafür den Zorn des Kaisers. Erwurde auf Befehl Napoleon's vor den Staatsrath gestellt, der ihn aber in dieser Angele-genheit so gänzlich schuldlos fand, daß er sein Amt behalten konnte. Als die Verbündeten1814 in Paris einzogen, bot er Alles auf, um die Bevölkerung in Ruhe und Sicherheit zn ^erhalten. Nach der Restauration der Bourbons legte er die Policeiverwaltung nieder undübernahm dagegen die Generaldirection der Brücken und Wege, welches Amt er mit der