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Mösien
und „Versuch einer unparteiischen Ketzergeschichte"(2 Bde., Helmst. l'746—48,4.). Seine„Sittenlehre der heiligen Schrift" (fortgesetzt von I. Peter Miller, neue Ausl., 9 Bde.,Helmst. 1770—78, 4.) war wegen ihrer Vollständigkeit und wegen ihrer durchaus prak- 'tischen, auf Erfahrung gegründeten Beziehung ein vorzügliches Werk, aber in der Aus-führung zu wortreich. Auch in der Kanzelberedtsamkeit machte M. theils durch seine „An- IWeisung, erbaulich zu predigen" (herausgegeben von Windheim, 2. Aust., Erl. >771), ^vornehmlich aber durch feine für die Zeit ihrer Erscheinung musterhaften „Heiligen Reden"
(3 Bde., Hamb. 1732 fg.; neue Aust., 1765) Epoche, sodaß man ihn den Vater der neuern !deutschen Kanzelberedtsamkeit nannte, sowie er denn überhaupt um die didaktische Prostder Deutschen große Verdienste hatte. Auch der Auslegungskunst der heiligen Schrift unddem Studium der alten Literatur überhaupt leistete er wichtige Dienste. Er schrieb und ^sprach ein sehr elegantes Latein; sein akademischer Vortrag war ein freier und fließender,blos unterstützt durch wenige Aufzeichnungen.
Mösien hieß als röm. Provinz das Land im Süden der untern Donau, das gegenOsten an das Schwarze Meer stieß, gegen Süden durch die Bergketten des Hämus undOrbelus von Thrazien und Makedonien, gegen Westen durch die des Scardus (jetzt Skai- 1dagh) und durch den Fluß Drinus (Drina), der sich in die Sau ergießt, von Jllyricum 'getrennt wurde. Der Fluß Ciabrus (Cibriz) theilte es in zwei Hälften, deren östliche,Niedermösien MioSri» inferior) dem heutigen BnMnen, die westliche, Ob ermösien(Uoesia Superior), vom Margius (Morawa) durchflossen, dem heutigen Serbien entspricht.Unter den Städten, die in dem Lande hauptsächlich unter röm. Herrschaft entstanden, sindin Niedermösien außer der Stadt Tomi am Schwarzen Meere, in deren Nähe Ovid in derVerbannung lebte, besonders Marcianopolis, Sardica (bei dem jetzigen Sophia), und ander Donau Axiopolis (Naszovat), Dorostorum (Silistria) und Nikopolis, nüd in Ober-mösien Viminacium(Widdin), Singidunum (unweit Belgrad), Naissus(Nissa) undScopi(Uskup) zu bemerken. Die Einwohner gehörten ursprünglich dem thrazischen Volksstamm an ^(s. Thrazien); so die Völkerschaften der Mösier, von den Griechen Mysier genannt, wiesie auch das Land, gleich dem klcinasiatischen, Mysien (s. d.) benannten, der Dacier undEeten, die noch vor Alexander's Zeit über die Donau auswanderten (s. Dacien und )Geten), der Dardanier und der Triballer; die letztem wurden zu Ende des 4. Jahrh.v.Ehr. durch die keltischen Skordisker(s. Kelten), die sich selbst im westlichen M. niederließen,in das östliche verdrängt. Über das letztere übten die Perser seit Da rius I. (s. d.) etwadreißig Jahre lang die Herrschaft; später, zur Zeit des peloponnesischen Kriegs, gehörte ei >zu dem thrazischen Reich der Odrysen unter Sitalkes und dessen Sohn Seuthes. Nach der (Eroberung von Makedonien kamen die Römer in Berührung mit den möstschen Völkern;schon M. Livius Drnsns (s. d.) siegte im I. tli v. Ehr. über die Skordisker; völligunterworfen wurde das ganze Land im 1.29 v. Ehr. durch M. Licinius Crassus. Seitdementstand an der Donau eine Reihe röm. Festungswerke, deren Spuren noch jetzt übrig sind.Unter Tiberius erhielt das Land, in welchem zwei Legionen lagen, röm. Provinzialem-richtung; seine Blüte fällt in die Zeit Trajan's, der von hier aus Dacien unterwarf. Im '3. Jahrh. begannen die Einfälle der Gothen (s. d.), gegen die Decius (s. d.) im I. 25l jin M. siel, bis ihnen Claudius II. durch den Sieg bei Naissus im I. 269 und Aurelian im ,I. 271, der die röm. Colonisten aus Dacien nach M. verpflanzte, für einige Zeit ein Ziel 'setzten. Bei dem Andrang der Hunnen überströmten die Westgothen das Land, das ihnen, >!.nachdem Valens gegen sie bei Adrianopel im J. 378 Schlacht und Leben verloren hatte, 1Theodosius I., dessen Oberherrschaft sie anerkannten, einräumte. Viele von ihnen blieben ^bei dem Wegzug des Volks im Anfänge des 5. Jahrh. zurück und erhielten sich unter demNamen Mösogothen (s. d.) bis ins 6. Jahrh. in dem Lande, das seit 395 oström.Pro-vinz war. (S. Byzantinisches Reich.) In Niedermösien wanderten im 6.Jahrh.die slaw. Anten ein, die gegen Ende des 7. Jahrh. unter die Herrschaft der Bulgaren(s. d.) sich beugten; in Obermösien wurden durch Herakliuö gegen die Avaren zu Anfängedes 7. Jahrh. die Serbier (s. d.) ausgenommen. ^