Druckschrift 
10 (1846) Moskau bis Patricier
Entstehung
Seite
736
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738 Pascha Pasigraphie ss

Wissens ergänzen könne. Namentlich sucht P. zu zeigen, daß die Voraussehungen des Os- 'fenbarungsglaubens nicht kühner und unhaltbarer sind, als die der Wissenschaft. Die Na-tur, sagt er, macht den Zweifler zu Schanden und die Vernunft den Dogmatiker; denn das iUnvermögen dieser kann kein Dogmatiker, die Anschauung der Wahrheit kein Zweifler jebesiegen. Auch warf er geistreiche Blicke auf die Geschichte, doch in einem andern Sinneals später Montesquieu. Seit 1658 fast in beständigem Todeskampfe, fand er Trost inder heiligen Schrift, die er nicht aus den Händen ließ und auswendig lernte. Er starb am29. Aug. 1662. Außer dem Leben P.'S, das seine Schwester Jacqueline, geb. 1626,die auch als Dichterin bekannt ist, und demLloge", welches seine andere Schwester,Gilberte, verfaßte, hat Bossut eine treffliche Abhandlung über P. geschrieben, welche !der von ihm besorgten Ausgabe der Werke P.'s (Haag und Par. 1779; neue Aust.,

5 Bde., 1819) vorangestellt ist. Auch schrieb Raimond einLloge 6s (Par. 1816).Vgl. Neuchlin,P.'s Leben und der Geist seiner Schriften zum Theil nach neu aufgefun-denen Handschriften (Stuttg. und Tüb. >841). Die erste mit der ursprünglichen Hand-schrift verglichene Ausgabe seinerkeasess" hat Prosp. Faugere besorgtkeasees, lrsg-mens et lettre» cle LI.?." (2 Bde., Par. 1844; deutsch von Schwarz, 2 Bde., Lpz. 1844).Unter den verschiedenen Ausgaben seiner Werke ist die von Lemercier besorgte (2 Bde.,Par. 1830) hervorzuheben.

Pascha, ein oriental. Titel, der von den pers. Wörtern ps, d. i. Fuß, und sclisii, d. i.König, Herkommen und so viel als Fußstühe des Königs bedeuten soll, wurde von den Tür-ken ursprünglich nur den Prinzen von Geblüt erthtilt, wird aber jeht allen hohen politischenund militairischen Beamten, sowie dem Großvezier selbst, den Mitgliedern des Divans, demSeriasker, dem Kapudan Pascha u. s. w., vorzüglich aber den Beglerbegs und andern Ver-waltungsvorständen beigelegt, weshalb auch die Statthalterschaften und Unterstatthalter-schaften gewöhnlich Paschaliks heißen. Das charakteristische Zeichen der Paschawürdeist der Noßschweif, der wallend auf einer Stange, an deren Spitze eine vergoldete Kugel sichbefindet, im Kriege ihnen vorgetragen und vor ihrem Zelte aufgepflanzt wird. Nach ihremRang unterscheidet man Paschas von einem, zwei und drei Roßschweifen, welche letztereden Rang und Titel eines Veziers haben..

Paschälis ist der Name dreier Päpste, von denen jedoch der dritte in der röm. Kirchenicht mitgezählt wird. P. I., 817824, mußte sich einer kaiserlichen Untersuchung un-terwerfen, weil er zwei röm. Geistliche, die cs mit Lothar hielten, hatte blenden und köpfenlassen. Daß ihm Ludwig der Fromme die weltlichen Herrscherrechte über Rom geschenkthabe, ist eine Erdichtung des l l.Jahrh. P. II., 19991 > 18, war gegen Philipp vonFrankreich und Heinrich von England nachsichtiger als gegen Heinrich IV., wurde aber vondessen Sohn, Heinrich V., den er zuvor gegen den Vater aufgehetzt hatte, genöthigt, dem Kaiserdie Investitur zu gestatten und im Exile zu enden. P. III, der von den kaiserlich gesinn-ten Cardinälen 1164 gewählte Eegenpapst Alexander's III., kanonisirte Karl den Großen.

Paschasius Radbertus, der Erste, welcher die Brotverwandlungslehre imAbendmahle (s. d.) entschieden aufstellte, war im Gebiete von Soissons um 800 gebo-ren, trat später in das Kloster zu Corbie ein, dessen Abt er von 844851 war, und starb865. In seiner Schrift vom I. 831De corpore et ssngume Domini" erklärte er, beider Consecration werde durch die Allmacht des heiligen Geistes jedesmal derselbe Körper jChristi erschaffen, der einst von Maria geboren worden und nach dem Kreuzestode aufer-standen sei; ohne dieses wirkliche Vorhandensein könne jener Körper seine Kraft nicht äu-ßern. Bei alle Dem schrieb er dem Genüsse nur eine geistige Wirkung zu und hielt den Glau-ben für die nothwcndige Bedingung der Wirkung, Ln welchen zwei Punkten er mit seinenGegnern, dem Mönch Fcudegard, dem Abte Hrabanus Maurus und dem gelehrten PropsteNatramnus übereinstimmte. Übrigens gerieth er mit den: Letzter» auch deshalb in Streit,weil er in der SchriftDe partn virgims" eine wunderbare Entbindung der Maria be-hauptet hatte. Unter seinen Werken ist noch ein Commentar zum Evangelium des Mat-thäus zu erwähnen. l

Pasigraphie, d.h. Allgemeinschrift, nennt man eine allen Nationen der Erde verständ-licheZeichen- oder Schriftsprache, die man aber ebenso wird,« Pasilalie oderPasilogie,