Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
751
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Liewen Ligue 751

der von ihm, und ans dem Stadthause zu Leyden eines seiner besten Werke, nämlich die Ent-haltsamkeit des Scipio. Seine Handzeichnungcn stehen in hohem Werthc und ebenso seineKupferstiche, die zum Thcil geätzt, zum Thcil mit der kalten Nadel vollendet sind, nach Artder Nembrandt'schcn Blätter. Sein Blatt, die Auferweckung des Lazarus, wird hoher ge-schätzt als das vyn Nembrandt über denselben Gegenstand. Die Anzahl scincrKupferstichebeträgt etwa 60. Sein Todesjahr ist ungewiß.

Liewen, eine alte freiherrliche, in Liefland und Kurland begüterte Familie, wurde inder einen Linie in Schweden in den Grafen-, in der andern in Rußland 1826 in den Für-stenstand erhoben. Joh. Heinr. Graf vonL., geb. >670, gcst. >710, war der be-ständige Begleiter König Karl's XIl. von Schweden auf allen seinen Kriegszügrn.Charlotte Karlowna Fürstin von L., geb. von Bosse, die Witwe des rnss. Gene-ralmajors Andreas Nomanowitsch von L., wurde als die Erzieherin der Kinder KaiserPaul's l. >70-1 Ehrendame der Kaiserin und 1700 Gräfin, bei der Thronbesteigung Kai-ser Alexanders Obcrhofmeistcrin und bei der Krönung des Kaisers Nikolaus in den Für-stenstand erhoben. Sie starb 1828. Karl Andreiewitsch Fürst vonL.,geb.um1765, war in russ. Militairdienstcn zum Generalmajor aufgestiegen, als er >817 als Cu-rätor an die Spitze der Universität zu Dorpat trat. Er wurde 1826 Staatsrath, 1827 Ge-neral der Infanterie und 1828 wirklicher Geh. Rath und Minister der Vvlksaufklärung.Zm J. > 863 mußte er seine Ministerstelle an Uwarow abtrctcn und wurde nun zum kaiser-lichen Palastmarschall befördert. Christoph An drciewitsch Fürst von L., russ. Ge-ncrallieutcnant, früher Gesandter in Berlin und von 181334 in London, auf welchemPosten er sich bei den Verhandlungen über die Pacification Griechenlands und über dieTrennung Belgiens sehr thätig bewies, starb zu Rom 1830. Des Letztem Gemahlin,Dorothea Fürstin von L., geb. von Benkendorf, seit 1828 Ehrcndame der Kaiserin,gehört zu den politischen Celebritäten, indem sie wie früher in Berlin und in London, soauch in Paris, wo sie nach ihres Gemahls Tode ihren Aufenthalt nahm, in ihren Salonsdie interessanten Notabilitäten versammelt.

Liga, s. Ligue.

Ligarms (Quintus), ein röm. Senator und Anhänger des Pomp ejus (s. d.),hielt sich seit 51 v-Chr. als Legat in Afrika auf, und wurde hier von den bedrängten Pom-pcjanern, die sich dahin flüchteten, zum Oberhaupt ihrer Partei erwählt. Obgleich er diesentschieden ablehnte, wurde er dennoch durch den Sohn des von Nom aus nach Afrika zurVerwaltung der Provinz abgeschicktcn L.Älius Tubero (s.d.) der Widersetzlichkeit gegenCasar öffentlich angeklagt, von Cicero aber in der Rede?ro^si-in", welche schon dieAlten zu den schönsten zählten, im Beisein des Cäsar selbst 47 v. Chr. siegreich vertheidigt.Völlig freigesprvchen und begnadigt, nahm er doch später an der Verschwörung gegen Cä-sar Theil und fand bei dem Umstürze der Republik seinen Untergang.

Ligatur oder Bindung heißt die Verbindung zweier Noten von gleicher Tonhöhezur Bezeichnung eines Zeitwerthes, dessen Darstellung durch Eine Note entweder an sichunmöglich (z.B. 5 Achtel) ist, oder es dadurch wird, daß er in zwei verschiedene rhythmischeGlieder, z. B. auf das letzte Viertel des einen und das erste des nächsten Taktes fällt. Imsogenannten strengen Satz spielt die Ligatur bei derVorbereitung der Dissonanzen und denVorhalten eine Hauptrolle. (S. Gebunden.) Bisweilen nennt man auch Ligaturdas dichte Aneinandcrschlicßen mehrer Noten ungleicher Höhe, die man aber richtiger ge-schleifte Noten nennt.

Ligne, ein altes Geschlecht in Belgien, das seinen Stammsitz inHcnnegau hat. Her-brand, ein Nachkomme der souveraincn Grafen von Elsaß, kam gegen 1000 nach Hen-negau, heirathete Hcrmingarde, die Schwester Dietrich'ß von Leuze, und nahm nach denZeichen seines Wappens den Namen Ligne an. Anton von L., der große Teufel ge-nannt, erhielt >513 durch ein Patent König Heinrich's VIII. von England und ein Diplomdes nachmaligen Kaisers Karl's V. die Würde eines Fürsten von Mortagne. Späterernannte der Kaiser dessen Sohn, I akob von L., Fürsten von Mortagne, zum Grafen.Durch eine Bulle vom 20. März 1601 wurde vom Kaiser Rudolf II. der Graf La moralvon L., Fürst von Epinoy, Souverain von Fagnollcs, zum Fürsten deS röm. Reichs für