Leucippus Lenk 723
Regierung auf dem Gallopcrsande 40 F. lange und 6 F. im Umfange haltende Schraube»cingeschraubt, sie oben untereinander verbunden und die darauf ruhende Balkenlage mitSteinen beschwert, um auf diesem Fundamente, wenn es einige Jahre lang ohne Senkungsich halt, einen Thurm zu erbauen. Wo Leuchtthürme sich nicht anbringen lassen, werdenSchiffe verankert, die bei Tage eine Flagge entfalten, bei Nacht eine Laterne erheben. Umaber in der Nähe der Küsten durch das blose Erscheinen eines Feuers bestimme» zu können,an welchem Punkte das Schiff sich befinde, bedurfte es mannichfacher Anordnungen, umdie Feuer voneinander unterscheiden zu können. Zunächst kam man dabei auf die Idee, dasLicht zu färben. Wenn nun aber auch farbiges Glas der Laterne auf kurze Distanzen, wieNepsold's Versuche lehren, die Färbung überträgt, so gelingt dies doch nicht für die Ferne;deshalb nahm man von dem Thurmc mit nur einer Laterne ausgehend, zu zwei Feuernseine Zuflucht, von denen das eine zu ebener Erde, das andere hoch oben brannte; stelltezwei Thürme so nebeneinander, daß entweder die gefährlichste Stelle dadurch bezeichnetwurde, daß beide Feuer einander deckten, oder aber, daß ihr weitestes Auseinanderstehen sicergab. Auch erfand man das Drehfeuer (revolniiig ligbe), bei welchem ein Uhrwerk dasLampensystem im Kreise bewegt und bald einen Schein gibt, bald verschwindet, und suchteihm noch dadurch Abwechselung zu geben, daß verschiedene Lampen durch farbige Glas-scheiben gedeckt wurden. Eine andere Anordnung war die, daß ein Blechschirm, von derUhr getrieben, die Lampe deckte. Hieran reihte sich das kllaslüng oder Blitzlicht, welchesplötzlich auftaucht und im Momente verschwindet, ferner das Intormitting oder aussetzendeFeuer, welches auf einem Riem ohne Ende von der Erde im Thurme langsam in die Höhesteigt und dort verschwindet, um nach einem Umlaufe wiederzukehren. Außerdem hat manauf nieder» Thürmen das Hafenfeuer, welches nur zur Stunde des hohen Wassers oder derFlut entzündet wird, und die Leitfeuer (lilling ligllts), um auf engen Strömen den Lootsenin Stand zu setzen, auch in der Nacht zu segeln. Endlich erfand Drummond sein sonnenhellstrahlendes Feuer, erzeugt durch das Verbrennen einer Kalkkugel in einem auf sie geleitetenStrahle von Sauer- und Wasserstoffgas; Gandin in Paris das Sidereal und Fresneldie herrlichen Linsen, die nach ihm benannt sind.
LeucipMs, der Stifter der atomistischen Schule in der griech. Philosophie und Vor-gänger des Demokrit, nach Einigen aus Abdera, nach Andern aus Elca, nach noch Andernvon Milet gebürtig, lebte 5 l 0 v. Ehr. Sein Lehrer soll Parmenides der Eleat gewesen sein.Ohne Zweifel wurde sein System durch die eleatische Lehre hervorgerufen. Die Eleatcnleugneten nämlich die Wirklichkeit der Bewegung, den leeren Raum und überhaupt dieVielheit der Dinge, indem sie Alles, was ist, für Eins, dieses eine Seiende für unveränder-lich und alle Veränderungen für blosen Schein erklärten. Dagegen nahm L. zweierlei Prin-cipien, nämlich das Volle und ein Leeres, an. Das Volle bestand in einer zahllosen Mengeso kleiner Körperchen, daß sie sinnlich nicht wahrgenommen werden können. Diese sind anund für sichunlheilbar, unveränderlich und undurchdringlich, folglich relativ einfache Grund-körper. Ihre ^gemeinsame Grundeigenschaft ist Figur und aus der Mannichfaltigkeit derFiguren wird die Mannichfaltigkeit der durch sic gebildeten Erscheinungen oder Körper er-klärt. Durch ihre verschiedene Figur oder Gestalt aber sowie durch örtliche Lage und Ord-nung unterscheiden sie sich voneinander. Diese unendliche Vielheit des Untheilbaren setztenun ein Trennendes voraus, und dieses war das Leere, in welchem sich die Atome bewegen.Wie weit L. selbst diese Grundbestimmungen des Atomismus ins Einzelne verfolgt habe,ist uns ganz unbekannt; wahrscheinlich ist die weitere Ausbildung dieser Lehre erst durchDemokrit (s. d.) erfolgt.
Leuk, franz. LouÜche, ein kleines Dorf im schweiz. Canton Wallis auf dem rechtenUfer der Rhone, ist berühmt durch die zwei Stunden davon entspringenden Mineralquellen.Diese, gegen 20 an der Zahl, kommen in einem von der Dala, einem wilden Gebirgswas-ser, durchströmten Thale zu Tage, welches 4500 F. über dem Meere am Fuße des Eemmiliegt, und gehören sämmtlich, da sie nur geringe Verschiedenheiten in der Temperatur undMischung zeigen, iu die Classe der eisenhaltig-salinischen Schwefelwasser, werden besondersgegen veraltete Hautkrankheiten und Unterleibsübel und sowol innerlich als äußerlich an-
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