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ten gaben den öffentlichen an Reichthum wenig nach. Eines seiner Hauptwerke betrifft diegegenwärtig vielvcrbreiteten Geranien und Pelargonien. Mit dem Spanier Cavanilles(s. d.) gerieth er wegen Priorität der Namengebung gewisser Pflanzen in einen heftigenStreit und sank etwas in der öffentlichen Achtung, als ihm eine nicht ganz redliche Zurück-datirung seiner Entdeckungen von Cavanilles nachgewiescn wurde.
L'hombre, eins der geistreichsten und interessantesten Kartenspiele, deshalb auch daskönigliche Spiel genannt, wurde von den Spaniern, wie Einige behaupten, bald nachdemsie die Spielkarten kennen gelernt, nach Andern erst um 1430 erfunden und binnen kurzerZeit zum Nationalspiele. Durch die Spanier lernten es die Mauren kennen, und Franz I.soll es aus Spanien nach Frankreich gebracht haben, von wo aus es später auch im übrigenEuropa Eingang fand. Dasselbe wird mit franz. Karten, in welchen die Achten, Neunenund Zehnen fehlen, gespielt, und zwar von drei Personen; doch vereinigen sich gewöhnlichvier zu einer Partie, von denen dann Der, welcher dem Kartengeber gegenüber sitzt, Moorgenannt, nicht mitspielt. Die Combinationen des L'hombrespiels haben die Mathematikersehr viel beschäftigt; so wurde unter Andern von Klügel in Halle die Wahrscheinlichkeits-rechnung auf dasselbe angewandt.
L'Homond (Charl. Franc.), gcb. 1727 zu Chaulncs in der Diöcese von Noyon,gest. am 31. Dec. 1794 als emeritirter Professor der pariser Universität, hat als Lehrerund Jugendschriftsteller sich ein langes Leben hindurch um sein Vaterland hochverdient ge-macht. Nachdem er auf dem College zu Jnville studirt hatte, und mehre Jahre erster Pro-fessor dieser Schule gewesen war, kam er als Professor an das College Lemoine zu Paris.So groß war seine Liebe zu den Kindern, daß er sein ganzes Leben hindurch den Unterrichtin der nieder» Claffe behielt. Lc verfaßte eine große Menge von Elementarwerken, die inFrankreich außerordentlich viel gebraucht wurden und, was die Sprachlehren anlangt,auch inDeutschland Eingang fanden. Während der Revolution wurde er als eidweigernderPriester kurze Zeit gefangen gehalten; sein ehemaliger Schüler Tallien verschaffte ihmaber die Freiheit wieder. Er war ein Mann von den trefflichsten Eigenschaften und wirdnoch lange bei seinen Landsleuten in gutem Andenken stehen.
L'Hopital (Guill. Franc. Ant.), Marquis von Sainte-Mesme und Graf vonEntremont, geb. zu Paris 166 1 , repräsentirte in dem durch mathematische Entdeckungenso ausgezeichneten Zeiträume gegen Ende des 17. Jahrh. die Mathematiker seines Landesin dem allgemeinen Wettkampfe auf eine würdige Weise. Als Knabe schon zeigte er diegrößte Neigung zur Mathematik und auch als er in seinen Jünglingsjahren, nack demBeispiel seines Vaters, welcher Generallicutenant war, in Kriegsdienste getreten und Ca-pitain.in einem Reiterregiment geworden war, gab er sein Lieblingsstudium nicht auf.Nachdem er, zunächst wegen Kurzsichtigkeit, den Kriegsdienst aufgegeben hatte, widmete ersich ganz mathematischen und philosophischen Studien und erhob sich von da an zum Rangeeines der vorzüglichsten Mathematiker seiner Zeit. Um Frankreich machte er sich insbeson-dere durch Ausbreitung der von Leibnitz erfundenen Differentialrechnung sehr verdient.Durch seine „^nsl^ss inüoiment petita (Par. 1 606; beste Ausg., Par. 1781, 3.),die jedoch nicht ganz sein Eigenthum ist, insofern er sich, obgleich mit Bewahrung seinerSelbständigkeit, den ArbeitenBernoulli's anschloß, förderte er dieMathematik nicht wenig,und erst durch Lagrange's spätere Arbeiten wurden die seinigen verdunkelt. Großen Werthhatte sein nachgelassener ,,'l'raitä gnulz-ligue lies seetions comgnes" (Par. > 7V7, 4.), dochist die in ihm befolgte Methode jetzt veraltet. Er starb am 2. Febr. 1 704.
L'Hopital (Michel de), Kanzler von Frankreich, geb. 1 505 zu Aiqueperse unweitNiom im Departement Puy de Dome, war der Sohn eines angeblich jüd. Arztes, der imDienste des Connetable Karl von Bourbon stand. Während der Verbannung dieses Prin-zen ging auch der junge L. nach Italien und ßudirte zu Padua die Rechte. Er erhielt hier-auf das Amt eines Auditors der Rota zu Rom, kehrte aber 1534 durch den CardinalGrammont nach Paris zurück. Nach dem Tode des Cardinals beschäftigte er sich drei Jahreals Advocat und bekam dann zu Paris die Stelle eines Parlamentsraths, die er jedochbald aus Unzufriedenheit mit seinen College» niederlegte. Jm J. >547 sendete ihn derHof auf das Concil zu Trient, das damals nach Bologna verlegt worden war. Nach dem