Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
737
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Liberias Libysche Wüste 737

zwei Buchhandlungen und eine Buchdruckerei in Monrovia und ein Neger gibt ein Jour-nal heraus, denttemlck nk Ickberin", dessen Mitarbeiter Schwarze sind.

Liberias hieß bei den Römern die Freiheit. Der Vater desjenigen Tib. Sempron.Gracchus, der im zweiten pun. Kriege, 214 v. Chr., als Proconsul bei Benevent siegte,erbaute ihr einen Tempel auf dem Avcntinus, den sein Sohn mit einem Gemälde schmückte,das Bezug auf seinen vornehmlich durch bewaffnete, nachher mit der Freiheit beschenkteSklaven (Volones) erfochtenen Sieg hatte. Verschieden davon ist das Atrium Ii>x;rtati5,die Halle der Freiheit, ein Gebäude, das wahrscheinlich zum Gebrauch sür die Censoren be-stimmt war und gegen das Marsfeld hin lag. Asinius Pollio baute dasselbe unter Augustusvon neuem auf und gründete in ihm die erste öffentliche Bibliothek zu Nom. Aus Münzenwird die L. dargestellt eine längliche Mütze in der Hand haltend, oder diese frei emporhebend,im linken Arme eine Lanze oder ein Füllhorn.

Libertin pflegt man einen leichtsinnigen, vergnügungssüchtigen, nach nichts Höhermstrebenden Menschen zu nennen, und im schlimmem Sinne einen Wüstling, der blos so vielRücksichten gegen Andere nimmt, als sein Vortheil erheischt.

Libitum, die Leichengöttin, war eine altital. Gottheit, aus deren Tempel alles zurBeerdigung Nöthige gekauft oder gemiethet, auch die dazu erfoderlichen Personen, wie Tod-tenwäscher, Todkengräbcr und Klageweiber, genommen werden mußten. In die Schatzkam-mer derselben, die sich in dem ihr geweihten Haine befand, wurden nach Anordnung desKönigs Tullius alle bei Todesfällen übliche Abgaben entrichtet. Auch hielt man in ihremTempel, der sich ebenfalls in jenem Haine befand, ein Verzeichniß der Verstorbenen. Spä-tere Erklärer unter den Römern hielten dieselbe für die Proserpina, die gelehrtesten, wiePlutarch, für die Venus.

Libration des Mondes, s. Mond.

Liburma hieß im Alterthuine und noch im Mittelalter eine Landschaft in Jllyrien(s. d.) zwischen Istrien und Dalmatien, bis zum Adriatischen Meere, das ans dieser Seiteauch das Liburn i sche Meer genannt wurde, und umfaßte den westlichen Lhcil des heu-tigen Kroatiens und den nördlichen Dalmatiens, nebst einer Anzahl der an der Küste liegen-den kleinern Inseln. Vgl. Bartling,Da littttrllöiis et insnIisiu-cri8lil>urnici"(Gött. I 820).

Ltbusta, eigentlich Libuscha oder Lubuscha, der nationalen Sage zufolge dieGründerin Prags, war die jüngste Tochter des Krok, der, ein Nachkomme des FeldherrnSamo, als Richter bei den Böhmen in großem Ansehen stand und um 700 starb- Nachseinem Tode unterwarfen sich die Böhmen der Negierung seiner Tochter L-, die durch Schön-heit, wie durch Klugheit, Neichthum an Kenntnissen und männlichen Charakter sich aus-zeichnete. Um ihr Ansehen zu befestigen, wählte sie einen böhm. Herrn zu Staditz, einemDorfe an der Bila, Namens Przemysl, zu ihrem Gemahl, mit dem sie nun gemeinschaftlichregierte und durch Gesetze, die sehr lange in Geltung blieben, den Zustand des Landes re-gelte. Sie starb um 738. Die Sage schildert sie als begeisterte Seherin; auch soll sie dieBergwerke des Landes entdeckt haben.

Libya war die Tochter des Epaphos und der Memphis und von Poseidon Mutterdes Agenor, Belos und Lelex. Nach ihr wurde ein Theil Afrikas Libye n (s. d.) genannt.

Libyen war der früheste Name von Afrika, wie er schon bei Homer erscheint, undman verstand darunter bald in engerer Bedeutung den nördlichsten Streifen, der überÄgypten bis zur Einfahrt des Arabischen Meerbusens reicht, gegen das Atlasgebirge hinsich abspitzt und namentlich wegen der wilden Thiere gefürchtet war, bald in weiterer Be-deutung diesen ganzen Erdtheil, so weit überhaupt die Alten Kunde von ihm hatten, die,wie wir wissen, sich nur auf die Nord- und Westküste und einen Theil des NillandeSerstreckte, während das Innere und der Süden von Herodok das Land der Äthiopier(s. d.) genannt wird. Einer spätem Eintheilung zufolge zerfiel L. in das äußere, welches dieLandschaften Cyrenaica und Marmarica umfaßte, und in das innere, südlich und südwest-lich von Cyrenaica aus, endlich in Libya Mareotis, zwischen Ägypten und den Syrien.

Libysche Wüste heißt die große sandige und wüste Region, die sich quer durch Afrikazieht und im engern Sinne Sah ara (s. d.) genannt wird.

Conv.-Lex. Neunte Ausl. VIII,

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