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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
748
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748 Lied Liedertafeln

im Besitze des Karl'schen Majorats ist. Ioh. Jos. von der altern Linie, geb. am 25. Juin176«, zeichnete sich in den franz. Kriegen am Rhein und in Italien durch Tapferkeit undGlück aus, schloß 1805 den Frieden zu Prcsburg und überließ l 806, weil Napoleon ihnaus Wohlwollen ohne sein Wissen zu Paris in den Rheinbund ausgenommen hatte, daßFürstcuthum L. seinem noch unmündigen dritten Sohne, Karl Joh. Anton. In der Folge,

181 -I, übernahm er von seinem Sohne das Fürstcnthum wieder und trat >815 dem Deut-schen Bunde bei. Er starb zu Wien am 20. Apr. 1856. Sein ältester Sohn und Nach-folger, Aloys, geb. am 26. Mai l706, vermählte sich 1831 mit Franziska de Paula,Gräfin von Kinsky, geb. 1815, mit der er neben sieben Töchtern auch einen Sohn, denPrinzen Johann, geb. 1850, zeugte. Im Besitz der Secundogcnilur ist der Prinz Karl,geb. 179«, kaiserlicher Feldmarschalllieutenant.

Lied ist die einfachste und zugleich mannichsaltigste unter den verschiedenen lyrischenDichtungsarten und mehr auf die Erregung sanfter und wohlthucnder, als heftiger undaufregender Gefühle gerichtet. (S. Lyrik.) Der Gegenstand des Liedes sind daher alle all-gemein menschlichen Gefühle, Freude an der Natur, Liebe, Religion, Vaterlandsliebeu. s. w., und es kann entweder heitern oder ernsten Inhalts sein. - Zur innern Wahrheitdes Liedes gehört, daß es irgend eine bestimmte Nationalität ausspricht, weshalb die soge-nannten Volkslieder (s. d.) meist die vorzüglichsten sind; ebenso wesentlich gehören zumLiede einfache Regelmäßigkeit der Form, bei den modernen Völkern der Reim, und stetsSingbarkeit, die durch allgemein faßliche Gesangweisen unterstützt werden muß. Wie allelyrische Poesie, so hat auch das Lied erst in der christlichen Welt seine volle Entwickelungerhalten. Die alte Welt hat von Dichtungen der Art nur Weniges aufzuweisen; desto bc-deutender aber war die Entwickelung sowol des geistlichen als besonders des weltlichenLiedes (der Liebes-, Trink- und Kricgslicder) in Deutschland in der Zeit des Min-negesangs im 13. Jahrh. Das 16. und 17. Jahrh. brachten nur geistliche Lieder (s. Kir-chenlied) von Werth hervor, da die weltlichen Dichter insgesammt zu gelehrt und kün-stelnd waren, um auf diesem Gebiete Etwas zu leisten. Neu belebt wurde das weltlicheLied durch Lcssing und Bürger, welchen Goethe, Schiller, Uhland, Hebel, Chamisso undW. Müller mit ihren Meisterwerken folgten. Die neuesten Liederdichter entfernen sich zuoft von der erfoderlichen Einfachheit des Inhalts. Größere Bedeutung gewann in neuererZeit namentlich das politische Lied durch Th. Körner, E. M. Arndt, Rückert, Schcnkcn-dorf, Hvffmann von Fallersleben, Herwegh, Dingelstedt und Freiligrakh. Vgl. Marg-graff,Politische Gedichte aus Deutschlands Vorzeit" (Lp;. 1853).

Liederspiel, eine Gattung des Schauspiels mit Gesang, unterscheidet sich von derOperette (s. Oper) dadurch, daß alle darin verkommenden Gesangstücke entweder aus all-gemein bekannten Liedern oder Melodien mit neuen Texten bestehen, oder daß sich derCom-ponist doch wenigstens darauf beschränkt, nur leicht faßliche Melodien in Form des Liedesanzubringen, weshalb hier auch nur eine durchaus einfache Instrumentalbegleitung statt-sinden darf. Der erste Versuch dieser Art in Deutschland nach dem Muster des franz.Vaudeville (s. d.) war Neichardt'sLiebe und Treue"; doch ungleich berühmter wurdeHimmel'sFanchon, das Lciermädchen". Seitdem wurden ähnliche Arbeiten, fast aus-schließend heitern Inhalts, meist nach franz. Mustern in großer Anzahl geliefert und mitvielem Beifall ausgenommen. Einige gelungene Versuche mit sentimentalen Liederspielcnmachte neuerdings von Holtei (s. d.), dessenLenere" darunter das bedeutendste ist.

Liedertafeln oder Liederkränze nennt man die Mannergesangvereine neuesterZeit, die durch die Lieder- und Gesangfestc einen auch für das öffentliche und das Volksle-ben bedeutsamen Charakter gewonnen haben. Der Ursprung dieser Vereine fällt viel früherals man nach dem ersten Anschein anzunehmen geneigt sein mag. Denn sicht man auchab von jenen Meister- und Minnesängergesellschaften, die im Grunde hoch auch Männer-gesangvereine waren, so bestand doch nachweislich schon um 1673 zu Grciffenbcrg inHinterpommern eine Gesellschaft, die nach Einrichtung und Tendenz das unverkennbarsteVorbild der heutigen Liedertafeln war. Dieselbe blieb indeß, wie es scheint, ohne weiternallgemeinen Einfluß, und erst mit der Gründung der berliner Liedertafel durch Zelter(s.d.) im J. 1809, sowie hurch einen ähnlichen Verein in Zürich durch Nägeli war das