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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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746
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746 Liebfrauenmilch Liebig

tetes Zaubermittel, das nach der Vorstellung der alten Nationen die Kraft hatte, die Liebenicht nur überhaupt zu erregen, sondern auch auf einen bestimmten Gegenstand zu lenken.Das Wahre an der Sache ist, daß man wol den physischen Trieb durch Mittel erregen kann,welche eine specifische Wirkung haben und deshalb Aphrodisiaca genannt werden,daß aber die Neigung durch physisch wirkende Mittel niemals auf einen bestimmten Gegen-stand sich wenden läßt.

Liebfrauenmilch, ein vortrefflicher Pfälz'erwcin, gewöhnlich zu den Rheinweinengerechnet, hat den Namen von der Liebfrauenkirche in Worms, um welche herum er wächst.

Liebig (Justus), ordentlicher Professor der Chemie an der Universität zu Gießen,einer der größten jetzt lebenden Chemiker, ist zu Darmstadt am 8 . Mai > 803 geboren. Dienatürliche Vorliebe des Knaben für Naturwissenschaft veranlaßte den Vater, ihn vomGymnasium zu Darmstadt 1818 in die Apotheke zu Heppenheim bei Darmstadt zu brin-gen, wo er aber nur zehn Monate blieb. Hierauf studirtc er 181022 in Bonn und Er-langen. Durch einNcisestipendium unterstützt, setzte er vom Herbst > 822 24 , gleichzeitigmit Mitscherlich (s.d.), seine Studien in Paris fort, wo cs ihm gelang, Alex.vouHum-boldt's Aufmerksamkeit durch seine der franz. Akademie vorgclegte Arbeit über Knallsäureauf sich zu ziehen und durch diese näher mit Gay-Lussac (s. d.) in Berührung zukommen. Humboldt's Einfluß führte ihn dem Lehrfache zu und trug viel dazu bei, daß erschon 1824 außerordentlicher und 182 » ordentlicher Professor der Chemie in Gießenwurde. Hier ist er bis jetzt unausgesetzt thätig gewesen und hat, unterstützt durch die Ne-gierung, wodurch der Bau des ersten Musterlaboratoriums in Deutschland möglich wurde,diese kleine Universität zum Hauptcentralpunkt des chemischen Studiums gemacht, wo diejungen Chemiker nicht blos Deutschlands, sondern auch des Nordens und namentlich Eng-lands sich in Scharen herzudrängen, um unter L.'s Leitung, die praktische Weihe zu em-pfangen. Dadurch hat er den Anstoß gegeben, daß man jetzt überall in Deutschland mehrfür Chemie thut, und die neuen Laboratorien in Göttingen und Leipzig sind ebenso sicherals mittelbare Schöpfungen seines Einflusses anzusehen, wie das ganze neue Leben, dasseit einer Reihe vonJahren diesen Zweig derNaturwissenschaft durchdringt. Dieser durch-greifende Einfluß L.'s ist durch die mannichfaltigsten Ehrenbezeigungen anerkannt worden.Außer denAnnalen der Pharmacie", die alle seine neuern praktischen Arbeiten enthalten,von denen die meisten auch in diebanales cie cliimie et «le z>bvsig,ie" übcrgegangcnsind, und dem 1836 mit Poggendorff begonnenen, aber noch nicht zum Schluß dcS zweitenBandes gediehenenWörterbuche der Chemie", erwähnen wir hier seine Bearbeitung derneuen Auflage des chemischen Theils von Gciger'sHandbuch der Pharmacie" (Heidclb.1830 ), dessen organisch chemischer Theil auch ins Französische und Englische übersetzt istund als selbständiges Handbuch der organischen Chemie betrachtet werden kann; fernerseine beiden SchriftenDie organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur"(Braunschw. 1840 ; 7 . Ausl., 1845 ) undDie organische Chemie in ihrer Anwendungauf Physiologie und Pathologie" (Braunschw. 1842 ; 2 . Au fl., 1845 ). L.'s Leistungensind in allen Theilcn der Chemie bedeutend, doch ist sein Hauptvcrdicnst in der organischenChemie zu suchen; er verbesserte dieMethodedcr organischen Analyse, untersuchtedie Knall-säure, fast alle wichtiger« organiscben Säuren, die Harnsäure und ihre Zersetzungsprodutte,das Schwefelcyan und dessen Zersetzungsproductc, die Oxydationsprodutte des Alkohols, mitWühler zusammen das Bittermandelöl und dessen Verbindungen. Diese Arbeiten führtenihn zu umfassenden theoretischen Ansichten über organische Radikale und die Natur der or-ganischen Säuren, endlich über die Processc der Eährung und freiwilligen Zersetzung, so-wie die Metamorphosen in der organischen Natur überhaupt. In der neuesten Zeit endlichhat sich L. vorzugsweise mit der Anwendung dieser und mannichfacher au« neuen Beobach-tungen geschöpfter Resultate auf den chemischen Theil der Pflanzen- und Thierphysiologieund einer totalen Reform der in diesen Disciplinen und den damit zusammenhängendenangewendeten, der Agricultur und Pathologie, beschäftigt und in den beiden letzten Wer-ken seine Ansichten hierüber niedergelegt. Die Aufnahme dieser Schriften zeigt, daß sie ih-ren Hauptzweck, die Nothwendigkcit einer Reform und die Richtung dieser anzudeutenund zu erneuter lebendiger Thätigkcit in diesen Fächern anzuspornen, nicht verfehlt haben.