Leukothea Lenthe» 725
Leukothöa, s. Ino.
Leuktra, ein Flecken in Böoticn, südwestlich von Theben, auf dem Wege von Thespiänach Platää, wurde berühmt durch die siegreiche Schlacht, welche die Thebaner unter Epa-minondas (s.d.) gegen den Spartanerkönig Kleombrotus(s.d.)imJ.37l v.Chr.hierlieferten und womit sie den mächtigen Einfluß, den Sparta Jahrhunderte hindurch über ganzGriechenland ausgeübt hatte, brachen. In neuester Zeit hat man aus dem Felde von Para-punghia noch den Altar und die Reste des Heiligthums gefunden, welches die Thebaner da-mals als Siegeszeichen ihren Schutzgöttern errichteten. Eine Beschreibung mit Beziehungauf die Schlacht gibt Leake in den ,,'I'ruveIs IN idlortiiern 6reece" (Bd. 2, Lond. 1835).
Leumund. Die Leumundserforschung, d. h. die Erörterung des bisherigen Lebens-wandels eines Angeschuldigten und seines moralischen Charakters durch Zeugenabhörun-gen, ist ein wichtiger Act des Untersuchungsprocesses. Schon das alte deutsche Recht gabviel auf den guten oder Übeln Ruf, der dem Angeklagten vorherging, und im franz. undengl. Strafproceffe werden noch gegenwärtig häufig Zeugen als Leumundszeugen ver-nommen. Die im deutschen Strafproceffe statt dessen häufig angewendete Einfvderungvon Berichten der Ortsbehörden oder Pfarrer ist nur ein ungenügendes Ersatzmittel.
Leunclav (Joh.), eigentlich Löwen klau, ein westfäl. Edelmann, geb. 1533 zuAmelbeuren, gest. 1583 zu Wien, war einer der thätigsten Beförderer der Wissenschaftenin Deutschland. Namentlich machte er sich verdient theils um die Aufklärung der Geschichteder Osmanen, wozu er den Stoff auf seinen langjährigen Reisen und an den Höfen Euro-pas gesammelt hatte, durch die „Ikistoriu dluseiiiisnnorum" (Franks. 1581, Fol.) und'dic„^lmales 8>ilt»norum Otinnniüsrum" (Franks. >586, Fol.; 2. Ausg., Par. >65», Fol.),theils um die Verbreitung der klassischen Literatur durch die damals sehr geschätzte Erklä-rung und lat. Übersetzung der Werke des Lenophon (Bas. 1589, Fol. und öft.) und DioCassius (Hanau > 606, Fol.).
Leupoldt (Joh. Mich.), Professor der Medicin an der Universität zu Erlangen,geb. am > l. Nov. 178 t zu Weißenstadt bei Baireuth, besuchte bis 1814 das Gymnasiumzu Baireuth und dann die Universität zu Erlangen, wo er 182l als außerordentlicher und1826 als ordentlicher Professor angestellt wurde. Sein Hauptstudium war stets die Psy-chiatrie. Um die Irrenanstalten kennen zu lernen, durchreiste er Deutschland in allen Rich-tungen. Überhaupt faßte er die Medicin mehr im Ganzen nach ihrer innern Entwickelungund äußern Gestaltung auf, welches Thema er mit philosophischem Geiste in seinen Schrif-ten behandelte. Von diesen erwähnen wir die „Allgemeine Geschichte der Heilkunde"(Erl. 1825); „Paieon oder Popularphilosophie der Heilkunde und ihrer Geschichte" (Erl.1826); „Grundriß der allgemeinen Pathologie und Therapie" (Berl. >823); „Hcilwis-senschaft, Seelenheilkunde und Lebcnsmagnetismus" (Berl. l 82l); „Eubiotik oder Diä-tetik des physischen und psychischen Menschenlebens" (Berl. 1828); „Lehrbuch der Psy-chiatrie" (Lpz. 1837); „Von einem neuen Alexandria und einem neuen Galen" (Münch.1828); „Rede über eigenthümliche Anfoderungen der Gegenwart an die Universitätsbil-dung in besonderer Beziehung auf eine germanisch-christlich-anthropologifthc Medicin"(Erl. 1830) und „Die gesammte Anthropologie, neubcgründet durch allgemeine Biosophieund als zeitgemäße Grundlage der Medicin im Geiste germanisch-christlicher Wissenschaft"(2 Bde.,Crl. 1834).
Leuterung (revisio actorum) nennt man das Rechtsmittel gegen eine richterlicheEntscheidung, welches in Sachsen üblich, dahin abzweckt, daß der Richter sein Urtheil selbstabändern möge. Durch die Leukerung wird die Sache nicht an ein höheres Gericht ge-bracht, sondern nur die Rechtskraft und Vollziehung der angefochtenen Entscheidung auf-gehalten; sie ist nicht devolutiv, sondern blos suspensiv. Übrigens muß die Leuterung bin-nen zehn Tagen eingelegt und sodann durch ein zweites Gesuch fortgestellt werden.
Leuthen, ein Dorf in Niederschlesien, zwei Meilen westlich von Breslau und ebensoweit von Neumarkt, wurde berühmt durch die am 5. Dec. > 7 57 von Friedrich dem Großengegen den Prinzen Karl von Lothringen gewonnene Schlacht. Nach dem Siege bei Roß-bach eilte der König mit 28 Schwadronen Cavalerie und neun Bataillonen Infanterienach Schlesien, um den Fortschritten der Östreicher Einhalt zu thun. Unterwegs erfuhr er