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gewendet. Man benutzt vorzüglich die Lorenzo- oder Hauptquclle(4"°R.), das Goldbrünn-tein, die Kotzgülle (von ihrer Erbrechen erregenden Eigenschaft so genannt) und die Quellehinten ini Thale. Die Bäder nimmt man theils in Privathäusern, theils in öffentlichenBadeanstalten, deren vier vorhanden sind, welche das bis auf 38° oder 20° N. abgekühltcWasser durch Röhren zugeleitet bekommen. In diesen Badeanstalten sind zu allen Artenvon Bädern Vorrichtungen getroffen; zu den ganzen Bädern sind große Bassins vorhan-den, i» welchen sich die Curgäste, in dicke wollene Bademäntel gehüllt, ohne Unterschied desGeschlechts befinden. Dabei unterhält man sich, da man nach den ersten Bädern -1—8Stunden im Wasser bleibt, liest, frühstückt auf schwimmenden Tischen jund trinkt Mineral-wasser. Die Bäder zu L. gehören zu den ältesten in der Schweiz, und eine Badeanstaltscheint schon im 12. Jahrh. bestanden zu haben; allgemein benutzt wurden die Thermal-quellen aber erst im 16. Jahrh., nachdem der Cardinal Matthias Schirmer im I. 1581 eingroßes Gebäude hatte aufführen lassen, welches jedoch mit den nachher entstandenen An-lagen ini 18. Jahrh. durch eine Lavine zerstört wurde. Jetzt sind nur sehr wenige steinerneHäuser da zu finden, obwol eine starke gemauerte Brustwehr gegen die Lavinen, welchenur im Frühjahre zu fürchten sind, schützt. Man nennt gegenwärtig den ganzen Ort, wel-cher etwa 48» E. zählt, das Dorf Baden. Für die gewöhnlichen Badevergnügungen istnur wenig gesorgt, und die großartigen Schönheiten der wilden Alpennatur müssen diesel-ben ersetzen. Nördlich von dem Bade erheben sich das Plattenhorn, das Rinderhorn undder Altels, östlich der Gletscher Schneitschnur und westlich finstere Waldungen, welche mandas Holzthal nennt, sodaß man nur auf zwei Wegen dahin gelangen kann, von denen diebequemere Fahrstraße von L. her im Thale herauf, die andere aus dem Kandersteger-thale über den hohen Gemmi an dem einsamen Daubensee vorüberführt. Vgl. Payen,„Lsssi s»r les eaux minörale5-tiiermilles <Is l^vueciie e» 8>ii8se" (Par. I 828).
Leukadra, auch Leukas, eine Insel im Jonischen Meere, an der Küste von Akar-nanien, nördlich von Kephalonia, zwei M. lang, V- M. breit. Die südliche Spitze derselben,jetzt Cap Ducato, auf welcher ein Apollotempel stand, in der Nähe der ehemaligen Haupt-stadt Leukas, wurde von den Alten der leuka dische Fels genannt, von welchem manjährlich unter großen Feierlichkeiten einen Verbrecher, gleichsam um alle Sünden des Volkszu sühne», ins Meer stürzte, ohne daß jedoch derselbe umkam, da ihn ein umgehangenesFederkleid, woran der Sage nach sogar lebendige Vögel befestigt waren, sanft in die Tiefetrug und aufgestellte Fahrzeuge dort aufnahmen, worauf er aber das Land für immer ver-lassen mußte. Auch Andere wagten freiwillig, um sich von Liebesqualen zu befreien, diesengefahrvollen Sprung, dem man die Kraft der Heilung zuschrieb, fanden aber meist in denWellen den Tod, wie die Königin Artemisia (s.d.)vonHalikarnaßundSapphv (s.d.).Vgl. Leake in den ,,'l'raveis in Nortbera 6reeee" (Bd. 3, Lond. 1835). — Gegenwärtigheißt die Insel Lefkadha oder Santa-Maura; sie hat etwa 19880 E. und gehört zu denJonischen Inseln. Hauptstadt ist das feste Amarichi oder Amakuki an der Nordspitze derInsel, vom festen Lande nur durch einen schmalen seichten Kanal getrennt, der von den al-ten Korinthern angelegt worden sein soll. Das bei der Stadt befindliche Fort Santa-Mauraist mit jener durch einen Viaduct verbunden, der, ein Werk der Venetianer, auf 366 Bogenruhend, in gerader Richtung durch die Bai geht und früher als Wasserleitung zum Fortdiente. Die Stadt hat 688» E., zwei Häfen, treibt nicht unbedeutenden Handel und Schiff-fahrt und ist der Sitz eines griech. Bischofs. Am 29. Jan. 1825 wurde sie fast gänzlichdurch ein Erdbeben zerstört; überhaupt sind Erdbeben eine Plage der Insel, und in Folgeeines solchen entstand auch nahe bei derselben die kleine Insel Lauderdale's Nock.
Leukon, der Sohn des Poseidon oder des Athamas und der Themisto, wurde Vaterdes Erythros und der Euippe. — Leukon'hieß auch einer der sieben Archageten, denenvor der Schlacht bei Platää auf Befehl des Orakels von den Platäern geopfert wurde.
Leukophryne ist ein Beiname der asiat. Artemis von der Stadt Leukophrys amMäander in der Nähe von Magnesia, wo sie einen prächtigen Tempel hatte. Der L. hattendie Söhne des Themistokles auf der Akropolis zu Athen ein Standbild geweiht. Ihr Bildwar dem der ephesischcn Artemis ähnlich und ihr heiliges Thier der Büffel. .
Leukosyrer, s. Kappadorien.