Lohenstein Löhr (Ioh. Andr. Christian) 61
einer Einleitung von Görrcs (Heidclb. > 8 > 3). Vgl. Lucas, „Über den Krieg von Wartburg"(Königsb. 1838).
Lohettstein (Kasp. Da», von), eines der Häupter der zweiten schles. Dichterschule,gcb.am 25. Jan. >635 zu Nimptsch, studirtc nach dem Besuch eines breslauer Gymnasiumsin Leipzig und Tübingen die Rechte, und bereiste dann Deutschland, die Schweiz und dieNiederlande. Jm J. > 666 wurde er würtemb.-ölsnischer Negierungsrath und später kaiser-licher Nach und erster Syndicus in Breslau, wo er am 28.Apr. l 683 starb. Seine dichte-rischen Werke sind sechs Trauerspiele und „Blumen", d. h. lyrische Gedichte, theils geist-lichen, theils weltlichen Inhalts, großentheils Gelegenheitsgedichte. L. hatte das Bestreben,der Phantasie ihre Rechte in der Dichtung wieder einzuräumcn, nachdem sie von Opitz unddessen Anhängern allzusehr beschränkt worden war. Aber ohne einen gründlich gebildetenGeschmack, auf den namentlich die schwülstigen Italiener, wie Marino, gewirkt hatten,wußte er nicht Maß zu halten. Wenn auch nicht so lüstern, wie sein Zeitgenosse Hof-mannswaldau (s. d.), so geht er doch, namentlich in seinen Trauerspielen, mit Vorliebeauf Darstellung des Schauderhaften und sogar des Widerlichen ein. Er häuft in ihnenBeweise einer ganz unstatthaften Gelehrsamkeit auf, während dieselben auf der andernSeite ein bedeutendes Talent L.'s beweisen. Ohne hervortretende Eigenthümlichkeit sindseine lyrischen Gedichte. Er fand bis in den Anfang des >8. Jahrh. so viele Nachahmer,daß der Name Loh ensteinianer zum literarischen Parteinamen wurde. Gesammelt sindseine Dichtungen in seinen „Trauer-und Lustgedichten" (Bresl. I68V; Lpz. >733). Vonseinen prosaischen Schriften ist zu nennen „Arminius und Thusnelda, ein Heldenroman"(2 Vde., Lpz. >689,3.; umgeänderte Ausg., 3 Bde., Lpz. >73l). In der Anlage höchstmangelhaft, enthält dieser Roman neben theils schwülstigen, theils faden Partien manchewerthvolle Einzelheiten, die ihn unter den Kunstromanen des >7.Jahrh. obenanstcllen. Erwurde von L. unvollendet hinterlassen und erst von dessen Bruder, dann vom PfarrerWagner in Leipzig fortgeführt.
Lohgerberei, s. Gerberei.
Löhr (Ägid. Valent. Felix Ioh. Ferd. von), großherzoglich Hess. Geh. Rath undordentlicher Professor der Rechte an der Universität zu Gießen, geb. am >7. März >783zu Wetzlar, studirte > 802—3 zu Marburg, Gießen und Göttingen. Durch seine Schrift„Die Theorie der Culpa" (Gieß. >806) mit Grolman in engere Verbindung gebracht,übernahm er >807 die Mitredaction des „Magazin für die Philosophie des Rechts undder Gesetzgebung", dessen fünf erste Hefte fast ganz von ihm hcrrühren. Im I. > 808wurde er Justizrath und ordentlicher Professor des Rechts an der von dem Großherzog vonFrankfurt gestifteten Nechtsschule zu Wetzlar, und >813 folgte er dem Rufe nach Gießen.Seine Bestrebungen sind vorzugsweise der historischen Seite des Rechts zugewendet,und in der Gründlichkeit und dem Scharfsinne, mit denen er diese Richtungen verfolgt,stellt er sich zunächst seinem Lehrer Hugo zur Seite. Indessen ist seine durch mancherleiVerwaltungsgeschäfte in Anspruch genommene Thätigkeit vorzugsweise dem Kreise seinesunmittelbaren Lebensberufes gewidmet geblieben, und sein schriftstellerisches Wirken hatsich in keinem größern Werke concentrirt. Von seinen Schriften sind noch anzuführen die„Beiträge zur Theorie der Culpa" (Gieß, und Darmst. >808) und die zunächst in derForm von Einladungsprogrammen erschienene „Übersicht der das Privatrecht betreffendenConstitutionen ber röm. Kaiser u. s. w." (Wetzl. >811 — >2).
Löhr (Ioh. Andr. Christian), ein durch seine Jugendschriften ungemein verdienterMann, geb. zu Halberstadt am >8. Mai >763, mußte wegen Armuth seinem Lieblings-wünsche, Medicin zu studiren, entsagen, und widmete sich der Theologie. Doch sehr baldfehlte es ihm auf der Universität am Unentbehrlichsten; abgehungert und im kalten Winter>781—82 halberfroren, nahm sich endlich ein Menschenfreund seiner an, unterstützte ihnund verschaffte ihm eine Lehrerstelle am Waisenhause zu Halle. Doch der Grund zu seinerdurch das ganze Leben ihn begleitenden Kränklichkeit war einmal gelegt, übertriebenesArbeiten, um sich das Nöthige zu verschaffen, schwäch» ihn noch wehr, und es erfolgtenwiederholte Blutstürze, die ihn dem Grabe nahe brachten. Nach drei Jahren mußte er seineStelle in Halle aufgeben und nahm nun eine Hauslehrerstelle, in Gatterstädt bei Querfurt