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10 (1846) Moskau bis Patricier
Entstehung
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Pascal 735

sank, Ambleteuse, Vimereux und Etaples unterstützt. Die bedeutendsten Städte sind dieHauptstadt und Festung Arras (s. d.), Boulogne (s. d.), Calais(s. d.) sowie die kleinenFestungen Be'thune (s. d.), Saint-Omer, Bapaume, Aire, Hesdin und Saint-Venant.

Pascal (Blaise), einer der größten Geister und verehrungswürdigsten Menschen,wurde am 9. Juni > 623 zu Clermont in Auvergne geboren. Sein Vater, Etienne P.,der erster Präsident bei der Steuerkammer war, legte bald nachher, um sich ganz der Er-ziehung und dem Unterrichte des Sohnes zu widmen, seine Stelle nieder und ging mit ihm1631 nach Paris, wo er bis >638 blieb. Der junge P. wurde anfangs ausschließend zumStudium der Humaniora angehalten, erst später sollte er die Mathematik kennen lernen.Aber ein Geist wie P. eilte aller Unterweisung voraus; der Vater mußte nachgeben undschon in seinem 13. Jahre beschäftigte sich P. mit Mathematik. Ohne die Sprachen undandere Wissenschaften zu vernachlässigen, machte er in der Mathematik solche Fortschritte,daß er im 16. Jahre eine Abhandlung über die Kegelschnitte schreiben konnte, welche dieausgezeichnetsten Mathematiker in Staunen setzte. Ja schon in seinem 15. Jahre hatte erin einem Briefe an Fermat (s. d.) Ansichten über die Schwere der Körper aufgestellt,welche die Keime jener Entdeckungen enthalten, die Newton zum größten Manne seinerZeit machten. Einige Jahre später erfand er zu Nouen eine sehr künstliche Rechenmaschine;wie denn auch die Brouette und der Haquet, zwei Transportmaschinen, P.'s Erfindungensind. Als Jüngling von 23 Jahren entdeckte und bewies er, daß die Erscheinungen, welchebisher ans dem liorrnr vacui erklärt worden waren, durch die Schwere der Luft bedingtseien. Auch war er, wenn nicht der Erste, doch einer der Ersten, der Höhenmessungcn mitdem Barometer anstellen ließ. Unter dem Namen d'A .... d'Ettenville gab er 1649 seineAbhandlung über die Cykloide heraus. Mit Fermat arbeitete er gemeinschaftlich an Be-stimmung der Beschaffenheit der figurirten Zahlen und an der Summation verschiedenerZahlenreihen. Seit > 654 bahnte er durch sein arithmetisches Dreieck den analytischen For-schungen einen neuen Weg und begründete die Wahrscheinlichkeitsrechnung; während derärgsten Leiden löste er oft in wenigen Minuten mathematische Probleme, an denen AndereMonate lang gearbeitet hatten. Nicht minder ausgezeichneteVerdienste erwarb sich P. umdie franz. Nationalliteratur; durch ihn begann die franz. Prosa bestimmter sich zu gestal-ten. In einem Alter von noch nicht 24 Jahren, wo andere Menschen kaum zu denken an-fangen, hatte er bereits den ganzen Kreis des menschlichen Wissens durchlaufen. Auf ein-mal ergriff ihn mit ganzer Gewalt der Gedanke, daß ein Christ Gott über Alles liebenmüsse, und führte ihn bei seiner unheilbaren Krankheit zu ascetischer Strenge und völligerVerlassung der Welt. Was man über P.'s Gemüthszcrrüttung gesagt hat, z. B. daß siedurch de» Schreck entstanden sei, den er 1654 auf der Brücke von Neuilly gehabt, als seineWagenpferde wild wurden und sich in die Seine stürzten, beruht auf derselben schlechtenBasis, worauf auch das Märchen von Newton's Gemüthskrankheit ruht. Man wollte diechristl'chenGesinnungen des Einen wie des Andern, da man sie einmal nicht leugnen konnte,aus Geistesverwirrung erklären. Die Widerlegung gibt die Chronologie an die Hand.P. hatte schon einige Zeit im väterlichen Hause sein beschauliches Leben geführt und seinenVater, sowie eine seiner Schwestern für seine Gesinnungen gewonnen, als er >653 eineWohnung bei der Abtei Port-Royal, in der Nähe seiner Freunde Arnauld, Nicole, Lance-lot und anderer Jansenisten, bezog. Doch hatte er hier noch immer Augenblicke, wo er sei-nem mathematischen Genie den schuldigen Tribut zollen mußte. So entdeckte er einst in einerschlaflosen Nacht eine Menge wichtiger Eigenschaften der Cykloide. Vom Jan. > 656 biszum März >657 erschienen seine berühmten Briefe gegen die JesuitenI-es kroviociales,on lettres ecrites zmr l.onis 6e Nontslts (Pascal) » un krvvincial cke ses amis avec le»»otes 6e6uiII.Wenl1rocK" (Nicole), die seitdem mehr als 69 Auflagen erlebt haben. Die-selben enthüllten schonungslos die laxe Moral der Jesuiten, denen sie unendlich geschadethaben, und sind ein vollendetes Meisterstück einer reinen und geistvollen Prosa, gedrängt,hellfaßlich, zur Überzeugung fortreißend und überströmend von kaustischem Spotte. Einnicht weniger berühmtes Werk, das nach P.'s Tode aus dessen Papieren zusammengestelltwurde, sind dieke»söes sur la religio»" (Amst. 1692), Fragmente einer großartig an-gelegten Apologie des Offenbarungsglaubens, der allein die Gebrechlichkeit des menschlichen