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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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750 Licgiliß Lievens

tcrsitze Krcmon, Segewold und Treiben mit ihren herrlichen Ruine» und neuen Pracht-bunten. Auch die am Dünastrom gelegenen Güter Äschernden und Kokenhusen, der Fe-stensee mit seinen malerischen Umgebungen, Schloß Hochrosen, Karkus und Hciligenscemitten im Lande, und die Strandgcgenden bei Ncubad, Pernigcl und Sophienruhe sinddurch ihre herrliche Lage berühmt. Der höchste Punkt des Landes ist der etwa 1100 F.hohe Muna Maggi, d. h. Eicrberg, südlich von Wcrro, und der ausgedehnteste See nachdcm Peipus, der nur die Grenze berührt, ist dcrWirzjerw, den der Embachfluß durchströmt.

L. wurde dem übrigen Europa erst durch bremer Kauslcute bekannt, die l>58 aufihrer Fahrt nach Wisby auf Gothland an die livländ. Küste verschlagen wurden. DreißigJahre später war schon der Augustinermönch Meinhard zur Bekehrung der dasigcn Be-wohner thätig. Bischof Albrecht baute um 1200 die spater so bedeutende Stadt Riga,gründete 1201 den Orden der livländ. Schwertritter, der sich später mit dem DeutschenOrden verband und, nach kurzer Occupatio» des Landes von Seiten Dänemarks, ganz L.,Kurland, Semgallen und Esihland unterwarf. Die Kämpfe mit Iwan Wassiljewitsch ll.brachen die Macht des Ordens, der 15,61 nur noch Kurland nebst Semgallen als Lehender poln. Krone behielt, während Esthland schweb, und L. poln. Schutzprovinz wurden.Nach dem Tode des letzten Hecrmeisters des Deutschen Ordens, Gotthard Kcttler, der schonals weltlicher Herzog regiert hatte, wurde L. wechselsweise von Rußland, Polen und Schwe-den beansprucht. Im I. 1660 verband der Friede zu Oliva L. mit Esihland als schweb.Provinz und 172 l im Frieden zu Nystadt kamen beide Länder zu gleicher Zeit an das russ.Reich, welches später auch Kurland und Semgallen, die dritte der Ostseeprovinzen, mit sichzu vereinigen wußte. Vgl. de Bray,V->sm s»r I'Iiistnire <Ie la 17." (3Bde., Dorp. 1817);Merkel,Die freien Letten und Esthen" (Riga 1820) und Bienenstamm,Geographi-scher Abriß von Esthland, L. und Kurland" (Riga 1826) und die Specialkarte von L.(6 Blatt, Petersb. 1839).

LiegniH, die Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks in der preuß. ProvinzSchlesien, am Zusammenflüsse des Schwarzwasscrs und der Katzbach, freundlich zwischenGärten und Promenaden gelegen, hat 12000 E., ein königliches Schloß, in welchem derSitz der Negierung ist, eine katholische Kirche mit der Gruft der letzten plastischen HerzogevonLicgnitz und Dricg,zwci cvangelischeKirchcn, eine 1708 vom Kaiser Joseph I. gestifteteNitterakademie, die mit Vorbehalt der adeligen Freistellen 181 OzueinerGymnasialbildungs-anstalt für die höhern Stände überhaupt erweitert wurde, ein Gymnasium, eine Gewerbe-schule, ein Taubstummeninstitut und ein neues Theater. Die Nahrungszweige der Be-wohner sind Verfertigung von Töpferwaaren, lebhafte Tuchfabrikation und besonders derbeträchtliche Gemüsebau in den Gärten der Vorstädte, Kräutercien genannt, deren Producresehr weit verfahren werden und einen jährlichen Gewinn von 100000 Thlr. abgebcn.L. war früher, seit I >61, Residenz der Herzoge des vormaligen unmittelbaren, etwa 31OM. mit 100000 E. umfassenden Fürskenthums Liegnitz, die mit George Wilhelm,dem letzten schles.Herzoge aus dem Piastenstamme, 1675 auSstarben, worauf Ostreich, un-geachtet der Erbansprüche Brandenburgs, das Fürstenthum in Besitz nahm. Unweit L.bei dem Dorfe Pfaffendorf besiegte am 15. Aug. 1760 Friedrich der Große den GeneralLoudon, bei dem Dorfe Lindenbusch 1631 Arnheim mit seinen Sachsen die Kaiserlichenunter Kvlloredo, und das gleichfalls in derNähe gelegene Wahlstatt (s.d.) ist sogar durchzwei Schlachten merkwürdig. Zur Fürstin von L. wurde 1821 die Gräfin Auguste vonHarrach (s. d.) erhoben, als sich der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., mit ihrin morganatischer Ehe verband.

Liestal oderLiestall, derHauptort des schweiz.Contons Basel-Landschaft (s. Ba-sel), an der Ergolz, ist der Sitz des Landraths, der Regierung und des Obergerichts desCantovs und hat über 2000 E-, die zum Theil durch Fabrikthätigkcit sich nähren.

Lievens (Jan), ein ausgezeichneter holländ. Maler und Kupferstecher, gcb. zu Ley-den 1607, war der Schüler Georg van Schooten's und Peter Lastmann's. Schon in seinem18. Jahre hatte er sich einen bedeutenden Ruf als Bildnißmaler erworben. Im 1.1630 ginger nach England, wo er die Bildnisse Karl's I. und der Königin und vieler Großen malte;kehrte aber 1611 nach Holland zurück. Zu Brüssel und Antwerpen sind mehre Kirchenbil-