Pasiphae Pasketoitsch 737
d.h. eine Allgemeinsprache durch Laute, bis jetzt vergebens gewünscht und versucht hat. Dieersten Andeutungen zu einer Pasigraphie gab 1668 der Engländer Wilkins (s. d.), demspäter Andere folgten, namentlich Ehr. G. Berger in dem „Plan zu einer allgemeinen Nede-und Schriftsprache für alle Nationen" (Berl. 1779), Wolke in der „Erklärung, wie diePasigraphie möglich und ausüblich sei" (Dessau und Lpz. 1797), Fry in der „kruttogrs-pkis" (Land. 1799), I. M. Schmidt in den „Pasigraphischen Versuchen" (Wien >815)und im „Magazin für allgemeine Sprache" (Dillingen I8>6). Die erste Idee zu einerPasilalie gab Lcibnitz in der Schrift „Vs arte combiaatoria" (Lpz. 1686), die dann vonLambert im „Neuen Organon" (2 Bde., Lpz. > 76t), von Condorcet in seiner „Lsguisssll'uu tadleau birtoric^us <Ies progres <1e I'es^rit kumain" (Par. 179t), von Ab. Bürja inder „Pasilalie" (Berl. >808) und Andr.Stethy in der „vingua universalis" (Wien 1825)weiter ausgebildet wurde. Vgl. Vater, „Pasigraphie und Antipasigraphie oder über dieneuesten Erfindungen einer allgemeinen Schriftsprache für alle Völker" (Weißens. 1795);Niethammer, „Über Pasigraphie und Ideographie" (Nürnb. 1808) und Andr. Riem,„Über Schriftsprache und Pasigraphie" (Manh. 1809).
Pastphäe, die Tochter des Helios und der Persels, Schwester des ÄetcS und derCirce, Gemahlin des Minos, die Mutter des Androgcos, Deukalion, Glaukos, Katreus,der Akalle, Lcnodike, Ariadne und Phädra, entbrannte, von der Aphrodite, welche demganzen Geschlechte des Helios Rache geschworen hatte, verblendet, in unnatürlicher Liebezu einem Stier. Dädalos verfertigte künstlich eine hölzerne Kuh; in diese verbarg sie sich,genoß so mit jenem Stier die Freuden der Liebe und zeugte von ihm den Minotauros. —PasipHa k hieß auch eine Orakclgöttin zu Thalamä in Lakonien, welche für eine Tochterdes Atlas, oder für identisch mit der Kassandra, oder der Daphne, der Tochter dcs Amyklas,gehalten wird. In ihrem Tempel pflegte man zu schlafen, um im Traume Offenbarungenzu erhalten.
Pasitöleö, ein berühmter Toreut und Erzgicßcr um 85 v. Ehr., war aus Großgrie-chenland gebürtig, erhielt aber zu Nom das Bürgerrecht und zeichnete sich in seiner Kunstdurch Fleiß und Sorgfalt aus, indem er nur nach genau vollendeten Modellen arbeitete.Unter seinen Arbeiten wird eine Statue für den Jupitertempel des MctclluS, auch einWcrkvon ihm, „Mrsbilia operrr" oder über die berühmten Kunstwerke des Alterthums, erwähnt.
Paskewitsch (Joh. Fedorowitsch), Grafvon Eriwan, Fürstvon Warschau,russ. Fcldmarschall und Statthalter im Königreich Polen, stammt aus einer adeligen Fa-milie Kleinrußlands und wurde zu Poltawa am 8. Mai 1782 geboren. Er besuchte zuersteine öffentliche Lehranstalt in Petersburg, kam unter der Kaiserin Katharina II. in das dor-tige Pageninstitut, wurde von Pauli, zu seinem Leibpagen ernannt und trat 1800 alsLieutenant und des Kaisers Adjutant in das Preobraschrnskiscke Regiment. Zuerst zeich-nete er sich >806 in der Moldau aus, dann 1809 bei der Erstürmung der Festung Brai-low, wo er beinahe seinen Tod gefunden hätte. In dem Kriege mit Frankreich im I. 1812nahm er Theil an den Schlachten bei Smolensk, Borodino, Wiäsma, Krasnoi und späterbei Leipzig, wie er denn auch bei der Blockade von Magdeburg und Hamburg und bei derEinnahme von Paris sich sehr thätig bewies. Die Bahn zu höherm Ruhme eröffnete sichihm erst im Kriege gegen Persien und die Pforte. Als Oberbefehlshaber des kaukas. Ar-meecorps schlug er am25. Sept. >826 bei Elisawetpol das pers. Herr vollständig, wofüri ihm der Kaiser einen goldenen, mit Diamanten besetzten Degen schenkte, und bereits am 13.Nov. stand er jenseit des Araxcs> Im Feldzüge des nächsten Jahrs eroberte er das pers.Armenien und schloß, nachdem er die Hauptstadt Eriwan am 13. Oct. mit Sturm genom-men und mehre andere Festungen in seine Gewalt bekommen hatte, am 22. Fcbr. 1828 denfür Rußland sehr vortheilhaften Frieden mit Persien (s. d.) ab, worauf er vom Kaiserzum Grafen von Eriwan erhoben und mit I Mill. Rubel beschenkt wurde. Die Tür»ken schlug er bei Kars und nach Einnahme der Festungen Achalzike am 27. Aug. 1828 un'sErzerum am 9. Juli 1829 schloß er den Frieden zu AdrianopelXs. d.), in Folge dessender Kaiser ihn zum Feldmarschall erhob und ihn besonders durch Überlassung einer der er-oberten Fahnen zum Andenken für seine Nachkommen ehrte. Im I. 1830 beschäftigte ihnConv.°Lex. Neunte Aufl. X. 47