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Liguit
sich und seine Nachkommen beiderlei Geschlechts erhoben.— Die Vermählung des Flo-renz vonL. mit Luise von Lothringen im I. l 608 brachte das Fürstenthum Amblisc undandere beträchtliche Besttzthümcr des lothring. Hauses au die Familie. — Gegenwärtigzerfällt das Geschlecht noch in die drei Seitenzwcige Arenberg (s. d.), Chimay und Dar-bacon. — Karl Jos., Fü rst von L., östr. Feldmarschall, bekannt als geistreicher Schrift-steller und Weltmann, wurde am 2?,. Mai l 7 36 zu Brüssel gcboreü. Schon sein Vaterund Großvater waren Feldmarschälle in östr. Diensten. Auch er trat >752 in ein östr.Dragoncrregiment, stieg l756 zum Hauptmaun und zeichnete sich im SiebenjährigenKriege vielfach auS. Nach der Schlacht bei Hochkirch wurde er Oberst. Kaiser Joseph !!.,als er die Negierung antrat, ernannte ihn zum Generalmajor, und 1771 zum Eenerallieu-tenant. Im bair. Erbfolgekriege führte er unter London die Avantgarde. Nach dem Frie-den erweiterte er seine Bildung durch literarische Studien, bereiste Italic», die Schweiz undFrankreich und machte an den Höfen durch sein geistreiches und liebenswürdiges WesenGlück und Aufsehen. Auf mehren diplomatischen Sendungen nach Petersburg gewann erauch die Gunst der Kaiserin Katharina II. und wurde von derselben mit dem Titel einesrnss. Feldmarschalls und einem Landgute in der Krim beschenkt. Der Kaiser Joseph verliehihm 1788 die Würde eines Großmeisters der Artillerie und schickte ihn an den FürstenPoremkin, dem er in der Belagerung von Otschakow bcistand. Im folgenden Jahre führteer ein östr. Armeecorps unter London und befehligte mit Nuhm die Artillerie in der Be-lagerung von Belgrad. Der Tod des Kaisers Joseph setzte seiner militairischen Laufbahnfür immer ein Ziel. Obgleich er den Aufstand der Niederländer öffentlich misbilligte, blieber doch dem Kaiser Leopold verdächtig, zumal da sein ältester Sohn auf der Seite der Pa-trioten stand. Nachdem er diesen Sohn am I -1. Sept. > 792 in dem Feldzuge der Verbün-deten in der Champagne verloren, wurde er auch bei der Eroberung Belgiens durch dieFranzosen aller seiner Güter beraubt. Die lange Zeit, die er nun ohne alle öffentliche Thä-tigkcit zubrachte, widmete er fortan mit Eifer literarischen Beschäftigungen. Im I. 18»7ernannte ihn . der Kaiser Franz I. zum Hauptmann der Gardetrabantcn und >898 zumFeldmarschall, ohne' ihm jedoch ein Commando zu übertragen. Als Bonaparte 1893 dieSequestration der zahlreichen Güter des HlNisesL. aufhob, übertrug der Fürst seine Rechtean seinen Sohn Ludwig Lamoral, gest. am 19. Mai 1813. Von Seiten des DeutschenReichs erhielt er als Entschädigung die Abtei Edelstetten, die er > 85 kan den Fürsten Ester-hazy verkaufte. Zur Zeit des Congresses in Wien im I. l 8l 4 hielt sich der Fürst daselbstauf. „I7s conFrvs «isiise, il ne msrelie I>as" bemerkte er hier über die endlosen Bälle und.Feste; auch fügte er hinzu: „Wenn alleVergnügungen erschöpft sind,werde ich dasLeichen?-begängniß eines Feldmarschalls zum Besten geben". Er hielt Wort; denn er starb am 13.Dec. 1814. Vis zu seinem Ende blieb er nach Sitte, Gesinnung und Denkweise der Typuseines Franzosen der alten Zeit. Im Umgänge war er geistreich, witzig, geschwätzig undäußerst gutmüthig; auch seine zahlreichen Schriften, die für die Zeitgeschichte gar nicht un-wichtig sind, tragen denselben Charakter. Unter dem Titel ,MeI»nAes inilituires, litterai-res et seutimentaires" (34 Bde., Wien und Dresd. 1795 — 1811) gab er eine Samm-lung seiner Schriften heraus, an welche sich die „Oeuvres postlmmes" (6 Bde., Wien undDresd. 1817) anschließen. Außerdem erschien von ihm „Vie «In prineoLuAene «lebmvoie"(Weim. > 899), welche Schrift er scherzweise dem Prinzen Eugen selbst zuschrieb; ferner„I-ettres" (2 Bde., Weim. 1812) und „UliilosopIlie kill catliolicisme, uvee »ne prelacspar kb. Narlieiaeiee" (Berl. 1816). Die Frau von Stael gab des Fürsten „I.ettres etpensees" (2 Bde., Par. >899), Maltebrun „Oeuvres ckoisies" (2 Bde., Par. 1899)heraus. — Der gegenwärtige Fürst, Eugen Lamoral von L., Fürst von Amblise undEpinoy, geb. am 28. Jan. 1894, ist der Enkel des Vorigen und seit 1836 in dritter Ehemit der Prinzessin Hedwig Lubomirfki vermählt. Bei der Trennung Belgiens von Hol-land gedachte ihn eine Partei auf den belg. Thron zu setzen. Er wohnte 1838 als belg.Gesandter der Krönung der Königin Victoria von Großbritannien bei und ging später alsbevollmächtigter Minister des Königs Leopold nach dem Haag.