Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
741
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Lichtenstein (Mart. Heinr. Karl) Lichtmer 741

historischen Anmerkungen von Th. von Karajan (Verl. >8i>); die lyrischen Gedichtehat auch von der Hagen in seineMinnesinger" (Bd. >) ausgenommen.

Lichtenstein (Mart. Heinr. Karl), Geh. Medicinalrath und ordentlicher Professoran der Universität zu Berlin, Dircctor des zoologischen Museum?, ged. ;u Hamburg amin. Jan. >780, siudirtc in Jena und dann in Helmstedt, wo sein als Sprachkenner undNaturforscher geachteter Vater alsGencralsuvcrintcndcnt starb und wo er l 8>U aloDociorder Mcdicin promovirte. Im Begriffe, zu seiner weitern Ausbildung nach Wien zu gehen,erhielt er den Antrag, den holländ.Ecneral Jansscn, der zum Gouverneur dcrCap-Colonieernannt war, als Erzieher seines Sohnes und Hausarzt zu begleiten. Gegen Ende des I.

1802 am Cap angclangt, fand er Gelegenheit, die innern Gegenden der Colonic kennen zulernen. Im I. l 803 beim Ausbruche des Kriegs mit England nahm er die Stelle einesChirurgien-Major beim Bataillon hottcntottischcr leichter Infanterie an und 180.7 wurdeer als Negicrungscommissar zu dem wenig bekannten Völkcrstamme der Bcctjuancn ge-sandt. Als nach seiner Rückkehr die Kolonie von den Engländern erobert wurde, kehrte ermit dem General Janssen nach Europa und gegen Ende des I. > 80«; nach Deutschlandzurück, wo er nun abwechselnd in Braunschwcig, Helmstedt, Güttingen und Jena lebteund seine Sammlungen und handschriftlichen Materialien ordnete. Im I. 18 i 0 begab ersich nach Berlin, begann dort bei der nengcstiftcten Universität Vorlesungen zu halten undwurde l8I > ordentlicher Professor der Zoologie. Im I.! 8l 3 übernahm er das zoologischeMuseum, welches unter seiner Leitung eines der größten des Contincnts geworden ist, in wis-senschaftlicher Hinsicht aber auf den ersten Rang Anspruch machen darf. L. verstand dieGeldmittel desselben vorthcilhaft zu verwenden; er schickte Sammler nach andern Welt-theilen, leitete Tauschverbindungen ein, versorgte andere Sammlungen mit den zahlreicheneigenen Doublettcn und schaffte mittels dieses mühsamen Verkehrs in kurzer Zeit dem ber-liner Museum eine große Bedclitung. Als Zoolog wendete er seine Zeit hauptsächlich aufOrnithologie, jedoch lieferte er auch viele Abhandlungen über Thiere anderer Classen. SeineReisen im südlichen Afrika" (2 Bde Berl. > 810 I l) sind naturhistorisch wichtig.

Lichterschiffe, s. Lichten.

Lichtmeffe, ein ums I. 532 zum Ecdächtniß der Darbringung Christi im Tempelund der Reinigung Maria's vielleicht an die Stelle des abgcschafftcn heidnischen Volks-festes der Lupercalicn (s. Februar) eingesetztes Kirchenfest, welches auf den 2. Febr. fällt,hat seinen Namen von den Kerzen, welche an diesem Tage für das ganze Jahr geweihtund mit Anspielung auf die Worte des Simeon:Ein Licht, zu erleuchten die Heiden", infeierlicher Procession umhcrgctragen werden. In Nom verrichtet der Papst selbst dasWcihamt in der Kapelle des Ouirinals. Tagd er Lichte hieß in der alten Kirche auchdas Tauffest Christi oder die Epiphania (s. d.).

Lichtscheu (i'llotophnlna) nennt man den Zustand dcrAugen, in welchem diese vomLichte unangenehm afficirt werden und sich gegen das Eindringen desselben zu schützen su-chen. Nur höchst selten ist dieser Zustand eine selbständige Krankheit, sondern meist einSymptom anderer Augenübel, besonders von Entzündungen, Blutcongestionen nach deinGehirn, Unterleibskrankhciten u. s. w.; sowie cs sich auch bei Hypochondrie und Hysteriezeigt. Am meisten beobachtet man die Lichtscheu bei skrophulöser Augenent-ündung, wosie selbst dann oft in hohem Grade vorhanden ist, wenn die Entzündung nur schwach ist.Auch ist sie nicht zu allen Tageszeiten und im Vcrhältniß zu allen Arten Licht dieselbe. Sozeigt sie sich bei skrophulöser Entzündung des Morgens viel stärker als des Abends beikünstlicher Beleuchtung, bei syphilitischer umgekehrt. Man muß dieses Übel durch Be-kämpfung der Grundkrankhcit zu heben suchen, da örtliche Mittel meist erfolglos, oft sogarschädlich sind, jedoch ist nicht in jedem Falle Abhaltung des Lichtes vorn Auge anzurathen,da nicht selten schon die warmen Sonnenstrahlen den Krampf der das Auge fest verschlie-ßenden Augenlider lösen.

Lichtwer (Magnus Gottfr.), ein bekannter deutscher Fabeldichter, gcb. in Wurzenam 30. Jan. >7 >s, studirtc in Leipzig und Wittenberg die Rechte und trat dann an leß-term Orte als Privatdocent auf, bis ihn Kränklichkeit »öthigte, die akademische Laufbahnaufzugeben. Er ging hierauf nach Halberstadt, wurde daselbst später preuß. Regierungs-