Leyden (Lukas von) L'heritier de Brutelle 731
Leyden (Lukas von), s. Lukas von Leyden.
Leydener Masche nennt man eine zu Erläuterung der Erscheinungen gespannterElektricität und Ansammlung großer Mengen von Elektricität dienende Vorrichtung.(S. Elektricität.) Sie besteht aus einer Flasche, welche außerhalb bis ans eine gewisseHöhe mit Stanniol belegt, innen ebenfalls belegt oder statt dessen mit Eifenfeile gefüllt ist.Mit dem innern leitenden Überzüge steht ein in eine Kugel endigender Draht in Ver-bindung. Läßt man in letztern Funken schlagen, während der äußere Beleg leitend mit derErde verbunden ist, so ladet sich dieFlasche. Verbindet man dann dieKugel und den äußernBeleg durch einen Ausladcr, so findet die Ausgleichung oder Entladung statt. Eine Ver-bindung mehrer Flaschen heißt Batterie.
Leyen (von und zu der), ein mediatisirtes deutsches fürstliches Geschlecht, dasseinen Stammbaum bis zur Mitte des >2. Jahrh. hinaufzuführen vermag und dessenStammschloß zur Leyen an der Mosel im Trierschen liegt, wurde vom Kaiser Ferdi-nand III. 1653 in den Freiherrnstand erhoben. — Karl Kaspar von und zu derL. er-hielt 1765 die Reichsherrschaft Hohengeroldseck in der Ortenau am Schwarzwald in Lehnund deshalb 17 lI einen Sitz im schwäb. Grafencollegium, worauf er noch in demselbenJahre in den Reichsgrafenstand ausgenommen wurde. In Folge seines Beitritts zumRheinbund erhielt der Graf >866 den Fürstentitel und dieSouverainetät in derGrafschaftHohengeroldseck, bis er durch die wiener Schlußacte >815 als Skandesherr der StaatshoheitOstreichs unterworfen wurde, das sie 18 IS an Baden abtrat. Außer Hohengeroldseck(s. Geroldseck) besitzt die Familie noch in den Rhein- und Moselgegenden Fachbach undAhrenfels (unter Nassaus Hoheit), Nievern, Abendorf, Saffig u. s. w., sowie das Ritter-gut Waal bei Augsburg, wo sie ihren Wohnsitz hat. Der gegenwärtige Standesherr ist derFürst Erwin, geb. am 3. Apr. 1798, der seinem Vater Philipp 1829 folgte, vermähltseit 1818 mit Sophia Gräfin von Schönborn-Buchheim, mit der er zwei Söhne, Philipp, geb. >819, und Franz, geb. >821, und eine Tochter Amalie, geb. 1823, zeugte.
Leyser (Augustin von), einer der angesehensten und einflußreichsten Rechtsgelehrtendes >8. Jahrh., geb. 1683 zu Wittenberg, wurde, nachdem er mehre Reisen, namentlichauch nach England und Italien unternommen hatte, daselbst 1768 außerordentlicher Pro-fessor der Rechte. Im I. 1712 ging er als ordentlicher Professor nach Helmstedt, kehrteindeß 1729 als Ordinarius nach Wittenberg zurück, wo er I7S2 starb. Sein Hauptwerksind die „lHe<litictioiie8 ack ?snckecti»8" (I I Bde., 1718—37), die kleine Abhandlungenüber alle Zweige der Rechtswissenschaft enthalten, belegt mit Erkenntnissen der Facultäkenzu Helmstedt und Wittenberg, in welchen große Belesenheit auch in andern Zweigen derWissenschaften, aber freilich keine antiquarisch-juristische Gelehrsamkeit anzutreffen ist.Sie wurden nach seinem Tode vonHöpfner fortgesetzt (2 Bde., 1773—86) und vonHart-lebcn und I. E. D. Müller commentirt. L.'s Ansichten, in welchen er oft den gangbarenMeinungen entgegentrat, hatten bis in die neuere Zeit auf die Rechtspflege einen großenEinfluß. Sein Weggang von Helmstedt, wo er große Gunst genossen hatte, wurde dadurchveranlaßt, daß er sich weigerte, ein Gutachten gegen einen gestürzten Minister zu erthcilen.
L'heritier de Brutelle (Charl. Louis), einer der ausgezeichnetsten franz. Botani-ker des 18. Jahrh., geb. zu Paris 1733, war schon königlicher Procureur und Rath beimOberstenerhose zu Paris, als er mit solcher Leidenschaft dem Studium der Botanik sich zuwidmen anfing, daß er beide Ämter aufgab. Sein Plan, die reiche Pflanzensammlungherauszugeben, welche sein Freund Dombey 1786 aus Peru und Chile mitgebracht hatte,wurde in Frankreich durch den span. Hof hintertriebcn, und als er solches in England ver-suchte, auch hier vereitelt. Nach seiner Rückkehr aus England wurde er im Justizministe,rium angestellt, gab aber auch diese Stelle sehr bald wieder auf, da seine Neigung für Bo-tanik ihn für alle andern Arbeiten fast unbrauchbar machte. Ohne daß man jemals denThäkcr erfahren hätte, wurde er am Abend des I». Aug. 1861, als er aus dem Institut,dessen Mitglied er war, nach seiner Wohnung zurückkehrte, ermordet. Er hat eine großeMenge von Monographien über einzelne, fast nur ausländische Familien verfaßt. DieseWerke gehören zu den besonders reich ausgestatteten, aber auch sehr theuern Prachtwerkenund haben vielen wissenschaftlichen Werth. Er war sehr wohlhabend und seine Privatgär-