Libation Liber 735
»io», oder Dschebel el Schech der Araber, viel höher als der des Libanon, und wol auf1-lvvvF. anzunchmen. Zwischen Libanon und Antilibanon ziehtsich die schmale Thalebenevon Cölesyricn hin. In der Gegend von Baalbek hat dieses Thal seinen Scheitelpunkt,von wo aus es nach Norden und nach Süden abfällt, und wo der Orontes (jetzt Nähr elAsi) und Leontes entspringen, von denen jener nach Norden, dieser nach Süden zwischenden beiden Bergketten in der Thalebene fließt. Auf der Ostseite des Antilibanon beginntdas große Plateau vonSyrien. (S. auch Syrien, Drusen, Maroniten.)
Libation, vom lat. libure, d. h. den Göttern zu Ehren etwas Weniges ausgießenoder überhaupt darbringen, hieß bei den Römern eine Art Opfir, besonders Trankopfer,welches im Allgemeinen darin bestand, daß man Wein auf den Altar der Götter ausgoßund zugleich einen Kuchen auf denselben legte und einen kleinen Theil davon verbrannte.Diese Sitte fand auch bei den häuslichen Mahlzeiten statt, indem man den Laren etwasSpeise in das auf dem Herde brennende Feuer warf, und sogar bei Leichenfeierlichkeiten,bei denen die Libation erst am neunten Tage nach der Verbrennung oder Beerdigungnamentlich mit Milch, Wein oder Blut vollzogen wurde. Der Opferpricster selbst mußteden Wein, womit er das Opferthier besprengte, vorher kosten, und dasselbe geschah auchvon Denen, die den Dienst beim Opfer verrichteten.
Libau, nächst Mitau die wichtigste Stadt Kurlands, am Ausfluß des libauschenSees in die Ostsee, ist zwar als See- und Handelsstadt immer noch bedeutend, doch bei derzunehmenden Seichtigkeit des Hafens in letzter Zeit etwas zurückgekommen; indeß dürftesie, wenn die längst projectirte Kanalverbindung mit dem Memelstrom mittels der Windauzur Ausführung käme, gewiß bald wieder ihre alte Bedeutung gewinnen, indem sie durchjene Wasserstraße in unmittelbaren Verkehr mit den westlichen Hanf- und getreidereichenProvinzen Rußlands treten würde. Die Stadt hat einen 1821 errichteten Leuchtrhurm,ein von dem kurländ. Adel sehr besuchtes Seebad, drei Kirchen, gegen 65V meist hölzerneHäuser und über l l ttvv E. Im I. >841 liefen in den Hafen 165 Kauffahrteischiffe einund I8S aus, während zehn Jahre früher 32V Schiffe gelandet„und 338 ausgelaufenwaren. Hanf- und Leinsamen bilden die Haupthandelsartikel. Östlich von L. liegt dasDorf Eckau, wo die Preußen am 18. Juli 18 >2 die Russen schlugen.
Libell (libell»,) eigentlich eine kleine Schrift, hieß bei den Römern jede Klagschrift,welche der Kläger dem Prätor überreichte, in welchem Sinne man noch gegenwärtig voneinem Klaglibell spricht. Ferner erhielten diesen Namen die Bittschriften an die Kaiserund Sendschreiben derselben an den Senat, sowie deren öffentliche Verordnungen an dasVolk. Im neuern Sprachgebrauch pflegt man das Wort Libell im Sinne von libell»,srunorus, als gleichbedeutend mit Schmähschrift oder Pasquill (s. d.), zu nehmen. Auchist aus libell», das engl. Bill (s. d.) entstanden.
Libella ist der Name einer altröm. Silbermünze, welche den zehnten Theil einesDenars galt, also ein As. Bis jetzt kennen wir die Münze blos aus den Schriften der Alten,z. B. des Varro, da noch kein Stück derselben aufgefunden worden ist, was wol darinseinen Grund haben mag, daß sie außerordentlich klein und sehr zerbrechlich war. Die halbelibella nannte man Lemilibella oder 8embella (8em>s,is libellse rin halbes As in Silber).
Libelle, s. Wasserwage.
Libellen oder Wasserjungfern ist der Name einer bekannten Gruppe von netz-flüglichen Insekten oder Neuropteren, die in mehre Gattungen und sehr viele Arten zerfällt,von welchen eine Zahl in Deutschland, zumal entlang der Flüsse und Bäche, sich aufhält.Ein langer schlanker Leib, große durchsichtige Flügel, eine prächtige metallisch grüne oderblaue Färbung zeichnen sie aus. Als eigentliche sehr gefräßige und muthige Naubthiereverfolgen sie im schnellen Fluge alle sckwächern fliegenden Insekten, nähren sich aber nievonPflanzensästen. Ihre Larven leben im Wasser und sind von N aumur und den Neuerngenau untersucht worden, weil gerade an ihnen die Verwandlung sich gut verfolgen läßt.Dem Menschen sind sie niemals schädlich; in Polen und Ungarn gericthen sie in großenMiscredit, weil sie zufällig kurz vor dem Eintreffen der Cholera in unerhört großen Wander-schwärmen über jene Länder zogen.
Liber war ursprünglich der Name eines altital. Gottes der Anpflanzung und Be-