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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
739
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Lichtbilder 739

Farben, indem sich das weiße farblose Sonnenlicht bei der Brechung in einen Bündel farbiger Strahlen zerlegt. (S. Farbc n.) Merkwürdig ist 4) die außerordentliche Geschwindigkeit,mit der sich das Licht bewegt, indem es in einer Secunde 4042000 M. durchläuft, eineGeschwindigkeit, die unter allen bekannten nur von der des elektrischen Funkens vielleichtübcrtroffen wird. (S. auch Polarisation des Lichts.) Außer den optischen bringtdas Licht auch chemische und physiologische Wirkungen hervor. Auf den erster» beruht dieHervorbringung der Lichtbilder (s. Dazu erreotypie); die letztem bestehen in dem sehrbedeutenden Einflüsse, den das Licht aufMenschen, Thicrc und Pflanzen ausübt, deren Ge-deihen und Wachsthum wesentlich durch dasselbe bedingt ist. In Bezug auf die chemischenWirkungen des Lichts mag hier noch der Kuriosität wegen des von Moser in Königsbergangeblich entdeckten unsichtbaren Lichts gedacht werden, das gar keine optischen, sondern nurchemische Wirkungen hervorbringt. Der genannte Gelehrte hat nämlich gefunden, daß auchin der Finstcrniß Gegenstände, die auf Silberplatten oder andere Körper gelegt oder den-selben sehr nahe gebracht werden, sich auf denselben abbilden, und erklärt diese Erscheinungdurch Lichtstrahlen, die von jenen Gegenständen ausgehen, indem er zugleich annimmt, daßalle Körper selbstleuchtende sind, d. h. solche nicht leuchtende Lichtstrahlen aussenden. In-dessen wird seine Ansicht keineswegs von allen Physikern getheilt, ja die Mehrzahl derselbendürste einer ganz andern Erklärung der von ihm beobachteten Erscheinungen den Vorzuggeben. Schließlich muß aber noch von den verschiedenen Theorien des Lichts oder von denVersuchen, die Frage nach dem eigentlichen Wesen des Lichts zu beantworten, die Rede sein.Solcher Theorien sind hauptsächlich zwei zu unterscheiden: die Emanations- oder Emis-sionsthcorie und die Undulations- oder Vibrationstheorie. Ersiere, welche Newton zumUrheber hat, nimmt an, daß das Licht aus materiellen, wicwol ausnehmend feinen Theilenbestehe, welche von jedem selbstlcuchtcndcn oder erleuchteten Körper ausgehkn und in dasAuge gelangen. In neuerer Zeit ist diese Theorie von Biot, Herschcl und Laplace vervoll-ständigt worden und sie reicht aus, die meisten Erscheinungen des Lichts ziemlich einfach undungezwungen zu erklären. Die zweite Theorie, zuerst von Huyghens aufgestellt, erklärt dieErscheinungen sowie die Fortpflanzung des Lichts ganz aus ähnliche Art, wie der Schall er-klärt wird, nämlich durch die Vibrationen oder Schwingungen einer den Raum erfüllendensehr dünnen und elastischen Flüssigkeit, die man Äther genannt hat. Die selbstleuchtendenKörper vibriren und setzen dadurch den Äther, der sie umgibt, in Schwingungen; diese tref-fen die Sehnerven, versetzen auch diese in ähnliche Vibrationen und bewirken so die Empfin-dung des Sehens.,, Die Verschiedenheit der Farben wird durch die verschiedene Dauer oderSchnelligkeit der Ätherschwingungen erklärt und zwar entsprechen der violetten Farbe dieschnellsten, der rothen die langsamsten Schwingungen; nach Herschel's Berechnung kom-men aus eine Secunde beim violetten Licht 727 Billionen, beim rothen 458 BillionenSchwingungen. Diese Theorie ist von Euler vertheidigt, in neuerer Zeit nach längerer Ver-nachlässigung von Joung, Fraunhofer, Fresnel, Ampere und Poisson weiter ausgeführtworden und wird jetzt, ihrer größer« Schwierigkeit und Complicirtheit ungeachtet, fast all-gemein als die einzig richtige angesehen.-Das Licht in der Malerei bestimmt nachseiner Stärke auch den Schatten und die Farben. (S. Beleuchtung, Schatten undHaltung.) Abged ämpftes Licht ist dasjenige, welches dunkler ist als daS Haupt-licht im Bilde. Dies geschieht dadurch, daß entweder ein Gegenstand dem Auge entfernteroder dem Lichtstrahl in weniger gerader Richtung ausgesetzt ist, wo das Licht nur streift, wo-durch Schlagschatten entstehen. Lichter, in der Mehrzahl, heißen in der Malerei dieje-nigen Stellen, welche das einfallcnde Licht in seiner vollen Stärke empfangen. Die An-ordnung und Vertheilung der Lichter im Gemälde hängt mit der Perspective zusammen.

Lichtbilder, Photographien oder Daguerrcotypien nennt man Abbildun-gen natürlicher Gegenstände, welche durch die blosc Einwirkung der Lichtstrahlen, die vondem abzubildcnden Gegenstände Herkommen, auf einer Fläche entstehen. Sic beruhen aufdem schon lange bekannten, wahrscheinlich chemischen, verändernden Einflüsse des Lichtesauf die Substanz verschiedener Körper. Diese Veränderungen sind zum Thcil durch Far-benvcrschicdcnheit sichtbar, zum Theil können sie zwar an sich noch nicht gesehen, aber durchNachbehandlungen der veränderten Fläche sichtbar gemacht werden.