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9 (1846) Ligny bis Mösien
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Limmat Lindau 9

verbunden sind. Sie zählt gegen 90000 E., ist Sitz eines anglikan. und eines katholischenBischofs, hat vier katholische Kirchen, zwei Mönchsklöster, von denen das eine 1815 imgoth. Stile neugebaut wurde, ein Nonnenkloster mit einer Mädchenschule, eine anglikan.Kathedrale, vier protestantische Bethäuser und Kapellen für Presbyterianer, Independen-ten, Quäker und Methodisten, und ansehnliche Wohlthätigkeitsanstalten. Die Haupthan-delsartikel sind Getreide, Salzfleisch, Häute, Leinwand, Tuch, Handschuhe, Branntwein,Cider und vortreffliches Papier, welches in der Nähe verfertigt wird. 8. wurde im S.Jahrh.vom Norweger Zvor gegründet, und noch im t2. Zahrh. gab es normänn. Könige daselbst.

Limmat heißt der Ausfluß des Zürichersees. Dieser klare und ziemlich breite Flußdurchströmt die Stadt Zürich und nimmt unterhalb derselben die Sihl auf, ein aus demCanton Schwyz kommendes Bergflüßchen. Bei Windisch unweit Brugg im CantonAargau ergießt sich die Limmat in die Aar; sie hat starken Fall und ein felsiges B'ett,wodurch die Schiffahrt mühsam wird.

Limoges, die Hauptstadt des franz. Departements Obervienne, mit 32000 E., derSitz eines Bischofs, hat eine schöne, aber freilich noch nicht ausgebaute Kathedrale, eineAkademie mit zwei Facultäten, eineGesellschaft für Ackerbau, eine Bibliothek, eine Münze,ein Hospital und ein Arbeitshaus. Man fertigt daselbst baumwollene und wollene Waaren,Packleinwand (Limoges genannt), Porzellan und Talglichter und treibt mit diesen Gegen-ständen, sowie mit Vieh einen ansehnlichen Handel. L. ist das ^ugustoritum der Römer, hatteunter denselben ein Amphitheater und hat noch gegenwärtig eine Menge Trümmer aus derRömerzeit aufzuweisen. L. kam im 8.Jahrh. an die Westgothen, dann an die Franken undgehörte hierauf zu Nensirien, bis es bei der Ländertheilung Frankreich zufiel. Später gehörtees zu Aquitanien, dann den Engländern; erst König Johann vereinigte es mit Frankreich.

Limöne. Man vermengt unter diesem Namen mehre Arten von Citronenbäumen,deren Früchte jedoch alle durch einen reichlichen, aus Citronensäure, etwas Apfelsaure undPflanzenkleber bestehenden Saft sick auszeichnen. In Südeuropa cultivirt man neben derechten Citrone, deren Früchte eine höckerige, dicke Rinde haben, die Limone. Sie ist ausge-zeichnet durch dünnrindige, glatte,-sehr saure Früchte, welche die im Handel verkommendengemeinen Citronenfs.d.) sind. In Westindien, Brasilien und Ostindien wächst eine Art,deren kleine, kugelrunde, grüne und ungemein saure Früchte den Limonensaft liefern, derals ein bedeutender Handelsartikel zumal von seefahrenden Völkern viel verbraucht wird.Eine Abart der südeurop. Limone hat einen süßlichfaden Geschmack, und kommt in Süd-europa und den meisten tropischen Colonien unter dem Namen der süßen Limone vor.Der Saft der amerikan. Limone empfiehlt sich durch größere Wohlfeilheit und stärkernSäuregehalt vor der Citrone, ist aber im Binnenlande selten anzutreffen.

Limpurg, eine Grafschaft im würtemberg. Jaxtkreise von 25000 E-, gehörte sonstdem Grafen von L., ist aber jetzt zur Hälfte dem Staate anheimgefallen, zur Hälfte imBesitz mehrer Standeshcrren. Sie besteht aus den beidenHaupttheilen Gaildorf undSont-heim. Die Grafen von L. bekleideten dasReichserbschenkenamt, das nach ihrem gänzlichenErlöschen im I. 1713 an die Grafen von Althaan überging. Vgl. Prescher,Geschichteund Beschreibung der Reichsgrafschaft L." (2 Bde., Stuttg. 1789).

Lincoln, die Hauptstadt der Grafschaft gleiches Namens in England mit 15000E.,an der Witham, der Sitz eines anglikan. Bischofs, ist besonders merkwürdig durch seineauf einem steilen Hügel gelegene Domkirche, die nach der Yorker die größte in England ist,und das newporter Thor, ein Römerwerk. Die Stadt hat mehre Wollenfabriken undtreibt vielen Handel mit Knochenmehl, Vieh und Landesproducten. Sie ist das I.inckumder Römer; zur Zeit der Heptarchie war dieses eine Zeitlang Sitz der Könige von Mercia.

Lindau, eine ehemalige freie Reichsstadt im bair. Kreise Schwaben, im Bodenseeauf zwei Inseln erbaut, mit dem Lande durch eine 290 Schritt lange hölzerne Brücke ver-bunden, weshalb sie früher das schwäbische Venedig genannt wurde, zählt gegen 4000meist protestantische E., dieSchiffbau und bedeutenden Handel mit Obst, Wein, Kirschgeist,Fischen und Käse treiben. Der 1812 hier angelegte Maximilianshafen, welcher über 200kleine Schiffe aufnehmen kann, ist der Centralpunct des Verkehrs zwischen Baiern undderSchweiz und unterhält mit den andern wichtigen Bodenseestädten eine lebhafte Dampf-