Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
738
Einzelbild herunterladen
 

738 Liceutiat Licht

Licentlüt ist auf einigen Universitäten eine akademische Würde zwischen dem Magi,ster oder Baccalaureus und dem Doctor. Mit der theologischen Licentiatenwürde ist dasRecht verbunden, theologische Vorlesungen zu halten.

Licenzen oder Freibriefe waren ein Nothbehelf bei der Handelssperre, welcheNapoleon's Dccrete und die Geheimrathsverordnung des brit. Cabincts so weit ausdehn,ten, daß fast aller Scehandel aufgehört haben würde, wenn nicht beide Mächte einzelneAusnahmen gestattet hätten. England sing damit an, indem es im Nov. 1808 an Schiffealler Nationen, mit Ausnahme der franz., auf ein Jahr gültige Licenzen ertheilte, unter derBedingung, Getreide in England einzuführen; seit 1800 aber unter der Bedingunggab, engl. Fabrik - und Colonialwaaren auszuführen. Hierauf verkaufte auch FrankreichLicenzen, vorzüglich um Marinebedürfniffe zu erhalten. Endlich bewilligte England am 2.Sept. 1810 selbst denjenigen nichtfranz. Schiffen Licenzen, welche schon mit franz. Frei-briefen versehen waren, unter der Bedingung, mit einem Drittel ihrer Ladung engl. Maa-ren auszuführen, wogegen sie ebenso viele franz. Maaren einführen durften. Frankreichertheilte ebenfalls Licenzen, um franz.'Waaren aus- und dagegen Colonialwaaren (aufamerik. Schiffen) cinzuführen. Rußland ertheilte seit l8l 1 Licenzen zum Handel mit Eng-land, Schweden seit 181 2 . Mit dem Sturze des ContinentalsystcmS (s. d.) fielen dieLicenzen von selbst weg.

Lichnvwsky, eine fürstliche, in Ostreich und Preußen begüterte Familie, leitet ihrenUrsprung her aus dem Hause Granson in Hochburgund. Sie erhielt 1702 die freiherr-liche, 1727 die gräfliche, >760 nach dem Rechte der Erstgeburt die russ., 1773 durch Frie-drich den Großen die preuß., später durch Kaiser Franz I. die östr. Fürstenwürde und >827eine Collectivstimme unter der Ritterschaft aus dem schles. Provinziallandtage. Ihre Be-sitzungen umfassen in Preußen über 18 UM., in Ostreich fast 3 mM.; außerdem besitzt sicbedeutende Majorate in Rußland. Ihren Wohnsitz hat sic auf dem Schlosse Grätz beiTroppau im östr. Schlesien. Das gegenwärtige Haupt der Familie ist der Fürst EduardM ari a L., geb. am lO.Sept. 1780, vermählt seit 1813 mit Eleonore Gräfin von Zichy,rühmlichst bekannt als Verfasser derGeschichte des Hauses Habsburg" (Bd. >8, Wien183643). Sein ältester Sohn, der Prinz Felix L-, geb. am 3. Apr. >813, kamfrühzeitig in preuß. Militairdienste, nahm aber 1838 aus diesen seine Entlassung und tratin die Dienste des Prätendenten Don Carlos, der ihn zum Brigadegcneral und zu seinemGcneraladjutantcn ernannte. Nach der Rückkehr aus Spanien schrieb er seineErinne-rungen aus den 1. 183739" (2 Bde., Franks. 183132), die ihn 1831 mit dem Bru-der des General Montenegro in ein Duell verwickelten, in welchem er schwer verwundetwurde. Wieder genesen, machte er 1832 eine Reise nach Portugal, über die er in dem WerkePortugal, Erinnerungen aus dem I. > 832" (Mainz! 833) berichtete. Auf der Rückkehrwurde er in Barcelona als früherer carlistischcr Heerführer von dem Volke insultirt und oerWuth desselben nur dadurch entzogen, daß man ihn festnahm. Später von der span. Negie-rung in Freiheit gesetzt, kehrte er nach Schlesien zurück, wo er nun seinen Aufenthalt nahm.

Licht nennen wir die objectivc Ursache der Sichtbarkeit der Gegenstände, welche siedem Auge, sofern dasselbe gesund und im Besitz seiner natürlichen Fähigkeiten ist, wahr-nehmbar macht. Man unterscheidet in Bezug auf das Licht selbstleuchtende und dunkleKörper; die erster» haben die Quelle des Lichts in sich selbst, z.B. die Sonne, die Fixsterne,die brennenden Körper; die letztem werden nur dadurch sichtbar, daß sie erleuchtet werden,d. h. von einem andern sclbstleuchtcnden Körper Licht erhalt?». Für die Erde ist die Sonnedie wichtigste Lichtquelle. Ferner unterscheidet man unter den dunkeln wieder durchsichtigeund undurchsichtige Körper, von denen crstcrc das auf sic fallende Licht hindurchlassen, letz,tere nicht. Unter den zahlreichen Eigenschaften des Lichts sind die hauptsächlichsten folgende:1) die geradlinige Fortpflanzung, welche so lange stattsindct, als das Licht in einem unddemselben Stoffe bleibt; 2) die Zurückwerfung oder Reflexion, und 3) die Brechung oderNefrackivn, welche beide beim Übergänge des Lichts aus einem Mittel in ein anderes statt-finden, in welches das zurückgeworfene Licht zwar nicht, das gebrochene nur mit einer Än-derung der bisher verfolgten Richtung eindringt. Die Reflexion ist es, welche die dunkeln,aber erleuchteten Körper sichtbar macht. Die Brechung ist die Ursache der verschiedenen