Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
727
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Levaillant Levesque 727

Levaillant (Franc.), berühmter franz. Meisender und Ornithslog, wurde 1753 zuParamaribo im Holland. Euiana von franz. Altern geboren. Weder wissenschaftlich nochfür ein sonstiges Gewerbe sich bildend, schweifte er fortwährend in den Wäldern umher, woer Vögel aufsuchte, um.sie daheim auszustopfen. Mit einer nicht unansehnlichen Samm-lung Naturalien, die er zu verkaufen gedachte, kam er 1778 nach Amsterdam. Hier lernteihn der Kaufmann Temmink kennen, kaufte ihm die Sammlung ab und schickte ihn 1780auf eigene Kosten nach dem Cap, von wo aus er ins Innere Afrikas eindringen sollte. L.,dessen größter Wunsch hiermit erfüllt war, blieb fünf Jahre in Afrika. Leider ging dieSammlung, welche er auf seinem ersten Ausflug« von >780 83 angelegt, auf dem Wegenach Holland größtentheils verloren, da das Schiff, welches sie trug, von den Engländernverbrannt wurde. Sein zweiter Ausflug von 178385 hatte glücklichere Resultate, undwenn auch Temmink Ursache haben mochte, mit L. nicht ganz zufrieden zu sein, da diesereine große Menge Vögel in Paris verkaufte und jenem nur die Doublctten gab, so wardoch das Ergebniß der Reise L.'s für die Naturgeschichte bedeutend genug. Nach seinerRückkehr ließ er dieVozaSC duus l'interieur de I'^triqus par le (7ap de Hvnne Lspe-raucepeadsut >78083" (Par. 1799; 2. Au fl., 1798, mit 20 Kpftn.) und dann die8eevnd vovsge duus I'intsrieiir de I'^trique duns 178385" (Par. 1795; 2. Au;;.,1803) erscheinen; jene harte, da L. nicht einmal seine Muttersprache richtig zu schreibenverstand, sein Vater, dem dafür von dem Convent eine Gratifikation von 2009 Francs be-willigt wurde, dieseckcr Advocat Cas. Baron und Legrand d'Aussy redigirt. Beide Werkewurden von Reinh. Förster ins Deutsche übersetzt (Berl. > 7 99 fg.). Mit Unrecht hat man8. franz. Seits nicht nur Mangel an Genauigkeit, sondern offenbare Lüge zum Vorwurfgemacht. Denn hat auch L. seine Jagd - und andere Abenteuer übertrieben und Manchesaus Nachlässigkeit und Unkenntniß falsch angegeben, so sind doch seine Beobachtungen derThierwelt und die von ihm gegebenen Beschreibungen genau und selbst musterhaft, wie dieVergleichung seiner Beschreibungen mit den in Temmink's Museum vorhandenen Origi-nalen beweist. Trotz seiner Leistungen erhielt er nie eine Anstellung und wurde auch nicktMitglied der Akademie. In seinem hohen Alter mußte er noch das Unglück erfahren, daßder Mann seiner Tochter vergiftet starb und er deshalb in Untersuchung gezogen wurde.Von aller Schuld freigesprochen, starb er zu Se'zanne in der Champagne am I. Dec.1823. Unter seinen Werken erwähnen wir noch dieblist. imtur. des oisemix d'r(kricpie"(6 Bde., Par. >7981812),Hist, natur. d'une partie d'oisesux nouveanx et rare»de I'-(meriqiie et de- Indes" (Par. 18013),List, natur. des cotüixas et des 1o-diers" (Par. 1803) undHist, natur. des perroquets" (2 Bde., Par. 18015).

Leväna, eine röm. Göttin, welche unter die vii natslitii gehörte. Ihrem Einflußschrieb man es zu, daß der Vater das neugeborene Kind aufhob und somit aufziehen wollte.Deshalb betitelte Jean Paul sein geistreiches Buch über die ErziehungLevana".

Levante, ital. II levuute, d. h. das Morgenland, ist ein gegenwärtig in ganz Europaverbreiteter geographischer Begriff, der im weitern Sinne alle von Italien aus nach Ostenliegenden Länder am Mittelländischen Meere bis zum Euphrat und Nil umfaßt, also dieeurop. Türkei, Griechenland und die.Jonischen Inseln, Kleinasien, Syrien und Ägnptcn,deren Haupthandelsplätze, Konstantinopel, Smyrna, Skanderun oderAlcxandrelte, Aleppound Alexandria, deshalb von den Italienern 8ccde di levante, von den Franzosen Lckellesdu levsnt sd. h. Staffeln des Morgenlandes) genannt werden. Im engern Sinne ver-steht man unter Levante die Küsten Kleinasiens, Syriens und Ägyptens. Der dahin betrie-bene Handel wird vorzugsweise der levan tische Handel genannt, weshalb auch der arab.Kaffee, weil er über die Häfen dieser Küsten fast einzig bezogen wird, levantischer Kaffeeheißt. Vgl. Depping's gekrönte Prcisschriftüistoire du commerce eutre le b.«vnnt etI'Lurope depnis les croisades jusqu'ü In koadation des enluuies tnuic." (Par. 1832).

Levesque (Pierre Charl.), ein geschätzter franz. Geschichtschreiber, geb. >736 zuParis, lernte in seiner Jugend die Kupferstecherkunst, erhielt aber endlich auf vieles Bit-ten von seinen Altern die Erlaubniß, studiren zu dürfen. Er besuchte hierauf das CollegeMazarin, mußte aber doch nach vollendeten Studien einige Jahre von der Kupftrstecker-unst leben und konnte nur die Mußestunden auf seine weitere Ausbildung verwenden