Kyrnos Labat 463
musikalischen Messe in der katholischen Kirche und werden auch hier ur»d da noch in der pro.testantischen Kirche gesungen.
Kyrnos, s. Corsica.
Kythera, s. Cerigo.
Kythnos, jetzt Thermia, eine der Cykladischen Inseln im Ageischen Meere, ist seitden ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart durch ihre heißen Quellen berühmt. Vgl. Lan-derer's in neugricch. Sprache verfaßte Schrift „Über die heißen Quellen auf K." (Athen1835), auch in dessen „Beschreibung der Heilquellen Griechenlands" (Nürnb. 1833).
L.
öaaland, eine zum Königreich Dänemark gehörige Znsel in der Ostsee, vor dem Ein-gänge in den Großen Belt, hat einen Flächenraum von 21 OM. und ungefähr 54000 E-,und zeichnet sich durch große Fruchtbarkeit aus. Die bedeutendsten Städte sind Mariaböemit >300 E., der Sitz des Stiftsamtmanns, und Nakskow mit 2200 E., einem Gymna-sium, einer Synagoge, einem Hafen und nicht unbedeutendem Eetreidehandel. — Von derInsel führt das Stift Laal and, das südlichste des Königreichs Dänemark, den Namen,das außer derselben und mehren kleinern Inseln noch die nur durch den engen Guldborg-sund von L- getrennte Insel Falster (s. d.) umfaßt und aus 30 OM. 73000 E. zählt.
Laar (Peter van), oder Laer, genannt Bamboccio, ein berühmter Maler und aus-gezeichneter Musiker, war ums I. 1013 zu Laren bei Naarden in Holland geboren. Nach-dem er seine erste Ausbildung daheim erhalten, ging er nach Rom, wo er > 6 Jahre zubrachte,mit Poussin, Claude Lorrain, Sandrart und andern ausgezeichneten Künstlern im ver-trauten Umgänge stand und auf den Geschmack der Italiener bedeutend einwirkte. Nachseiner Rückkehr lebte er zunächst in Amsterdam, später in Hartem, wo er um 167 4 in Folgevon Hypochondrie sein Leben mit einem freiwilligen Tode schloß. Den Beinamen Lam-boccio, d. h. Krüppel, erhielt er während seines Aufenthalts in Nom seiner possirlichen Fi-gur wegen. Er malte meist Scenen aus dem Volksleben der niedrigsten Classe, Bettler,Räuber u. s. w., und zwar nicht ohne Geist und Kraft, in der Behandlungsweise der nea-polit. Schule. Nach seinem speciellen Beinamen hat man das ganze Genre, dem er anhing,Bambocciaden (s. d.) genannt, obschon die Hauptrepräsentanten desselben, Teniers,Brouwer u. A., älter sind als er. Als Musiker liebte er besonders die Violine.
Labadie (Jean de), Mystiker und Separatist des 17. Jahrh., geb. zu Bourg inGuienne 1610 , gehörte anfangs dem Orden der Jesuiten an, bis er 1650 zur resormirtenKirche übertrat. Als er 300 Katholiken zu Montauban zu gleichem Schritte veranlaßte,wurde er verbannt und ging nun als Prediger zunächst nach Orange, dann nach Genf und166S nach Middelburg in Seeland. Hier seines Amtes entsetzt, weil er Spaltungen erregte,wendete er sich nach Amsterdam, stiftete eine eigene Sekte, die der Labadisten, und starbendlich um 1674 zu Altona. Er polemisirte gegen die protestantische Lehre von der Recht-fertigung, über die er mehr katholisch dachte, und wollte Taufe und Abendmahl nur Sol-chen ertheilt wissen, die Proben der erfolgten Wiedergeburt ablegen könnten. Eine seinerSchülerinnen, die ihn auf seinen Zügen begleiteten, Maria Schumann, hat seine Grund-sätze in der „Lucleria vel melioris psrtis slectio" (2 Bde., Altona 1672—84) dargestellt.
Labärum hieß in der spätröm. Zeit die kaiserliche Hauptfahne des Heers, in derenpurpurfarbenes Tuch Konstantin der Große im Kriege gegen Maxentius das Zeichen desKreuzes und die griech. Anfangsbuchstaben des Namens Christi (X und k) sehen ließ, wo-zu er durch eine wunderbare Erscheinung des Kreuzes bewogen wurde.
Labat (Jean Bapt.), Missionar und Reisender, geb. 1663 zu Paris, wurde in sei-nem 19. Jahre Mönch, lehrte darauf Mathematik und Philosophie in Nancy, wo er zu-gleich die Stelle eines Predigers versah, und kehrte 1693 nach Paris in das Dominicaner-kloster in der Straße St.-Honore zurück. Ein bald daraus von dem Superior der Domini««wer auf den franz. Antillen eingegangener Brief, kn welchem dieser seine Brüder in Eu«